Bienen auf Sonnenblume

Die Bienen­saison 2018 neigt sich dem Ende zu

Martin Kemmerich

Unser Autor:

Die Überschrift mag einige Bienen­freunde bestimmt überra­schen, aber es ist tatsächlich so. Ungefähr schon seit Mitte Juli ist eigentlich das Ende der Bienen­saison einge­läutet. Die Bienen bereiten sich jetzt langsam auf den Winter vor. Die Nektar spendenden Massen­trachten sind verblüht und alles was jetzt noch bis zum Herbst in Blüte steht, bietet den Bienen außer Pollen kein ausrei­chendes Futter mehr. Der Imker nennt das, was jetzt noch an Nektar gesammelt und in den Bienen­stock einge­tragen wird, „die Läpper­tracht“. Das heißt, es läppert sich das eine oder andere Kilo Nektar noch zusammen, aber viel mehr nicht.

Bienen über den Winter versorgen

Alle Bienen­völker, die bis jetzt, also zum Ende der Bienen­saison, noch nicht über ausrei­chend Vorräte in Form von Honig verfügen, werden den Winter nicht überstehen. Der Imker muss die Bienen als Ersatz für den entnom­menen Honig jetzt mit Futter in flüssiger oder fester Form einfüttern. So ungefähr 20 – 30 kg Futter sollten es, je nach Volks­stärke, für jedes Volk schon sein. Auch Bienen­völker, die überhaupt keinen Honig gebracht haben, bekommen diese Menge. Einge­füttert wird zum Beispiel mit Hilfe eines Futter­ge­schirrs, das auf den Bienen­stock aufge­setzt wird. In dieses Behältnis wird dann das spezielle Bienen­futter (Zucker­sirup) von oben einge­füllt. Nach dem Einfüllen ist das System nach außen hin wieder verschlossen. Innerhalb des Bienen­stocks besteht für die Bienen aber die Möglichkeit mit Hilfe eines Aufstiegs an das Bienen­futter zu gelangen, es aufzu­nehmen und in die Bienen­waben einzu­lagern.

Wie füttert man richtig?

Es gibt verschiedene Verfahren der Fütterung. Aber bei allen ist es ganz besonders wichtig, bei der Futtergabe ganz besonders aufmerksam zu sein und vor allem nicht zu kleckern. Da die Bienen sehr gut riechen können, bekommen die Spürbienen der Nachbar­völker dies sofort mit und es kann eine schlimme Räuberei unter den Bienen­völkern ausgelöst werden. Dies muss unbedingt vermieden werden. Deshalb empfiehlt es sich, in den späten Abend­stunden zu füttern, wenn keine Bienen mehr unterwegs sind. Ich füttere bei den Stadt­wer­ke­bienen ab Juli nach der Honig­ernte und der anschlie­ßenden Varro­abe­handlung, in mehreren Portionen solange zu, bis die Bienen­völker im September über einen ausrei­chenden Winter­vorrat verfügen. Wenn die Fütterung abgeschlossen ist, werden die Futter­ge­schirre wieder abgeräumt. Es darf auch nicht zu viel Futter auf einmal gegeben werden, da die Bienen auch noch Platz zum Brüten brauchen. Nach der Sommer­son­nen­wende reduziert die Bienen­kö­nigin die Anzahl der Eier die sie täglich legt. Sobald es dann im Herbst kalt wird, hört sie in der Regel ganz damit auf. Die Bienen­kö­nigin ist dann aus der Eilage, wie der Imker sagt. Brutpflege ist Schwerst­arbeit für die Bienen und im Winter müssen die Kräfte geschont werden.

Vorbe­rei­tungen auf den Winter

Die Bienen beginnen jetzt zum Ende der Bienen­saison auch schon damit, den Bienen­stock winterfest zu machen. Sie dichten alle Ritzen mit Propolis ab, um Zugkälte im Winter zu verhindern. Das Propolis ist ein Baumharz. Es wird von den Bienen gesammelt und in Form von kleinen Kügelchen an den Hinter­beinen, wie Blüten­pollen, in den Bienen­stock einge­tragen. Wenn es erfor­derlich ist, wird vom Imker im September noch eine Varro­abe­handlung durch­ge­führt. Ab Oktober, je nach Witterung, stört man die Bienen in der Regel dann nicht mehr. Es beginnt dann die Winterruhe und jede unnötige Störung bedeutet Aufregung im Bienenvolk und kann die Überle­bens­chancen der Bienen im Winter schmälern.

Das war es erst mal wieder für heute. Vielen Dank für Euer Interesse. Alles Gute.

Mit imker­lichen Grüßen

Euer Martin Kemmerich

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