Heizpilze

Bitte keine Gasheiz­pilze: So wird es auf Balkon, Terrasse & Co. auch im Corona-Herbst warm

Andreas Hugo

Unser Autor:

Auf vielen Balkonen, Terrassen und vor Gastro­no­mie­be­trieben geht jetzt die Outdoor-Saison Corona-konform in die Herbst-Verlän­gerung. In meinem Überblick erfahrt ihr, wie ihr euren heimi­schen Outdoor-Bereich umwelt­freundlich tempe­rieren könnt.

Corona-Krise gegen Klima-Krise

Herbstzeit ist Pilzzeit! Eine ganz besondere Pilzart sorgt derzeit überall in Deutschland für wortwörtlich hitzige Diskus­sionen. Die in manchen deutschen Städten und Regionen wie Stuttgart, Hannover oder Berlin wegen ihrer Umwelt­schäd­lichkeit sogar verbo­tenen Gasheiz­pilze erleben jetzt im Corona-Herbst vielerorts ein Comeback. In Solingen sind die Gasheiz­pilze derzeit erlaubt und werden von Gastro­nomen auch gerne einge­setzt, um ihr Geschäft im Außen­be­reich so lange wie möglich zu erhalten. Das konnte ich erst vor wenigen Tagen bei einem Gang durch die Ohligser Innen­stadt feststellen.

Schließlich ist das Risiko einer Anste­ckung an der frischen Luft deutlich geringer als in geschlos­senen Räumen. Aller­dings kann ein einziger Gasheizpilz nach Angaben des Umwelt­ver­bands BUND pro Saison so viel CO2 ausstoßen wie ein Klein­wagen in einem Jahr – und das in Zeiten des Klima­wandels. Auch die als Alter­native angeprie­senen Infrarot-Heizstahler sind leider etwa gleich ineffi­zient und CO2-intensiv, wie ihr in einem Hinter­grund­papier des Bundes­um­weltamts nachlesen könnt.

Gastro­nomie vs. Balkon/Terrasse

Natürlich sind Gastro­nom­innen und Gastro­nomen in diesen Corona-Zeiten ganz besonders auf ihr Geschäft – und damit auch auf einen Außen­be­reich – angewiesen. Und viele andere Alter­na­tiven sind für Gastwirte leider nicht umsetzbar, wie ihr in unserer unten stehenden Übersicht sehen könnt. Da kann man verstehen, wenn der Deutsche Hotel- und Gaststät­ten­verband (Dehoga) eine Ausnahme für diesen Herbst und Winter fordert. Ganz anders sieht es dagegen auf dem heimi­schen Balkon oder der heimi­schen Terrasse aus. Auch hier sollten sich in Corona-Zeiten keine größeren Menschen­mengen sammeln. Aber der Outdoor­abend mit ein oder zwei Freunden kann warm und ökolo­gisch werden, wenn man einige Punkte berücksichtigt.

Warm im Outdoor-Bereich: Corona-konform und umweltfreundlich

Aus meiner langjäh­rigen Motor­rad­fahrer-Erfahrung weiß ich: Die einfachsten Dinge sind manchmal immer noch die besten. Wenn ich mit meinen Motorrad-Kumpels in der Übergangszeit durch­ge­froren in ein Landhaus einkehre, reicht uns oft schon die entspre­chende Funktions-Outdoor-Kleidung, um schnell wieder warm zu werden. Deshalb essen wir nach solchen Fahrten, bei denen es draußen aller­dings einiger­maßen trocken und nicht zu nass-kalt sein sollte, auch meistens unter freiem Himmel. Für innere Wärme sorgen dann heiße Getränke und Speisen. Wenn es aber doch was mehr sein soll, schaut euch unsere folgende Übersicht mit Alter­na­tiven zu Heizpilzen an.

Alter­native Heizquellen zu Gasheizpilzen

Elektrische Heizkissen

  • Ausführung: Energieart: Batterie, aufladbar an der Steckdose oder über USB-Anschluss, wärmen bis zu 3 Stunden
  • Vorteile: Benötigen dort, wo sie ausgelegt sind, keinen Strom­an­schluss, geringe Energie­ver­luste, geringer Strom­ver­brauch, relativ geringer Anschaffungspreis
  • Nachteile: Desin­fektion nach jedem Gast nötig, Batterie muss immer wieder aufge­laden werden
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außenbereich

Wind- und Wetterschutz

  • Ausführung: Verschiedene Ausfüh­rungen je Größe/Lage der zu schüt­zenden Fläche
  • Vorteile: Schützt vor Regen, Wind etc., hält Zugluft ab, unter­stützt, länger warm zu bleiben und Wärme zu halten
  • Nachteile: In der Gastro­nomie unter­liegt ein Windschutz der Geneh­migung durch das Solinger Ordnungsamt
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außen­be­reich, Gastronomie

Warme Decke

  • Vorteile: Hilft, die eigene Körper­wärme zu halten, kann 1-2 Personen wärmen, geringe Anschaffungskosten
  • Nachteile: Desin­fektion nach jedem Gast nötig
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außenbereich

Smarte Helfer (z.B.)

  • Ausführung: Taschen­wärmer mit Speicherkern aus Metall, Energieart: Wärmespeicher
  • Vorteile: Wärmt angenehm die Hände von max. einer Person
  • Nachteile: Wärme hält nicht lange vor
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außenbereich

Feuerkorb

  • Ausführung: Energieart: Holz oder Kohle, hat eine hohe Heizleistung
  • Vorteile: Spendet angenehme Wärme, eine besonders beliebte Form der Wärmequelle
  • Nachteile: Rauch­ent­wicklung und ggf. Rauch­be­läs­tigung der Nachbarn, Brandgefahr
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außenbereich

Warme Kleidung, Handschuhe, Wärmeflasche

  • Vorteile: Hilft, die eigene Körper­wärme zu halten
  • Nachteile: Wärme hält ggf. nicht lange vor
  • Optimaler Einsatz­be­reich: Privater Außenbereich

Und womit verlängert ihr eure Outdoor-Saison? Womit schafft ihr auf eurem eigenen Balkon oder im Garten angenehme Wärme? Welche Heizquelle würdet ihr eurem Lieblings­gastwirt um die Ecke empfehlen und sollten Gastro­nom­innen und Gastro­nomen auch weiterhin kosten­günstige und praktische, aber umwelt­schäd­liche Gas- oder Infrarot-Heizstrahler einsetzen dürfen? Nutzt einfach die Kommen­tar­funktion am Ende des Artikels – ich bin gespannt auf eure Antworten.

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