Zwei Hummeln auf Blüte

Die Hummeln

Martin Kemmerich

Unser Autor:

In meinem letzten Bienenblog berichte ich auf beson­deren Wunsch meiner Kolle­ginnen aus dem Marketing über die kleinen runden, flauschigen Verwandten der Bienen: den Hummeln. Damit endet unser gemein­sames Bienenjahr!

Kolonien von 50 bis mehreren 100 Tieren

Bei den Hummeln handelt es sich um eine geschützte, unter strengem Natur­schutz stehende Tierart. Es gibt bei uns circa 30 verschiedene Arten. Die Hummeln gehören zur Familie der Bienen und reihen sich zwischen den allein lebenden Solitär­bienen und den in großen Kolonien lebenden Honig­bienen ein. Die Hummeln bilden im Gegensatz zu den Bienen nur kleine Kolonien, die je nach Hummelart zwischen fünfzig und einige hundert Tiere groß sind. Außerdem sind die Hummeln, ebenso wie die Wespen, einjährig.

Hummeln: schon früh im Frühjahr unterwegs

Die Hummel­kö­nigin verbringt den Winter an einer geschützten und frost­freien Stelle im oder am Boden. Sie hat sich für die Winterruhe mit dem Verzehr von eiweiß­hal­tigen Pollen gewis­ser­maßen einen Winter­speck angefressen und auch genügend Honig aufge­nommen. Die Hummeln gehören aufgrund ihres pelzigen Äußeren und dadurch sehr guter Isolierung, im Frühjahr zu den sehr frühen und wichtigen Bestäubern von Blüten. Sie sind schon bei relativ niedrigen Tempe­ra­turen um die 6 ° Celsius unterwegs. Sie sind gut gegen die Kälte geschützt und können sogar bei schlechtem Wetter fliegen.

Suche eines Nistplatzes

Je nach Hummelart, nisten die Hummeln unter­ir­disch, etwa in verlas­senen Mäuseh­öhlen, oder auch oberir­disch, wie zum Beispiel in verlas­senen Baumhöhlen. Im zeitigen Frühjahr können wir die ersten aus der Winterruhe erwachten Hummel­kö­ni­ginnen dabei beobachten, wie sie in Bodennähe umher­fliegen, um nach Eingängen zu verlas­senen Mäuseh­öhlen zu suchen. Die Hummel­kö­ni­ginnen achten darauf, dass sich der neue Nistplatz in der Nähe von Futter­pflanzen und Bäumen befindet, um Nektar und Pollen zu sammeln.

Ins gemachte Nest gesetzt

Hat die Hummel­kö­nigin ein verlas­senes Mäusenest oder ähnliches gefunden, beginnt sie damit, sich einzu­richten. Die Mäuseh­öhlen sind von den Mäusen bereits schon mit weichem Material wie Gräsern oder ähnlichem bestens ausge­stattet worden. In dieser weichen trockenen Nestmulde beginnt die Hummel­kö­nigin damit, ihr eigenes Nest anzulegen. Sie baut aus selbst produ­ziertem Wachs, einige Brutzellen, um darin ihre Eier zu legen. Ebenfalls aus Wachs werden einige größere Zellen fertig­ge­stellt. Diese sehen wie kleine Gefäße aus und dienen dazu, einen kleinen Vorrat von Honig zu speichern, den die Hummel­kö­nigin währen des Brütens benötigt.

Vorarbeit für das nächste Jahr

Wenn nach circa drei Wochen die ersten Nachkommen schlüpfen, hat die Hummel­kö­nigin endlich Unter­stützung beim Aufbauen der Kolonie. Im Sommer oder Spätsommer lösen sich die Kolonien aber wieder auf, sobald die neuen Königinnen für das nächste Jahr geschlüpft sind. Die neuen Königinnen werden noch im alten Jahr von den Drohnen begattet. So ist für eine nächste Hummel­ge­neration im neuen Jahr gesorgt. Im Sommer kann man häufig viele tote Hummeln unter Linden­bäumen finden. Dazu gibt es die abenteu­er­lichsten Erklä­rungen. Beim NABU habe ich eine gute Zusam­men­fassung dazu für euch gefunden.

Friedlich aber wehrhaft

Die Hummeln sind als fried­liche Gesellen bekannt und nicht nur bei den Kolle­ginnen aus dem Marketing beliebt. Aller­dings können sie sich auch gut wehren, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Wenn eine Hummel sich belästigt fühlt und ein Hinterbein hebt, handelt es sich um eine eindeutige Auffor­derung zum Verschwinden. Ebenfalls zur Warnung ertönt manchmal ein erstaunlich lautes Brummen, um den Angreifer einzu­schüchtern und abzuschrecken. Wenn all das nicht nützt, sind Hummeln auch bereit, ihren Stachel zur Vertei­digung einzu­setzen.

So, das war es mit unserem Bienenblog! Ich wünsche Euch alles Gute und allen Imkern da draußen: Gutes Gelingen!

Mit imker­lichen Grüßen

Euer Martin Kemmerich

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