Solingen Wald: Walder Kirche

Ein Tag in Solingen Wald

Steffen Wintgen

Unser Autor:

Solingen Wald ist für die gesamte Familie einen Ausflug wert: ob eine Reise durch die Walder Geschichte, eigene sport­liche Betätigung auf dem Fahrrad oder beim Zuschauen verschie­dener Sport­er­eig­nisse auf der Jahnkampfbahn.

Die Geschichte von Wald

Die aufzeich­nende Geschichte des Stadtteil Solingen Wald beginnt 1019 mit einem Ort namens „Villa Walda“. Der Name zeigt an: Der Hof lag im Wald und nicht im Forst. So durfte gerodet werden, ohne vorher den König um Erlaubnis zu bitten. Der auf einem Höhen­rücken zwischen dem Ittertal und Lochbachtal gelegene Ort besaß eine kleine Saalkirche, auf deren Platz seit dem 12. Jahrhundert eine einschiffige Langhaus­kirche stand, in die die Turmhalle einge­zogen war. Der dreige­schossige Turm besteht bis heute und ist damit das älteste Bauwerk Solingens. Im 18. Jahrhundert erhielt er eine achtseitige Schie­fer­haube mit hochauf­ra­gender Spitze, auf der Kreuz und Turmhahn angebracht sind. Da die Kirche baufällig war, wurde sie 1818 abgerissen und bis 1824 neu erbaut – die heutige Walder Kirche entstand.

Wirtschaftlich geprägt wurde Wald von der Fertigung von Klingen: Die Messer­her­stellung in Wald übertraf damals die Solingens. Durch die indus­trielle Revolution wurde die Bevöl­ke­rungs­dichte immer höher und die Höfe und Hofschaften wuchsen zusammen. Das Stadt­recht erhielt Wald im Jahre 1856 und 1890 erhielt die Stadt das Walder Stadt­wappen.

Wirtschaft­lichen Aufschwung erlebte die Stadt Wald unter anderem durch die Erfindung des zusam­men­faltbaren Schirms „Kobold“, der später den Weltmarkt eroberte und der 1887 gebauten Eisen­bahn­strecke, die Wald und Vohwinkel und 1890 nach Weiter­führung der Bahn dann auch Solingen verband – so trat Wald aus seiner Isolierung heraus.

Die sogenannte Korken­zie­herbahn erhielt ihren Namen aufgrund ihrer kurven­reichen Strecke und existiert heute noch. Sie wurde 2004 bis 2007 zur Korken­zie­her­trasse umgebaut und ist seitdem eine beliebte Fahrrad­strecke. Vom Solinger Südpark aus kann durch die Anbindung an die Nordbahn­trasse die Strecke bis hin nach Wuppertal befahren werden.

Zu einem Stadtteil von Solingen wurde Wald 1929 und ist seitdem der flächen­mäßig kleinste Stadt­bezirk. Somit war Wald kein politi­sches Gemein­wesen mehr, das Gemein­schafts­gefühl des „Wauler Dorp“, wie der Begriff der Stadt tief in der Geschichte verankert ist, bleibt jedoch. Bis heute zieren Wald unzählige Jahrhun­derte alte bergische Fachwerk­häuser.

Luftbild vom Walder Bahnhof an der Gleisstrecke der heutigen Korkenziehertrasse (1926)
Luftbild vom Walder Bahnhof an der Gleis­strecke der heutigen Korken­zie­her­trasse (1926)

Die Walder Kirche

Die früheste Aufzeichnung einer im Holzbau errich­teten Kirche stellt eine auf den 3. Mai 1019 datierte Urkunde der Erzbi­schofs Heribert von Köln da. Die Deutzer Abtei ließ um 1150 an dieser Stelle eine steinerne romanische Basilika errichten, von der heute nur noch der Turm erhalten ist. Die Umriss­zeichnung eines Solingers Landver­messers aus dem Jahr 1769 bietet Hinweise auf die Gestalt des damaligen Baus. 1804 stürzten Teile des Gewölbes ein, woraufhin die roman­tische Kirche 1816 abgerissen wurde. Am 18. August 1818 wurde der Grund­stein für die neue Kirche gelegt. Diese konnte trotz Kompli­ka­tionen aufgrund eines erneuten Einsturzes 1825 fertig­ge­stellt werden. Damit war die Kirche der erste Kirchenbau im Rheinland nach der napoleo­ni­schen Zeit. Im Rahmen des Neubaus wurde der baufällige Turm saniert. 1830 verei­nigte sich die luthe­rische und die refor­mierte Gemeinde zur „Union der evange­li­schen Kirchen­ge­meinde Wald“.

Im Laufe der Zeit wurde die Kirche immer wieder durch verschiedene Moder­ni­sie­rungen verändert. Der Kanzel­altar, die Kasset­ten­decke und die Buntglas­fenster wurden entfernt. In den 1990er Jahren wurde das Schie­ferdach erneuert und die Außen­fassade komplett saniert. 2001 wurde der gesamte Außenputz erneuert, 2004 der Anstrich und 2005 wurde der Taufstein in die Mitte der Kirche verlegt. Die evange­lische Kirche Wald ist mit ihrem histo­risch bedeu­tenden Turm ein Wahrzeichen des Stadtteil Solingen Wald und immer einen Besuch wert.

Die Jahnkampfbahn

Der Bau des nach dem deutschen Pädagogen und Politikers benannte Stadion wurde am 11. Mai 1920 beschlossen und auf dem damals noch sumpfigen und als Müllkippe genutzten Gebiet errichtet. Nach 200.000 Arbeits­tagen wurde das „Wauler-Stadion“ 1928 einge­weiht. Für den Stadtteil Wald war dies ein großes gesell­schaft­liches Ereignis, wofür der ganze Stadtteil mit Fahnen geschmückt wurde. Rund 8.000 Zuschauer sind zu diesem Großereignis ins Stadion gekommen.

In den 1980er und 1990er drohte die Jahnkampfbahn der Verfall, der aber durch die Gründung eines Förder­kreises gestoppt werden konnte. 1994 wurde das Stadion unter Denkmal­schutz gestellt. 1996 begann die Sanierung, die den Solingern eine ausge­zeichnete Sport­stätte ermög­lichte.

Daneben bietet die Jahnkampfbahn alljährlich beim Sankt-Martin-Zug der Solinger Grund­schulen einen wunder­vollen Abschluss. Der Förder­kreis Jahnkampfbahn erhielt 2013 für sein jahre­langes ehren­amt­liches Engagement den Deutschen Preis für Denkmal­schutz.

2018 fand erstmalig das von uns ausge­richtete Open-Air-Kino statt. Auch dieses Jahr veran­stalten wir das Stadt­werke-Sommerkino, das am 22. August mit „Bohemian Rhapsody“ beginnt, am 23. August „A Star ist born“ und „Friedhof der Kuschel­tiere“ präsen­tiert und am 24. August mit „Avengers: Endgame“ endet.

Jahnkampfbahn, Solingen Paladins gegen Berlin-Adler im Juni 2018
Jahnkampfbahn, Solingen Paladins gegen Berlin-Adler im Juni 2018
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