Eure Fragen zum Solinger Trink­wasser

Michael Esser

Unser Autor:

Das Trink­wasser ist eines der bestun­ter­suchten Lebens­mittel. Dennoch sind wir darauf angewiesen, dass sich Verbraucher bei uns melden, falls doch einmal etwas nicht so ist wie gewohnt. Deshalb freue ich mich über Anrufe bei uns im Trink­was­ser­labor.

Das Ziel: rundum zufriedene Verbraucher

Denn nur so können wir Missstände abstellen, Missver­ständ­nisse ausräumen und den Kunden des Eigen­be­triebs Wasser­ver­sorgung Solingen (EBW) das Vertrauen in eine einwand­freie Trink­was­ser­qua­lität zurück­geben. Oftmals löst sich die Unsicherheit der Anrufer nach einem erklä­renden Telefonat gleich wieder auf. Manchmal zieht eine solche Anfrage aber zusätz­liche Maßnahmen nach sich, wie eine Vor-Ort-Inspektion, eine chemische oder mikro­bio­lo­gische Trink­was­ser­un­ter­su­chung oder eine Rohrspülung.

Mein Ziel dabei ist es, den Verbraucher rundum zufrieden zu stellen. Und ich habe in den Gesprächen schon einiges an positivem Feedback zu den Stadt­werken und dem Solinger Trink­wasser erhalten. Dafür leisten die Kolle­ginnen und Kollegen unseres akkre­di­tierten Trinwas­ser­labors und die Männer von der Rohrnetz­wartung der SWS Netze um Thomas Schaaf und Thorsten Kunert jederzeit vollen Einsatz.

Die Profis von der Rohrnetz­wartung

Die Kollegen von der Rohrnetz­wartung sind alle akkre­di­tierte Probe­nehmer. Auf ihren Einsatz­fahr­zeugen führen sie alle notwen­digen Mittel und Pläne mit, um sehr kurzfristig eine Rohrspülung vorzu­nehmen und problem­ori­en­tierte Bepro­bungen durch­zu­führen. Sie sind dafür ausge­bildet, sich vor Ort ein Bild von der technisch korrekten Ausführung der Hausan­schluss­leitung und der kunden­ei­genen Hausin­stal­lation zu machen. Sollten besonders schwierige Bepro­bungen nötig sein, rücken zusätzlich die Kolle­ginnen und Kollegen des Labors aus. Und in ganz beson­deren Fällen fahre ich als Labor­leiter sogar mit einem der Rohrnetz­meister gemeinsam zum Verbraucher. Zum Glück ist das aber wegen des sehr sicheren Trink­was­ser­ver­sor­gungs­systems in Solingen selten nötig.

Ich habe euch mal typische Fragen und Antworten zum Thema Wasser­qua­lität zusam­men­ge­stellt:

Das Wasser ist milchig trüb

Im Wasser ist Luft gelöst, welche feinperlig aus dem Wasser austritt sobald der Druck auf das Wasser nachlässt. Dies erzeugt eine vorüber­ge­hende Trübung. In ein Wasserglas abgefüllt sieht man die Trübung innerhalb einiger Sekunden von unten nach oben verschwinden. Dieser Effekt tritt meist nach Rohrnetz­ar­beiten auf, bei denen Luft in den Rohren kompri­miert wird. Oder wenn das im Winter sehr kühle Wasser besonders viel Luft lösen kann: Sobald das Wasser erwärmt wird, gibt es die Luft gasförmig ab. Der beobachtete Effekt ist rein physi­ka­lisch – das Trink­wasser ist dabei hygie­nisch absolut einwandfrei.

Das Wasser riecht chemisch

Unser Trink­wasser gewinnen wir aus Oberflä­chen­wasser. Solches muss nach der Trink­was­ser­ver­ordnung desin­fi­ziert werden. Das gewähr­leisten wir im Solinger Trink­wasser mittels Chlor­dioxid. Dabei achten wir darauf, immer die niedrigste erlaubte Konzen­tration zu dosieren. Da das Solinger Trink­wasser absolut klar und rein ist, kann das Chlor­dioxid (besonders im kalten Wasser) auf dem Weg zum Verbraucher nicht komplett ausre­agieren. Ganz feine Nasen können deshalb vor allem im Winter das beim Duschen aus dem Trink­wasser austre­tende Chlor­dioxid riechen. Dieser Effekt ist leider nicht vermeidbar, da die Desin­fektion gesetzlich vorge­schrieben ist – das Trink­wasser ist dabei hygie­nisch absolut einwandfrei.

Das Wasser riecht oder schmeckt seltsam

Ein solcher Effekt kann vorkommen, wenn eine Hausin­stal­la­ti­ons­leitung aufgrund von Stagnation mikro­bio­lo­gisch oder chemisch, meist durch Metall­ge­schmack, verun­reinigt ist. Wenn ich eine solche Anfrage erhalte, führen wir zumeist eine Trink­was­ser­un­ter­su­chung am Wasser­zähler durch. Damit können wir belegen, dass das vom EBW gelie­ferte Trink­wasser einwandfrei ist. Das Problem liegt dann in der Hausin­stal­lation. Hier können wir eine technische und hygie­nische Unter­su­chung im Auftrag des Eigen­tümers durch­führen.

Das Wasser ist rostig

Durch Stagnation in Endsträngen kann es zu Rostwas­ser­bildung kommen. Das Rohrnetz muss zur Lösch­was­ser­be­reit­stellung auch in den entfernt gelegenen Abnah­me­stellen noch ausrei­chend groß dimen­sio­niert sein. Da die Verbraucher dort aber oftmals nur eine geringe Menge Trink­wasser abnehmen, kann es zu Ablage­rungen von Rost kommen, der von den Rohren abgegeben wird. Zu solchen Stellen fahren die Kollegen der Rohrnetz­wartung regel­mäßig hin und spülen das Netz über Hydranten sauber. Gibt es konkrete Anfragen, dann spülen die Kollegen zusätzlich zum des normalen Turnus. In einem über mehrere Jahre laufenden Projekt haben wir vor solchen Spülungen in den anlie­genden Haushalten mikro­bio­lo­gische und chemische Proben entnommen. Damit konnten wir zeigen, dass die Trink­was­ser­qua­lität in den vorge­geben Spülin­ter­vallen immer einwandfrei war. Rostwasser ist ein rein technisch-ästhe­ti­sches Problem, kein hygie­ni­sches. Durch entspre­chende Wartung beugt die Rohrnetz­wartung der Rostwas­ser­bildung vor. Sollte durch einen Feuerwehr-Einsatz oder durch Fließ­rich­tungs­umkehr im vermaschten Trink­was­sernetz einmal eine rostige Trübung vorkommen, besei­tigen die Kollegen das, indem sie die entspre­chenden Rohre spülen.

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