Mann im verschwitztem Hemd liegt auf Boden

Fünf erstaun­liche Dinge, die Ihr noch nicht über Strom wusstet

Kerstin Griese

Unser Autor:

1. Strom aus Schweiß

Schweiß kann noch mehr, als nur den Körper kühlen. Forscher aus den USA haben ein Tattoo entwi­ckelt, das Strom aus Schweiß erzeugen kann. Dazu trugen sie ein Enzym auf einer Klebe­folie auf. Das Enzym nahm die Elektronen aus Laktat auf, einem im Schweiß in geringen Konzen­tra­tionen gelösten Milch­säu­resalz. Auf diese Weise wurde ein geringer Strom­fluss generiert. Da Laktat für die Energie­ge­winnung des Körpers wichtig ist und vor allem beim Sport entsteht, testeten die Forscher ihre Tattoos am Oberarm von Versuchs­per­sonen, während diese 30 Minuten auf Fahrrädern treten mussten. Besonders bei untrai­nierten Personen stieg dabei die Laktat­kon­zen­tration im Schweiß stark an, so dass diese mehr elektrische Spannung erzeugen konnten als trainierte Personen. Fazit: Die Menge des aus den Tattoos in Münzgröße gewon­nenen Stroms ist derzeit noch relativ gering. Mit größeren Tattoos könnte aber schon bald eine Steigerung erreicht werden. Das Ziel der Forscher: Genug Strom aus Schweiß, um damit ein Smart­phone laden zu können.

2. Google & Co.: Enorme Energie­mengen für Inter­net­dienste

900 bis 1.000 Terra­watt­stunden Strom – diese unfassbar hohe Strom­menge verbraucht das weltweite Internet pro Jahr. Rund vier Milli­arden Menschen sind inzwi­schen online und nehmen rund um die Uhr die Dienste von Google, Facebook oder Amazon in Anspruch. Deren Rechen­zentrum laufen Non-Stop unter Volllast – mit einem entspre­chend hohen Energie­bedarf. Die Geschäfts­mo­delle der großen Tech-Unter­nehmen beruhen immer stärken auf ihren sogenannten Cloud-Diensten. Dabei werden die Daten nicht mehr auf dem eigenen Smart­phone oder Computer gespei­chert, sondern liegen auf globalen Servern. Dazu betreiben die Unter­nehmen riesige Rechen­zentren, die entspre­chend viel Energie benötigen. So ist den wenigsten Menschen bewusst, dass sie mit ihren monat­lichen Google-Suchan­fragen zum Beispiel auch eine 60-Watt-Glühlampe für drei Monate mit Strom versorgen könnten. Eine Studie der „Wirtschafts­woche“ zufolge gehen allein bei Google 3,8 Millionen Suchan­fragen pro Minute ein – Tendenz steigend.

3. Strom von Fischen

Zitteraale und Zitter­rochen besitzen einen zusätz­lichen Elektrosinn. Damit können sie elektrische Spannung erzeugen, um ihre Beute oder Fress­feinde zu betäuben oder zu töten. Abgewan­delte Muskel­zellen, sogenannte Elektro­zythen, liegen bei diesen Fischen direkt unter der Haut. Mit ihnen können sie ein elektri­sches Feld rund um ihren Körper bilden, dessen Spannung aller­dings bei den meisten Fischen nur wenige Volt hoch ist. Der südame­ri­ka­nische Zitteraal kann dagegen sogar Menschen gefährlich werden: Mit bis zu 6.000 Elektro­zythen kann der rund 2,50 Meter lange Aal bis zu 600 Volt erzeugen – eine normale Haushalts­steckdose hat im Vergleich gerade einmal 230 Volt.

4. Apple: 100 % Strom aus Erneu­er­baren Energien

Apple hat die Energie­wende vollzogen und damit die Vision des verstor­benen Firmen­gründers Steve Jobs wahrge­macht: Alle Büros, Rechen­zentren, Einkaufs­läden und eigene Fabriken des Unter­nehmens weltweit werden inzwi­schen komplett mit Erneu­er­baren Energien betrieben. Zuletzt wurde das neue Apple-Haupt­quartier in Cupertino mit sauberer Energie in Betrieb genommen. Es wird unter anderem mit einer 17-Megawatt-Solar­anlage auf dem Dach und Biogas-Brenn­stoff­zellen versorgt. Die Produktion von Smart­phones und entspre­chender Zubehör­teile ist aller­dings noch nicht so „grün“. Hier ist das Unter­nehmen auf Zulie­fer­be­triebe angewiesen. Nach Apple-Angaben haben sich aber schon einige Produk­ti­ons­partner verpflichtet, ihre Produktion für den Konzern zukünftig mit 100 Prozent regene­ra­tiver Energie zu betreiben.

5. Warum verbrauchen die Isländer so viel Strom?

Wusstest du, dass jeder Isländer pro Jahr so viel Strom verbraucht wie 15 deutsche Haushalte? Weltweit ist China das Land mit dem größten Strom­ver­brauch. Im Verhältnis zur hohen Zahl seiner Einwohner ist das nicht sehr verwun­derlich. Aber laut der Statistik des CIA-Factbooks, in der jährlich erfasst wird, wie hoch die verbrauchte Strom­menge eines Landes ist, sind erstaun­li­cher­weise die Isländer weltweit Spitzen­reiter im pro-Kopf-Strom­ver­brauch. Im Vergleich zum zweit­plat­zierten Land Norwegen verbraucht jeder Isländer doppelt so viel Strom. Für den hohen Strom­ver­brauch gibt es unter­schied­liche Erklä­rungen. Einer­seits wird die islän­dische Großin­dustrie, zu der auch viele Alumi­ni­um­hütten gehören, verant­wortlich gemacht. Aber auch die vielen islän­di­schen Online-Daten­center sollen eine Rolle spielen. Übrigens: Der islän­dische Strom wird vollständig aus regene­ra­tiven Quellen wie Wasser­kraft und Geothermie erzeugt.

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