Lisa Nohl mit Fußball

Fußball als Hobby

Lisa Nohl

Unser Autor:

Lisa Nohl - Fortuna Wuppertal

Das Spiel dauert 90 Minuten und das Runde muss ins Eckige

Ich war schon immer total fußball­be­kloppt. Ich könnte das jetzt galant umschreiben, aber machen wir uns nichts vor: wenn ich einen Ball vor die Flinte bekomme, setzt es bei mir aus. Und wer mich kennt, weiß, dass das vermutlich auch noch die Unter­treibung des Jahres ist.

Schon im Kinder­garten habe ich mich schnell von Kletter­gerüst und Sandkasten verab­schiedet, weil ich das runde Leder da schon zunehmend inter­es­santer fand. Und dann fing es ganz klassisch und harmlos an, als Papa die Kleine zum ersten Mal nach Dortmund mit ins Stadion nahm. An dieser Stelle muss es raus: Ja, ich bin eine wasch­echte, stolze, schwarz-gelbe Zecke, es gibt nur eine Borussia und für mich wird es auch für immer das Westfa­len­stadion bleiben. So. #echte­liebe

Da war’s also passiert, der Grund­stein für eine bis heute andau­ernde Leiden­schaft war gelegt. Mein erstes Fußball-Trikot stammt übrigens auch aus der Zeit, geziert vom Held meiner Jugend: Jürgen Kohler, Fußballgott. Das waren noch Zeiten…

Die Freizeit war für Fußball verplant

In der Grund­schule brachte ich dann meine Mutter regel­mäßig zur Verzweiflung, weil die gerade neu gekauften Schuhe schon am ersten Tag aussahen, wie Sau. Klar, beim Kicken in jeder Pause nimmt man eher weniger Rücksicht auf die Klamotten. Da war auch schon mal ein Loch in der Hose oder ein Riss im Shirt. Naja, ein bisschen Schwund ist eben immer. So richtig stinkig war sie dann aber, als ich stolz wie Oskar mal mit Bildern eines profes­sio­nellen Fotografen nach Hause kam. Der Termin war angekündigt und es sollte Bilder für das Jahrbuch geben. Alle waren schön rausge­putzt, hatten ordent­liche Sachen an und die Haare gemacht – Ich hatte dagegen meine BVB-Kappe auf und stolz das Trikot an. Fand sie nicht so toll.

Nach den Hausauf­gaben gab es meistens ebenfalls nur ein Ziel: den örtlichen Bolzplatz. Damals noch schön mit Kies und simplen Metall­toren. Ich muss wohl nicht erwähnen, wie ich danach ausge­sehen habe. Ich glaube, meine Mutter hat sich diesbe­züglich irgendwann in ihr Schicksal ergeben.

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Fortuna Wuppertal – Echte Liebe 2.0

Obwohl ich meine Leiden­schaft für den Sport wirklich schon früh entdeckt habe, bin ich erst spät zum Vereins­fußball gekommen. Ich war schon fast 16 und meine Familie dachte, das werde dann jetzt wohl „so eine Phase“. Sie hätten es besser wissen müssen, bis heute spiele ich im Verein Fortuna Wuppertal mit dem gleichen Herzblut und möchte keine Minute missen. Nächstes Jahr habe ich 15-jähriges Jubiläum und es ist definitiv noch kein Ende in Sicht, ganz im Gegenteil. Wir stecken jetzt schon in der Planung für eine Ü30-Damen, wenn es mal soweit ist. Sicher ist sicher… Sechs Spiele­rinnen bekämen wir da jetzt schon zusammen, weil wir uns nämlich alle nicht vom Fußball trennen können. Trotz teilweise Eltern­pause oder knirschenden Knochen. Das ist übrigens wirklich bitter im Lauf der Zeit: die Regene­ration dauert plötzlich so unfassbar viel länger! Wo ich vor ein paar Jahren auch nach 180 Minuten noch fit war, wie ein Turnschuh (da habe ich nach meinem eigenen Spiel noch bei unserer ersten Mannschaft ausge­holfen), brauche ich heute auch den Montag noch, um einiger­maßen wieder in Schwung zu kommen. Nach nur 90 Minuten. Was mich dennoch nicht aufhält, warum auch. Geht frau halt langsamer 🙂

Messi oder Anti-Fußballer?

Ich würde ja gerne behaupten, dass ich der weibliche Messi bin. Da müsste ich aber selbst schon schallend loslachen. Ich hab auf dem Platz echt Übersicht und ein paar Knaller-Ideen, leider fehlt mir manchmal die Technik, die Bälle dann auch entspre­chend zu verteilen. Ich spiele am liebsten im rechten Mittelfeld, alter­nativ ist auch die Abwehr eine Option. Bei uns ist das eh nicht immer ein Wunsch­konzert, da spielt man eben da, wo der Trainer einen hinstellt. That’s life. Torge­fährlich bin ich, wenn, eher mit dem Kopf. Dafür hänge ich mich mit allem in die Spiele, was geht und bin eine echte Kämpfer­natur im positiven Sinne. Die gelben Karten meiner Karriere kann ich an einer Hand abzählen, rot war sogar noch nie dabei. Wobei mich da manchmal vielleicht auch nur eine Auswechslung vor gerettet haben könnte, wer weiß das schon so genau…

Nach der Saison ist vor der WM

Also, dass ich für den Sport brenne, sollte mit diesem Beitrag deutlich geworden sein. Und ich denke, dass es da niemanden überrascht, wenn ich an dieser Stelle auch ein paar weitere Beiträge zur Weltmeis­ter­schaft folgen lasse. Wo viele andere Frauen den Klassiker „Ich inter­es­siere mich ja überhaupt nicht für Fußball, aber WM geht“ bringen, kann ich es jetzt schon kaum noch erwarten und freue mich, dass die sonst so endlos erschei­nende Sommer­pause dieses Mal von der Weltmeis­ter­schaft „überbrückt“ wird.

In Kürze geht’s hier also um den Fußball-WM-Auftakt mit all seinen Emotionen und Erwar­tungen.

Bis dahin,

eure Lisa

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