Solarenergie

Die fünf größten Irrtümer zur Solar­energie

Stefan Stüllein

Unser Autor:

Solar­energie lohnt sich nicht, weil in Deutschland die Sonne zu wenig scheint? Über das Energie­po­tenzial der Sonne sind viele Fehlin­for­ma­tionen und Gerüchte im Umlauf – dabei ist Solar­energie viel sinnvoller, als manche glauben.

Irrtum 1: Mit Solar­energie kann man ausschließlich Strom produ­zieren

Wer meint, mit Solar­an­lagen lässt sich lediglich Strom produ­zieren, der irrt. Mit Sonnen­en­ergie kannst du nicht nur umwelt­schonend und kosten­günstig Strom erzeugen, sondern auch Wärme für Heizung und Trink­wasser. Dazu benötigst du eine Solar­thermie-Anlage (auch Sonnen­kol­lektor-Anlage genannt). Sie wandelt Sonnen­en­ergie in Wärme um. Diese kann zum Beispiel für die Bereitung von warmem (Trink-) Wasser, zum Heizen von Räumen oder auch Schwimm­becken genutzt werden. Schon heute kann in Solingen während der Sommerzeit mit Solar­thermie nahezu der gesamte Warmwas­ser­bedarf und in der Heizpe­riode zusätzlich ein Teil der Raumheiz­energie gedeckt werden.

Irrtum 2: Für Solar­an­lagen gibt es keine finan­zielle Förderung mehr

Für Photo­voltaik- und Strom­speicher gibt es nach wie vor viele Förder- und Finan­zie­rungs­mög­lich­keiten. So werden unter anderem klassische Zinszah­lungs­dar­lehen von verschie­denen Banken und der KfW (Kredit­an­stalt für Wieder­aufbau) angeboten sowie ein Sofort­baugeld mit anschlie­ßendem Bauvertrag von einigen Bauspar­kassen. Grund­sätzlich gilt: Immer mehrere Angebote von Banken und Bauspar­kassen einholen und deren Kondi­tionen ganz genau prüfen, damit die Anlage möglichst kosten­günstig abbezahlt werden kann. Möchtest du die Inves­ti­ti­ons­kosten für deine Solar­thermie-Anlage in einem bestehenden Altbau senken, dann unter­stützen wir dich mit unserem Förder­pro­gramm „Klingen Plus“ .

Irrtum 3: Keine Hilfe bei Dachstuhl-Bränden

Das Gerücht, dass bei brennenden Dächern, auf denen eine Solar-Anlage instal­liert ist, die Feuerwehr nicht löscht, stimmt nicht! Richtig ist lediglich, dass es für die Feuerwehr anspruchs­voller ist, einen solchen Brand zu löschen. Denn die Anlage steht so lange unter Spannung, wie die Sonne scheint – also auch beim Löschen. Eine Studie des TÜVs, auf die ich in diesem Zusam­menhang schon in einem anderen Blogar­tikel einge­gangen bin, empfiehlt, den üblichen Sicher­heits­ab­stand von einem Meter einzu­halten. So ist es auch bei anderen unter Spannung stehenden elektri­schen Anlagen üblich. Außerdem löscht die Feuerwehr bei solchen Dachstuhl-Bränden ausschließlich von außen, weil durch die erhöhte Dachlast die Gefahr etwas größer ist, dass das Dach einstürzen könnte. Wer eine Solar-Anlage auf dem Dach hat und die Feuerwehr bei der – hoffentlich niemals nötigen Arbeit – unter­stützen will, achtet darauf, dass die Leitungen von Solar-Anlagen möglichst außerhalb des Gebäudes oder in brand­ge­schützen Kabel­ka­nälen verlaufen und so risiko­mi­ni­mierend wirken. Eine gute Schutz­maß­nahme für die Feuerwehr ist außerdem eine gut sichtbare Kennzeichnung im Eingangs­be­reich des Gebäudes oder im Hausan­schluss­be­reich.

Irrtum 4: Solar­an­lagen sind wegen der sinkenden Einspei­se­ver­gütung nicht rentabel

Die Einspei­se­ver­gütung für Photo­voltaik-Anlagen ist im Erneu­er­baren Energien Gesetz (EEG) geregelt und ist eine Form der finan­zi­ellen Förderung. Wird der selbst erzeugte Solar­strom ins Netz einge­speist, erhält der Anlagen­be­treiber je nach Leistung der eigenen PV-Anlage 20 Jahre lang einen festen Vergü­tungssatz für jede Kilowatt­stunde Strom. In der Tat sind die Vergü­tungs­sätze in den letzten Jahren konti­nu­ierlich gesunken. Umso mehr ist jedoch der Eigen­ver­brauch zu einer indirekten Einnah­me­quelle abseits der Solar­för­derung geworden, auch wenn es für selbst verbrauchten Strom keine Einspei­se­ver­gütung mehr gibt. Denn mit selbst-erzeugtem Strom kann ich meinen Strom­bezug (derzeit rund 26 Cent pro Kilowatt­stunde) reduzieren. So lässt sich Monat für Monat Geld bei der Strom­rechnung einsparen. Wenn du genaue Zahlen und Infor­ma­tionen benötigst, findest du unter dem Stichwort „Hausge­macht“ kompe­tente Ansprech­partner rund um die Instal­lation und die Finan­zierung einer PV-Anlage.

Irrtum 5: Solar­thermie eignet sich nicht zum Heizen im Winter

An sonnigen Winter­tagen erzeugen Solar­thermie-Anlagen sogar bei frostigen Außen­tem­pe­ra­turen ausrei­chend Wärme. In Verbindung mit einer sinnvollen Heizungs­anlage und Wärme­spei­chern senkt eine Solar­thermie-Anlage auch im Winter die Heizkosten. Im Sommer und in der Übergangszeit ist in der Regel zusätz­liches Heizen überflüssig und es steht ausrei­chend warmes Wasser zur Verfügung. Deshalb sind Solar­thermie-Anlagen über das Jahr gerechnet in jedem Fall eine lohnende Anlage.

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