Familie- bim Backen am Herd

Die Qual der Wahl: Kochen und Backen mit Strom oder Erdgas

Andreas Hugo

Unser Autor:

Zur Adventszeit gehört der Duft von Plätzchen und anderen Köstlich­keiten. Betrachtet man das Thema „Kochen und Backen“ von der energe­ti­schen Seite, stellt sich die Frage nach Strom oder Erdgas.

Kochen – eine Frage des Gefühls

Strom und Erdgas – diese Energie­quellen werden heute zum Kochen und Backen am meisten genutzt. Ob du eher einen modernen Induk­tions- oder Erdgasherd wählen solltest, hängt von verschie­denen Umständen ab. Ob Erdgas oder Elektroherd – das ist oft weniger eine Frage der Technik als vielmehr eine des Gefühls. „Bei mir kommt nur Erdgas unter Pfannen, Töpfe und die Kasse­rolle“ – das erklärten fast alle Profi- und Hobby­köche lange Zeit unisono. Denn die Vor- und Nachteile des Kochens mit den verschie­denen Energie­trägern lagen klar auf der Hand: Gasherde erreichen sekun­den­schnell die volle Leistung und sind genauso schnell wieder herun­ter­ge­regelt. Kochmuffel und weniger ambitio­nierte Köche und Köchinnen schätzten dagegen den Elektroherd, weil Strom immer verfügbar und er einfach zu handhaben war. Doch durch die relativ neue Technik des strom­ba­sierten Induk­ti­ons­ko­chens ist Bewegung in den Markt gekommen. Profis und Kochan­fänger haben heute dank Strom und Gas die Qual der Wahl.

Induktion

Erhitzen durch elektro­ma­gne­tische Felder

Herde mit Induk­ti­ons­koch­feldern, der modernste Entwick­lungs­standard der derzeit erhält­lichen Elektro­koch­felder, rangieren heute weit oben auf der Beliebt­heits­skala. Elektro­koch­felder mit Induktion besitzen ebenso wie Kochfelder mit Wärme­strahlung eine Glaske­ramik-Oberfläche. Beim Induk­ti­ons­kochfeld ist unterhalb der Glaske­ra­mik­scheibe aber kein Strah­lungs­heiz­körper zur Beheizung der Kochzonen positio­niert, sondern sogenannte Induk­ti­ons­spulen. Sie senden beim Einschalten magne­tische Wechsel­felder aus und arbeiten sparsamer als gängige Kochfelder mit Strah­lungs­technik. Befindet sich geeig­netes Kochge­schirr auf der Induk­ti­onszone, wirken die Felder auf den eisernen Topf- oder Pfannen­boden, der sich darauf in sehr kurzer Zeit erhitzt.

Die Glaske­ra­mik­koch­felder, die mit Infra­rot­strahlung auf den Topf- oder Pfannen­boden zielen und diesen so erhitzen, sind eine indirekte Wärme­quelle. Mithilfe der induk­tiven Topfer­kennung stellen Sensoren unterhalb der Glaske­ramik fest, ob sich metal­li­sches Kochge­schirr auf dem Kochfeld befindet. Durch das Einschalten der Induk­ti­ons­koch­stelle entsteht dann ein elektro­ma­gne­ti­sches Wechselfeld, das sich bei Kontakt mit einem magne­ti­schen Topf verändert. Die Sensoren „erkennen“ also, dass sich Kochge­schirr auf der Heizstelle befindet, und leiten die Beheizung ein. Diese endet sofort, wenn Töpfe und Pfannen wieder von der Heizstelle entfernt werden.

Noch mehr Flexi­bi­lität beim Kochen bieten Kochfelder mit Flächen­in­duktion. Über die Funktion Topfgrö­ßen­er­kennung bzw. Topf-Positions-Erkennung werden je nach Topfgröße die Induk­toren aktiviert und automa­tisch die passenden Kochzonen zusam­men­ge­schaltet. Ein weiterer Trend sind intel­li­gente Induk­ti­ons­koch­felder mit Vollflä­chen­in­duktion. Hier kann das Kochge­schirr frei und unabhängig von festen Kochzonen auf der Glaske­ramik platziert werden. Das Kochfeld erkennt selbst­ständig, wo Töpfe oder Bratpfannen platziert wurden.

Schnelle Ankochzeit, einfache Reinigung, aber noch höhere Anschaf­fungs­kosten

Die Vorteile beim Induk­ti­onsherd sind eindeutig: Es wird dank der magne­ti­schen Nutzung nur dort Wärme erzeugt, wo man diese auch benötigt. Die Herdplatten selbst werden nicht heiß. Die Kochfelder können aufgrund der verwen­deten Glaske­ramik einfach gereinigt werden. Ein weiterer Vorteil liegt in der schnellen Ankochzeit, die der eines Erdgas­herds kaum nachsteht.

Es gibt aber auch Nachteile, denn nicht jeder Topf passt auf ein Induk­ti­onsfeld. Die Grund­vor­aus­setzung ist, dass ein Topf magne­tisch ist – so musst du bei einer Herd-Neuan­schaffung meist auch einige neue Töpfe kaufen.

Mit Induktion kochst du auf die Strom­kosten bezogen am günstigsten. Das liegt an dem geringen Bedarf an Strom und der sehr effek­tiven Nutzung. Dafür sind die Anschaf­fungs­kosten für einen Induk­ti­onsherd höher. Hinzu kommen unter Umständen auch neue Töpfe, die benötigt werden.

Tipps zum Energie­sparen beim Kochen und Backen findest du übrigens auch auf unserer Website unter „Energie­be­ratung“ in unserem Service-Video „Kochen“.

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Erdgas

Los geht´s auf Knopf­druck

Wie ein einfacher Erdgasherd funktio­niert, ist schnell erklärt. Eine offene Flamme, die durch das Verbrennen von Erdgas entsteht, wird als Hitze­quelle benutzt. Das Erdgas, das der Herd benötigt, kommt aus der Gasleitung, zum Beispiel von den Stadt­werken Solingen, oder in seltenen Fällen auch aus einer Camping­gas­flasche. Liegt eine Erdgas­steckdose am Herd an, wird zum Kochen der Einstell­knopf gedreht und gleich­zeitig gedrückt. Die Funken­zündung fängt an zu Takten und das Gasventil lässt das Gas ausströmen. Damit nichts passiert, sollten die Kartoffeln mal überkochen und die Flamme löschen, wird in solchen Fällen durch einen Fühler sofort die Gaszufuhr unter­brochen.

Sofort volle Wärme­leistung und stufenlose Regulier­barkeit bringen Vorteile

Der größte Vorteil eines Erdgas­herdes: Die blaue Gasflamme bringt im Handum­drehen die volle Wärme­leistung. Energie­in­tensive Aufwärm­phasen oder lästige Restwärme wie bei herkömm­lichen Kochflächen sind passé. Außerdem ist die Hitze während der gesamten Kochzeit stufenlos regulierbar. Das macht sich besonders bei tempe­ra­tur­emp­find­lichen Zutaten bezahlt. So kannst du zum Beispiel ganz einfach dein Steak braten, wie es beliebt, ob englisch, medium oder durch­ge­braten. Kochen mit Erdgas hat etwas Ursprüng­liches und weckt Emotionen in uns. Viele von uns kennen den Erdgasherd schon aus ihrer Kindheit bei Großeltern und Eltern, außerdem hat das Kochen auf offener Flamme nach wie vor etwas wohltuend Archai­sches.

Übrigens: Nach dem Kochen ist die Erdgas­flamme genauso schnell wieder gelöscht, wie sie entzündet wurde. Darüber hinaus ist die Nutzung des Herdes einfach und die Kosten für Erdgas sind im Gegensatz zu Strom recht günstig. Ein Erdgas­koch­mulde ist schon ab rund 200 Euro zu haben, kann aber – je nach Ausstattung und Größe – auch sehr teurer sein. Insgesamt ist der Erdgasherd vom Energie­ver­brauch her zwischen dem klassi­schen Ceran­kochfeld und der Induk­ti­ons­koch­platte einzu­ordnen.

Ohne Erdgas­steckdose in der Küche wird´s aufwändig

Nachteile hat aber auch der Erdgasherd: Im Vergleich zu Elektro­herden birgt das Kochen mit Gas ein gewisses Risiko. Es sollte immer bedacht werden, dass es sich um eine offene Flamme handelt! Darüber hinaus sind Gasherde durch ihre Bauweise nur mit größerem Aufwand zu reinigen. Hast du in deiner Küche noch keine Erdgas­steckdose an der richtigen Stelle, musst du dich außerdem an einen konzes­sio­nierten Instal­lateur wenden und um ein Angebot für das mögli­cher­weise aufwändige und damit kosten­in­tensive Legen einer Erdgas­leitung in deine Küche bitten, sofern überhaupt Erdgas vorhanden ist.

Die Verwendung von Campinggas ist aufgrund des damit verbun­denen Gefah­ren­po­ten­tials mit Vorsicht zu genießen. Denn es ist schwerer als Luft und fließt über den Boden an die tiefste Stelle und verflüchtigt sich somit nicht beim Lüften. Es wartet quasi darauf, entzündet zu werden. Und Verpuf­fungen mit wenigen Litern zündfä­higem Gemisch können schwerste Verlet­zungen hervor­rufen. Das sollte einem immer bewusst sein beim Wechsel einer Camping­gas­flasche!

Ob Strom oder Erdgas – Förder­bonus nutzen

Ob Erdgas- oder Induk­ti­ons­herde, beide Möglich­keiten haben Vor- und Nachteile, die du abwägen solltest. Die technische Machbarkeit sowie die von dir beim Kochen und Backen gewünschte Energie- und Kosten­ef­fi­zienz spielen bei der Auswahl der Energie­quelle eine Rolle. Unabhängig davon, für welche Alter­native du dich entscheidest, belohnen wir dich im Rahmen unseres Förder­pro­gramms „Klingen Plus“ bei der Anschaffung eines neuen Induk­ti­ons­koch­felds oder von Erdgas­koch­feldern bzw. eines Erdgas­herds mit einem einma­ligen Förder­bonus von 75 Euro. Aber Achtung: Der Anschluss an das Stromnetz oder Gasnetz, muss immer von jemanden umgesetzt werden, der dafür eine Berech­tigung besitzt!

Hast du Fragen zu einem Erdgas­an­schluss der Stadt­werke Solingen? Dann kontak­tiere unsere Energie­be­ratung unter der Telefon­nummer 0212/295-2525.

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