Richtig lüften

Lüften – aber richtig!

Kerstin Griese

Unser Autor:

Regel­mäßig streite ich mich mit meinem Mann über das richtige Lüften. Er liebt es, die Fenster ganztägig auf Kipp zu stellen. Ich mache mir Sorgen um Schimmel in unserer Altbau­wohnung. Falls es euch genauso geht, habe ich hier ein paar Infos zum richtigen Lüften zusam­men­ge­stellt. Gut für die Wohnung und gut für die Beziehung!

Stoßlüften

Grund­sätzlich ist stoßlüften die richtige Vorge­hens­weise. Dabei sollten möglichst einander gegen­über­lie­gende Fenster komplett geöffnet werden. Die Innen­türen sind dabei ebenfalls geöffnet (Durchzug). So findet ein maximaler Luftaus­tausch in kurzer Zeit statt.

Apropos Zeit: Je nach Jahreszeit dauert der Luftaus­tausch unter­schiedlich lange. Faust­regel ist: Je wärmer es draußen ist, desto länger sollte gelüftet werden. In den Winter­mo­naten reichen 5 bis 10 Minuten. Im Frühjahr und Herbst sind 15 bis 20 Minuten nötig. Im Sommer müssen 25 Minuten veran­schlagt werden.

Ausnahme vom Durchzug-Prinzip sind übrigens Bad und Küche: Hier würde Durchzug dazu führen, dass sich die besonders feuchte Luft vom Kochen oder Baden oder unange­nehme Gerüche in der gesamten Wohnung verteilen. Bitte also Bad- und Küchentür schließen und per Venti­lator oder Fenster lüften. Falls dies nicht möglich ist, ist vermehrter Durchzug die Lösung.

Das bei meinem Mann so beliebte Kippen der Fenster über Stunden oder den ganzen Tag führt dazu, dass die Heizkosten drama­tisch steigen. Besser mindestens dreimal täglich stoßlüften.

Wohnzimmer

Ihr habt im Wohnzimmer sehr viele Pflanzen oder andere Feuch­tig­keits­quellen, z. B. einen Zimmer­spring­brunnen oder trocknet dort Wäsche? Dann besser noch öfter als dreimal stoßlüften. Spätestens wenn die Luft im Raum steht oder Tropfen an den Scheiben konden­sieren, ist eine Stoßlüftung angesagt.

Schlaf­zimmer

Im Schlaf­zimmer können Fenster nachts gekippt oder komplett geöffnet bleiben – aller­dings bei runter gedrehter Heizung. So erreicht man den größten Luftaus­tausch. Alle dieje­nigen, denen das im Winter zu kalt ist, sollten unbedingt nach dem Aufstehen stoßlüften.

Auch wenn die Fenster im Schlaf­zimmer nachts gekippt sein dürfen, sollten sie tagsüber geschlossen bleiben. Da Schlaf­zimmer in der Regel auch tagsüber weniger geheizt werden als andere Räume, empfiehlt es sich, die Schlaf­zim­mertür ganztägig geschlossen zu halten.

Küche/Bad

In Bad oder Küche kann in relativ kurzer Zeit viel Feuch­tigkeit entstehen, z. B. durch Duschen, Baden oder Kochen. Am besten gleich im Anschluss stoßlüften. Sollte sich im Bad Wasser auf Wänden und Boden nieder­schlagen, lohnt es sich, dieses wegzu­wi­schen.

Keller­räume

Keller­räume sind – gerade im Altbau – heikel. Die Außen­wände sind häufig sehr kalt. Wenn im Sommer warme Luft in den Keller strömt, konden­siert die Luftfeuch­tigkeit an den kalten Keller­wänden. Dadurch kann Schimmel entstehen. Im Sommer sollten Keller­räume daher nur nachts oder am frühen Morgen gelüftet werden. Im Winter könnt ihr zu jeder Tageszeit lüften.

Wäsche trocknen

Grund­sätzlich sollte Wäsche möglichst nicht in der Wohnung getrocknet werden. Wenn das nicht zu umgehen ist, empfehle ich, in dieser Zeit ein Fenster zu kippen und die Zimmertür zu schließen. Die Heizung sollte dabei weiter laufen. Das verbraucht zwar zusätz­liche Energie, schützt aber vor Schim­mel­bildung. Bei Wäsche­trocknern unter­scheidet man solche mit Abluft und solche mit Konden­sator. Der Abluft­schlauch muss auf jeden Fall ins Freie geführt werden, da sonst die Feuch­tigkeit im Raum bliebe.

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