Mini-Solaranlage

Mini-Solar­anlage: Energie­er­zeugung auf dem Balkon

Stefan Stüllein

Unser Autor:

Erneu­erbare (Sonnen-)Energie selbst erzeugen – das können jetzt sogar Miete­rinnen und Mieter. Mini-Solar­an­lagen für Balkone und Terrassen machen’s möglich. Die steck­baren Solar­an­lagen lassen sich leicht auf- und wieder abbauen.

Die Kraft der Sonne sinnvoll nutzen – auch für Mietwoh­nungen

Was hatten wir doch wieder für einen schönen, sonnen­reichen Sommer – und das Jahr ist noch nicht zu Ende. Auch der September hielt bisher viele Sonnen­stunden für uns bereit und ich freue mich schon auf einen goldenen Oktober. Wer die vielen sonnigen Zeiten so wie ich nicht nur zum sonnen­baden oder grillen sondern nebenbei auch noch zur umwelt­freund­lichen Energie­er­zeugung nutzen will, der kann das einer­seits mit einer Photo­voltaik-Anlage auf dem Hausdach, seit einiger Zeit aber auch mit sogenannten Mini-Solar­an­lagen auf seinem Balkon oder der Terrasse.

Über Mini-Solar­an­lagen freuen sich Miete­rinnen und Mieter ganz besonders, da sie über kein eigenes Hausdach verfügen. Und die „Minis“ haben es in sich: Eine typische Anlage besteht aus ein bis zwei Modulen und besitzt je nach Größe eine Leistungs­ka­pa­zität von 150 bis 600 Watt. Nach Schät­zungen der Deutschen Gesell­schaft für Sonnen­en­ergie (DGS) lassen sich mit 600 Watt in Süddeutschland bis zu 660 Kilowatt­stunden (kWh) pro Jahr erzeugen. Das entspricht 20 Prozent des Strom­ver­brauchs eines deutschen Durch­schnitts­haus­halts.

Aber selbst wenn du eine weniger leistungs­starke Anlage hast und Solingen im Westen statt im Süden Deutsch­lands liegt, bieten dir vor allem als Mieterin oder Mieter Mini-Solar­an­lagen eine effiziente Möglichkeit, deinen Strom­bezug spürbar zu senken und gleich­zeitig aktiv zum Klima­schutz beizu­tragen. Insgesamt gesehen, ist der Strom-Ertrag aus Mini-Solar­an­lagen haupt­sächlich eine Ergänzung zur Deckung des eigenen Strom­be­darfs.

Instal­lation und gesetz­licher Rahmen

Die Technik der steck­baren Solar­an­lagen unter­scheidet sich nicht von der üblicher Photo­voltaik-Anlagen auf Dächern. Du benötigst lediglich einen sonnigen Balkon oder eine Terrasse und ein oder zwei Solar­module mit integriertem Wechsel­richter. Dieser wandelt den erzeugten Gleich­strom in Wechsel­strom um, den deine Elektro­geräte benötigen. Die Mini-Solar­an­lagen dürfen seit dem Inkraft­treten der Norm DIN VDE 0100-551-1 prinzi­piell an jede eigene Steckdose angeschlossen werden. Deshalb sind sie leicht auf- und wieder abbaubar und können bei einem Umzug sogar mitge­nommen werden.

Wir empfehlen aber aus Sicher­heits­gründen die Instal­lation einer Schutz­kontakt-Steckdose durch einen Elektronik-Fachmann. Vorteilhaft wäre dabei ein schon vorhan­dener Außen-Strom­an­schluss auf deinem Balkon oder deiner Terrasse, aber dieser kann dann durch den Elektriker gleich mit verlegt werden. Eine Geneh­migung des Netzbe­treibers ist nicht erfor­derlich, wenn der Strom nur für den Eigen­ver­brauch erzeugt wird.

Aber Achtung: Möchtest du eine Mini-Solar­anlage auf deinem Balkon betreiben, benötigst du einen sogenannten Zweirich­tungs-Strom­zähler, den du über die SWS Netze Solingen GmbH kostenfrei bekommst. Dieser garan­tiert, dass – im unwahr­schein­lichen Fall, dass du mehr Strom produ­zieren würdest als du verbrauchst – der Zähler nicht rückwärts­läuft. Denn das wäre nicht erlaubt.

Das kosten die „Minis“

Eine Mini-Solar­anlage lässt sich nicht nur auf Balkonen oder Terrassen anbringen, sondern auch an Hausfas­saden oder auf -dächern. Die Montage ist in der Regel einfach und kann daher meistens auch von Laien selbst durch­ge­führt werden. Die Preise der „Kleinen“ variieren zwischen 300 und 1.000 Euro je nach Leistung.

Welchen Strom-Ertrag sie bringen können, hängt neben ihrer Leistung auch vom konkreten Standort und ihrer geogra­phi­schen Lage ab. Wenn du dein kleines Sonnen-Kraftwerk auf einem Süd-Balkon aufstellst, hat du optimale Ertrags­chancen. Aber auch in weniger sonnigen Lagen ist es sinnvoll, auf die saubere Kraft der Sonne zu setzen.

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