Smoker mit Bienen

Smoker: Wozu dient der Rauch bei den Bienen­völkern?

Martin Kemmerich

Unser Autor:

Nachdem der Frühling mit den milderen Tempe­ra­turen noch etwas auf sich warten lässt und die Bienen­völker noch nicht so richtig durch­starten können, möchte ich Euch gerne etwas anderes Inter­es­santes erzählen. Bei den Arbeiten an den Bienen­völkern schauen mir ab und zu schon mal Freunde, Bekannte oder Kollegen über die Schulter. Oft werde ich gefragt, warum bei der Durch­sicht der Völker ein Smoker mit Rauch verwendet wird und ob die Bienen damit betäubt oder beruhigt werden?

Der Smoker

Nein, keines von beiden. Bienen zu betäuben ist nicht im Einklang mit dem Tierschutz. Und auch die Bienen sind durch den Rauch auch eher etwas beunruhigt als beruhigt. Durch den Einsatz des sogenannten Smokers (so heißt das Rauch­gerät) oder der Imker­pfeife, wie sie früher von den Imkern verwendet wurde, wird einfach nur ein Jahrtau­sende alter Reflex bei den Bienen ausgelöst. Die Bienen lebten ursprünglich im Wald in alten hohlen Bäumen. Diese sind, genau wie die Holzkisten, in denen sie heute leben, brennbar. Der Rauch ist in der Regel der Vorbote für Feuer, wie zum Beispiel ein durch einen Blitz ausge­lösten Waldbrand. Der Rauch veran­lasst die Bienen, so viel Honig­pro­viant in ihren Honig­magen aufzu­nehmen wie nur irgendwie möglich.

Dieser Proviant ist eine Energie­quelle und wird als „Start­ka­pital“ benötigt, um nach der Flucht aus dem alten, von Feuer bedrohten Zuhause, an anderer sicherer Stelle, wieder neu anzufangen und Waben zu bauen. Da es aber mangels Feuer nicht so weit kommt, und die meisten Bienen sich jetzt mit Honig vollge­saugt haben, sind sie ziemlich relaxed und warten mit vollem Magen erst mal weiter ab. Und genau diesen entspannten Zustand von satten Bienen macht der Imker sich zunutze, um in aller Ruhe die Völker durch­zu­sehen. Eigentlich nur ein simpler Trick, der aber immer wieder funktio­niert.

Es ist auch nicht notwendig, die Bienen vollkommen einzu­nebeln. Es reichen zwei bis drei gezielte Rauch­stöße in das Bienenvolk vollkommen aus, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Der Smoker ist aus Metall, er hat eine runde Form, ist je nach Ausführung ca. 15 Zenti­meter hoch und ca. acht bis zehn Zenti­meter im Durch­messer. Der Smoker hat eine Öffnung für den Austritt des Rauches auf der einen Seite und einem Blasebalg auf der anderen Seite. Mit dem Blasebalg wird der Rauch nach dem Anzünden angefacht und verteilt.

Das Rezept für die Rauch­er­zeugung

Jeder Imker hat so sein eigenes Rezept für seine Rauch­er­zeugung. Die Palette des Brenn­ma­te­rials reicht von getrock­neten Tannen­zapfen, Holzrinde, Holzspänen, Eierkartons und bestimmt noch einiges mehr, bis hin zu fertig gekauften Pellets vom Imker­zu­be­hör­laden.

Haupt­sache, es ist nicht gesund­heits­schädlich und raucht zuver­lässig.

So, das war es jetzt erst mal wieder für heute. Wir sehen uns in zwei Wochen wieder. Bis dahin alles Gute.

Mit imker­lichen Grüßen

Euer Martin Kemmerich

Mehr Beiträge aus der Reihe „Unsere Stadt­werke-Bienen“.

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