Dachbrand eines Hauses mit Solar-Anlagen in Solingen

Solar-Anlagen: Keine Angst vor Dachstuhl­bränden

Stefan Stüllein

Unser Autor:

Der Brand eines Dachstuhls aufgrund einer defekten Solar-Anlage Ende Juli in Solingen, hat bei unserer Kunden Fragen nach sich gezogen. Deshalb infor­mieren wir heute, wie sicher Solar-Anlagen eigentlich sind und wie es trotzdem zu Dachstuhl­bränden kommen kann.

TÜV-Studie belegt: Solar-Anlagen sind sicher

Zum Thema gibt es eine umfang­reiche Studie des TÜV Rhein­lands. Der Abschluss­be­richt kommt auf Seite 253 zu dem Schluss, dass das Brand­risiko für Solar-Anlagen „bei brand­schutz­recht­licher Planung, Verwendung quali­tativ hochwer­tiger Kompo­nenten und fachge­rechter Instal­lation sehr gering“ ist. Die TÜV-Sicher­heits­ex­perten errech­neten aus der Gesamt­menge von rund 1,5 Millionen derzeit in Deutschland in Betrieb befind­lichen Solar­an­lagen und allen bekannten Solar­an­lagen-Brand­fällen der vergan­genen Jahre eine Brand­quote von 0,014 Prozent. Zum Vergleich: Mensch­liches Fehlver­halten, zum Beispiel achtlos wegge­worfene Zigaret­ten­kippen oder brennbare Flüssig­keiten, die zu nahe an Wärme­quellen gelagert wurden, verur­sachten 2017 satte 21 Prozent aller in Deutschland erfassten Brand­ge­schehen (Quelle: IFS).

Umgebungs­ma­te­rialien und Einbau­si­tuation sind entscheidend

Falls Brände bei PV-Anlagen auftreten, resul­tieren diese zu je einem Drittel aus fehler­haften Kompo­nenten, aus Planungs- oder Instal­la­ti­ons­fehlern. Zum Brand führen können fehlerhaft ausge­führte oder vorzeitig gealterte Kontakte sowie Anschluss­dosen und Steck­ver­bin­dungen als auch Kontakte in Sammel­kästen und Wechsel­richtern. Solche fehler­haften Kontakte können Verschmor­ungen oder Licht­bögen nach sich ziehen, die dann den Brand auslösen. Auch die Umgebungs­ma­te­rialien und die Einbau­si­tuation entscheiden über die Sicherheit: So können etwa Wechsel­rich­ter­in­stal­la­tionen auf oder über brenn­baren Unter­gründen schlimme Folgen nach sich ziehen. Florian Reil vom TÜV Rheinland empfiehlt daher eine regel­mäßige Wartung alle ein bis zwei Jahre.

Probleme für die Feuerwehr sind lösbar

Hartnäckig hält sich ja das Gerücht, dass bei brennenden Dächern, auf denen eine Solar-Anlage instal­liert ist, die Feuerwehr nicht löscht. Das stimmt nicht! Was stimmt, ist, dass es für die Feuerwehr anspruchs­voller ist, den Brand zu löschen. Hinter­grund ist, dass die Anlage solange Spannung hat, solange die Sonne scheint – also auch beim Löschen. Die Studie des TÜVs empfiehlt, den üblichen Sicher­heits­ab­stand von einem Meter, wie er bei anderen unter Spannung stehenden elektri­schen Anlagen auch üblich ist, einzu­halten. Außerdem ist durch die erhöhte Dachlast die Gefahr größer, dass das Dach einstürzt, wie der Chef der Solinger Feuerwehr Ottmar Müller am 6. August in der Lokalzeit Bergisch Land erläu­terte. Deshalb würden solche Gebäude ausschließlich von außen gelöscht.

Unter­stützung für die Feuerwehr

Wer eine Solar-Anlage auf dem Dach hat und die Feuerwehr bei der – hoffentlich nie nötigen Arbeit – unter­stützen will, achtet darauf, dass die Leitungen von Solar-Anlagen möglichst außerhalb des Gebäudes oder in brand­ge­schützen Kabel­ka­nälen verlaufen und so risiko­mi­ni­mierend wirken. Eine gut sichtbare Kennzeichnung im Eingangs­be­reich des Gebäudes oder im Hausan­schluss­be­reich, die auf die Solar-Anlage hinweist, ist eine wirkungs­volle Schutz­maß­nahme für die Feuerwehr.

Mein Fazit: Es lohnt sich nicht, die vermeintlich billigste Solar-Anlage auf dem Dach zu instal­lieren. Vielmehr kommt es auf die Qualität der Anlage, der Planung und der Instal­lation sowie auf regel­mäßige Wartungen an. Alles Punkte, die wir mit unserem Rundum-Sorglos-Paket Hausge­macht abdecken.

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