Solingen Merscheid - Fachwerkhaus

Ein Tag in Solingen Merscheid

Steffen Wintgen

Unser Autor:

Der histo­rische Stadtteil Solingen Merscheid lohnt den Besuch mit der ganzen Familie. Für die Erfor­schung der Natur bieten sich zahlreichen Wanderwege an und wem dies zu ruhig ist, der kann in der Cobra jede Menge Menschen kennen­lernen.

Ein Tag in Merscheid

Der Solinger Stadtteil Merscheid bildet mit seinen 6.625 Einwoh­nenden den einzigen Stadtteil ohne Angrenzung an die Nachbar­städte Solingens. Das Gebiet erstreckt sich heute über den ursprüng­lichen Merscheider Hof hinaus. Der auf einem Höhen­rücken gelegene Stadtteil liegt zwischen den zwei bewal­deten Bacht­älern Lochbachtal und Viehbachtal. Als Stadtteil zwischen den Stadt­teilen gründete sich Merscheid ursprünglich aus einem Zusam­men­schluss von mehreren Hofschaften, die mit ihren für die Region typischen Fachwerk­häusern allein einen Ausflug wert sind. Diese sind teilweise Jahrhun­derte alt und in den Hofschaften Dahl besonders zahlreich vertreten. Der mit den Buslinien 681 und 693 zu errei­chende Stadtteil beher­bergt aber auch das Jugend- und Kultur­zentrum Cobra. Das ursprüng­liche Kino bietet neben Filmen auch Bühnen­ver­an­stal­tungen und eine Kantine. Ebenso befindet sich in Merscheid das bekannte Mahnmal gegen Auslän­der­feind­lichkeit und Rechts­ra­di­ka­lismus am Mildred-Scheel-Berufs­kolleg, das an einen düsteren Teil der Solinger Geschichte erinnert.

Die Hofschaft Dahl

Die Hofschaft Dahl zählt zu den histo­risch bedeut­samsten Hofschaften in Solingen. Hier wurde im 17. und 18. Jahrhundert Gericht gehalten, weshalb viele Richter ihren Wohnort in Dahl wählten. Das 1558 gebaute Richterhaus ist bis heute nahezu vollständig erhalten und zählt nachweislich zu den ältesten Gebäuden Solingens. In der in einem Waldgebiet am Ufer des Viehbaches gelegenen Hofschaft Dahl gab es auch ein Gefängnis im Keller des Richter­hauses, was der Hofschaft großes Ansehen brachte. 1715 wurde der Ort als Dahl in den Landkarten verzeichnet und gehörte zur Hofschaft Barl innerhalb Solingens. Anfang der 19. Jahrhun­derts gehörte Dahl zur Bürger­meis­terei Merscheid. Diese wurde 1856 zur Stadt erhoben und im Jahre 1891 in Ohligs umbenannt. 1815/16 besaß der Ort laut Aufzeich­nungen 13 Wohnhäuser und zehn landwirt­schaft­liche Gebäude mit 53 Einwohnern. 1895 waren es bereits 19 Wohnhäuser mit 108 Einwohnern. Die ältesten und bekann­testen Häuser sind das Richterhaus (1558), das Schöf­fenhaus (1747) und das Peter-Knecht-Haus (1793), welche unter Denkmal­schutz stehen.

Die Cobra

Mittel­punkt des sozio­kul­tu­rellen Lebens ist die Cobra in Solingen. Der Treff­punkt, der 1994 in dem ehema­ligen Kino Cobrafilm entstanden ist, bietet heute neben dem Kino und einer Kantine vor allem einen Treff­punkt für Gruppen engagierter Bürger. Neben den zahlreichen Veran­stal­tungen werden unter anderem das Bergische Jugend­kul­tur­fes­tival, der Welt-Aids-Tag und viel Benefiz­kon­zerte ausge­richtet. Zukunfts­ori­en­tiert fördert die Cobra in Solingen Initia­tiven, Künstler, Gruppen, inter­es­sierte Bürger und Aktivi­täten in allen Stadt­teilen und vor allem Jugend­liche.

Cobra in Solingen Merscheid (Außenansicht)

Mahnmal

An einen schreck­lichen Teil der Geschichte Solingens erinnert das Mahnmal am Mildred-Scheel-Berufs­kolleg in Solingen. Anlässlich des Brand­an­schlages in Solingen steht das Mahnmal gegen Auslän­der­feind­lichkeit und Rechts­ra­di­ka­lismus. Erbaut wurde es von der Jugend­hilfe-Werkstatt und gestaltet von Heinz Siering von 1993 bis 1994. Auf der aus Ringen bestehenden Umfassung ist eine Metall­platte befestigt. Sie trägt folgende Beschriftung:

Mahnmal Solinger Bürger und Bürge­rinnen. Wir wollen nicht vergessen. Wir wollen nicht wegsehen. Wir wollen nicht schweigen. Viele Menschen in dieser Stadt trauern und erinnern an den Brand­an­schlag vom 29. Mai 1993, bei dem fünf türkische Mädchen und Frauen um ihr Leben kamen. Verbunden wie diese Ringe wollen wir Mitein­ander leben.

Mahnmal am Mildred-Scheel-Berufs­kolleg, Solingen
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