Corona-Virus

Solingen Solida­risch: Alt und Jung im Austausch

Kerstin Griese

Unser Autor:

Kinder langweilen sich zuhause, alte Menschen erhalten keinen Besuch mehr. Corona wirkt sich massiv auf unser Leben aus. Umso wichtiger, gegen­seitige Solida­rität zu üben. OB Tim Kurzbach hat dafür „Solingen Solida­risch“ ins Leben gerufen.

Auf Distanz zusammen

Eines der ersten Projekte, die daraus entstanden sind, verbindet Alt und Jung. Jens Stuhl­dreier, Leiter des Spiel­mobils Solingen hat gemeinsam mit Daniela Dannies-Kögel vom Senio­renbüro Solingen ein Konzept entwi­ckelt, dass junge und alte Menschen (auf Distanz) zusam­men­bringt: Bei der Aktion tauschen Senioren und Kinder Kunst­werke, Rätsel und Briefe aus.

„Super Aktion – Solingen Solida­risch. Wir machen mit!“

Eine Mutter

Die Kinder können ihre Briefe oder Kunst­werke an die Stadt schicken, die sie dann weiter­leitet:

Jens Stuhl­dreier: „Das geht auch ohne Brief­marke. Dann bitte „Porto zahlt Empfänger“ auf den Umschlag schreiben und – ganz wichtig – keine(!) Absen­der­adresse angeben, sonst geht der Brief zurück.“ Jens Stuhl­dreier koordi­niert dann mit zwei Mitar­beitern, die ihn stunden­weise unter­stützen, die Einsen­dungen und den Weiter­versand. Er ergänzt: „Im Einzelfall, wenn die Kunst­werke z. B. nicht in einen Brief passen, holen wir die Aufmerk­sam­keiten auch bei den Kindern zuhause ab. Natürlich achten wir dabei strikt darauf, dass das kontaktlos erfolgt.“

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Wie sehr die Kinder sich Gedanken, um ihre Umwelt machen, geht aus den Briefen hervor, die der Stadt vorliegen. Da schreibt ein 11-jähriges Mädchen, wie sehr es ihr leid tut, dass der unbekannte Brief­partner nicht rausgehen kann, sei es zum Einkaufen oder zum Spazie­ren­gehen.

Solingen Solidarisch - Brief
Man sieht den Briefen der Kinder an, dass sie sich für die alten Menschen engagieren wollen.
Download des Briefs (PDF, 0,8 MB)

Senioren können benannt werden

Die Vermittlung erfolgt über eine Inter­net­seite „Solingen Solida­risch“ der Stadt. Jens Stuhl­dreier: „Über ein Online­for­mular kann man hier Senioren eintragen, die sich über einen Kontakt freuen würden. Man kann sich auch einfach selber eintragen, wenn man Post bekommen möchte. Stand heute haben wir 40 Personen genannt bekommen.“ Außerdem steht die Stadt mit verschie­denen Solinger Alten­heimen im Kontakt, die einzelne Personen aus ihren Häusern für die Aktion benannt haben.

Übrigens: Der Austausch bleibt anonym, genannt werden nur die Vornamen der Betei­ligten. Über einen Code, den alle Schreiben erhalten, können aber Antworten zusor­tiert werden. So können die alten Menschen den Kindern zurück­schreiben und es entsteht im besten Fall eine Brief­freund­schaft.

Kontakt

Sie erreichen Jens Stuhl­dreier bei Fragen unter der Rufnummer 0212/290-2758.

Unter Solingen-Solida­risch findet ihr noch viele weitere Projekte, bei denen es sich lohnt sich zu engagieren!

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