Kind füllt am Spülbecken Wasser in Wasserglas

Solinger Trink­wasser – eine saubere Sache: Teil 1 „Aluminium“

Michael Esser

Unser Autor:

Der Weg des Wassers

Wusstest du, dass unser Körper zu über 50 Prozent aus Wasser besteht? Wasser ist das wichtigste Lebens­mittel des Menschen und die Grundlage allen Lebens. Jeder Solinger verbraucht im Durch­schnitt 120 Liter pro Tag von dem kostbaren Nass. Sprudelt es dir aus dem Wasserhahn wie selbst­ver­ständlich entgegen, ist unser Solinger Trink­wasser am Ende einer langen Reise angelangt. Durch ein insgesamt fast 600 Kilometer langes Leitungsnetz fließt es von einer unserer drei Entnah­me­stellen – der Sengbach­t­al­sperre, der Großen Dhünn­tal­sperre und dem Wasserwerk Baumberg – in die Häuser und von dort bis zum jedem Wasser­an­schluss.

Im ersten Teil meines Blogbei­trags zum Solinger Trink­wasser erfährst du, wie wir in den Wasser­werken der Stadt­werke Solingen Talsper­ren­wasser zu Trink­wasser aufbe­reiten. Außerdem erläutere ich dir, welche Substanzen beim Heraus­filtern von Schad­stoffen ganz besonders nützlich sind.

Wasserrein­haltung ist oberstes Ziel

Damit du und alle anderen Menschen im Versor­gungs­gebiet der Stadt­werke Solingen zu jeder Tageszeit Trink­wasser in bester Qualität bekommen, dafür sorgen meine Kollegen und ich.

Ganz oben auf unserer täglichen Arbeits­liste steht die Reinhaltung des Trink­wassers. Verlässt es unsere Wasser­werke, darf es nur solche Stoffe oder Organismen enthalten, für die es entweder keine Grenz­wert­fest­le­gungen gibt oder deren gesetzlich festge­legte Grenz­werte nicht über- oder unter­schritten werden. Zu diesem Zweck wird das Talsper­ren­wasser in unseren Wasser­werken Glüder und Dabring­hausen in einem mehrstu­figen Prozess zu Trink­wasser aufbe­reitet. Dabei nutzen wir unter anderem die positiven Eigen­schaften bestimmter Stoffe wie Aluminium. Mit ihrer Hilfe werden im Wasser enthaltene Schad­stoffe erst gebunden und dann aus dem Wasser heraus­ge­filtert.

Trink­was­ser­auf­be­reitung: Aluminium bindet Schad­stoffe

Aluminium, das dritt­häu­figste Element in der Erdkruste, wird durch sauren Regen konti­nu­ierlich in geringer Konzen­tration aus dem Boden gelöst und gelangt so ins Talsper­ren­wasser. Das Talsper­ren­wasser, das vor der Trink­was­ser­auf­be­reitung auch Rohwasser genannt wird, hat einen Alumi­ni­um­anteil von bis zu 0,06 mg/l. In den Wasser­werken Glüder und Dabring­hausen wird dem Rohwasser bei der Trink­was­ser­auf­be­reitung unter anderem noch zusätzlich ca. 1 mg/l Aluminium hinzu­gefügt, da es als sogenanntes Flockungs­mittel in der Lage ist, im Rohwasser vorhandene Trübstoffe, organische Stoffe, Bakterien etc. an sich zu binden. Mit dem Aluminium zu großen Flocken verbunden, werden diese Schad­stoffe dann aus dem Wasser heraus­ge­filtert, in Absetz­teichen über Jahre abgelagert und schließlich auf Deponien umwelt­ge­recht entsorgt. Das fertig aufbe­reitete Trink­wasser hat jetzt nur noch einen minimalen Alumi­ni­um­gehalt von kleiner als 0,01 mg/l. Damit ist nach der Trink­was­ser­auf­be­reitung nicht nur deutlich weniger Aluminium im Solinger Trink­wasser enthalten als noch zuvor im Talsper­ren­wasser, sondern auch der vom deutschen Gesetz­geber vorge­ge­benen Grenzwert von maximal 0,20 mg/l für Trink­wasser wird in Solingen deutlich unter­schritten.

Wasser­werke: Schutz des Trink­wassers vor Verun­rei­ni­gungen

Selbst­ver­ständlich sollen die für die Aufbe­reitung des Solinger Trink­wassers benötigten Stoffe wie Aluminium ihre nützliche Arbeit ausschließlich im Rohwasser verrichten. Sie sollen niemals direkt ins fertige Trink­wasser gelangen. So können Lager­tanks mit wichtigen Stoffen für die Wasser­auf­be­reitung jeweils nur mit indivi­du­ellen Anschluss­stutzen befüllt werden. Damit werden Verwechs­lungen ausge­schlossen, weil vom Tankwagen nicht verse­hentlich Aluminium in das Trink­wasser gepumpt werden kann. Während aus dem einem Tank, im laufenden Wasser­werks­be­trieb, Substanzen entnommen werden, wird ein zweiter Tank neu befüllt. Meine Kolle­ginnen und Kollegen überwachen diesen Prozess konti­nu­ierlich und entnehmen außerdem zwei Proben aus dem neu befüllten Tank. Damit stellen sie sicher, dass es sich tatsächlich immer um den richtigen Stoff in der vorge­schrieben Reinheit handelt. Ist der Tank korrekt befüllt, übernimmt eine Dosier­anlage mit Abschalt­au­to­matik, anhand vorein­ge­stellter Ober- und Unter­grenzen, zuver­lässig die vollau­to­ma­tische Dosierung der zur Wasser­auf­be­reitung nötigen Stoffe. Außerdem kontrol­lieren wir in unseren Wasser­werken regel­mäßig die Inhalts­stoffe des Roh- und Trink­wassers, um die größt­mög­liche Reinheit und bestmög­liche Qualität sicher zu stellen.

Lasst euch per Newsletter über weitere Beiträge aus der Serie „Das Solinger Trink­wasser“ infor­mieren.

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