Pulveraktivkohleanlage (innen) der Stadtwerke Solingen im Wasserwerk Glüder

Solinger Trink­wasser – eine saubere Sache: Teil 2 „Wasser­schutz­zonen und Pulver­ak­tiv­koh­le­anlage“

Michael Esser

Unser Autor:

Wusstest du, dass jeder Mensch pro Tag rund 120 Liter Wasser verbraucht, also fast eine ganze Badewanne voll? Schließlich trinken wir nicht nur jeden Tag etwa zwei Liter Wasser, sondern nutzen das Nass auch zum Waschen, Duschen, für die Toilet­ten­spülung und für vieles mehr.

In besonders heißen Sommern, wie 2018, wird mir ganz besonders bewusst, wie wichtig sauberes Trink­wasser für uns Menschen, aber auch für Pflanzen und Tiere ist. Zum Schutz unseres Trink­wassers arbeiten wir mit der Bezirks­re­gierung deshalb Hand in Hand: Im Rahmen der „Wasser­schutz­ge­biets­ver­ordnung Sengbach­t­al­sperre“ (PDF, 1,3 MB) ist das Gebiet rund um die Sengbach­t­al­sperre in drei Wasser­schutz­zonen aufge­teilt. Aus der Sengbach­t­al­sperre gewinnen die Stadt­werke einen großen Teil des Solinger Trink­wassers. In diesen Wasser­schutz­zonen gelten jeweils strenge Auflagen, damit schäd­liche Substanzen gar nicht erst in die Talsperren-Zuflüsse gelangen können.

Strenge Auflagen in den Wasser­schutz­zonen rund um die Sengbach­t­al­sperre

Keine landwirt­schaft­liche Nutzung und kein Befahren mit Fahrzeugen – dieses strenge Verbot gilt in allen Teilen der sogenannten Schutzzone I. Nur Spazier­gängern ist es hier gestattet, die vorge­ge­benen Wanderwege zu benutzen. In den Schutz­zonen II und III ist die Landwirt­schaft zwar erlaubt, für die Landwirte gelten jedoch ganz bestimmte Regelungen. Diese sind in der Wasser­schutz­ge­biets­ver­ordnung genau festge­halten. Außerdem bestehen umfang­reiche Koope­ra­tionen mit der Landwirt­schaft, die dazu beitragen, unser Wasser zu schützen. Wenn du demnächst einmal rund um die Sengbach­t­al­sperre unterwegs bist, kannst du an entspre­chenden Hinweis­schildern erkennen, ob du dich in einer Wasser­schutzzone befindest. Verhalte dich dort ganz besonders achtsam. Dazu gehört auch, Müll ausschließlich in dafür vorge­sehene Behälter zu entsorgen.

Pulver­ak­tiv­koh­le­anlage im Wasserwerk Glüder entfernt selbst feinste Spuren­stoffe

Pulveraktivkohleanlage (außen) der Stadtwerke Solingen im Wasserwerk Glüder

Nicht nur die Talsper­ren­zu­flüsse, sondern auch das Talsper­ren­wasser selbst wird vor schäd­lichen Substanzen geschützt. Um ganz sicher auszu­schließen, dass Algen, Bakterien oder sonstige Verun­rei­ni­gungen ins Trink­wasser gelangen, wurde 2017 im Wasserwerk Glüder eine zusätz­liche Vorfil­tra­ti­ons­stufe und eine Pulver­ak­tiv­koh­le­anlage instal­liert. Dazu wurden sechs geschlossene Stahl­filter aufgebaut, die Hydro­an­thrazit mit einer Körnung von vier bis acht Milli­meter enthalten. So können Verun­rei­ni­gungen schonend und ohne Einsatz von Aufbe­rei­tungs­stoffen aus dem Talsper­ren­wasser entfernt werden, bevor es als Trink­wasser in die Solinger Haushalte gelangt. Nach den eher gröberen Hydro­an­thrazit-Vorfiltern wird – nur bei Bedarf – in einer weiteren Anlage noch Pulver­ak­tiv­kohle dosiert. Damit werden auch gelöste Spuren­stoffe sicher aus dem Wasser entfernt. Die Kollegen vom Wasserwerk Glüder sind somit in der Lage, auch Algen (z. B. Blaualgen) und deren Stoff­wech­sel­pro­dukte bei Bedarf aus dem Wasser zu entfernen.

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