Staubsauger Mann

Watt gegen Staub: Das ist wichtig beim Staubsauger-Kauf

Andreas Hugo

Unser Autor:

Mein Staub­sauger war kaputt und der Neukauf gar nicht so einfach. Denn die Orien­tierung gebenden EU-Energie­ef­fi­zi­enz­klassen gelten – Überra­schung! – nicht für Staub­sauger. Worauf ihr vielmehr beim Staub­sauger-Kauf achten solltet, verrate ich hier.

Die Qual der Wahl: Über 1.000 Modelle warten auf Käufer

Wollmäuse unter dem Bett, Krümel in der Küche und Fussel auf dem Wohnzim­mer­teppich – immer wieder erstaunlich, wie viel Schmutz und Staub sich doch innerhalb kürzester Zeit in (m)einer Wohnung so ansammeln kann. Als dann vor einigen Wochen mein alter Staub­sauger den Geist aufgab, fackelte ich nicht lange: Morgens bestellt, abends der Held, so dachte ich zumindest. Bei der unerwartet großen Auswahl unter­schied­lichster Geräte fühlte ich mich aller­dings komplett überfordert. Denn wer in Deutschland einen neuen Staub­sauger kaufen möchte, kann unter rund 1.000 verschie­denen Modellen wählen: Mit Beutel oder ohne, mit Kabel oder Akku, geeignet für Aller­giker, schwer oder leicht ….

Ich überlegte also, welche Eigen­schaften mein neuer Haushalts­helfer unbedingt haben sollte und fing an, nach einem handlichen, aber vor allem energie­spa­renden Staub­sauger zu suchen. Das gestaltete sich überra­schend schwierig. Denn nach etwas Recherche fand ich heraus, dass die zur Orien­tierung im Produkte-Dschungel gedachten EU-Energie­ef­fi­zi­enz­klassen seit einem Urteil des Gerichts der Europäi­schen Union von Anfang 2019 zwar für Wasch­ma­schinen, Bügel­eisen & Co., aber eben nicht mehr für neue Staub­sauger gelten. Im Klartext: Beim Kauf eines neuen Staub­sauger-Modells könnt ihr euch in punco Energie­ef­fi­zienz leider nicht mehr an den Klassen­ein­tei­lungen A bis G orientieren.

Staub­sauger-Kauf: Das sind wichtige Kriterien

Statt­dessen solltet ihr die Herstel­ler­an­gaben zur Leistung des Geräts (also die Wattzahl) als Maßstab nutzen, um verschiedene Staub­sauger mitein­ander zu vergleichen: Je niedriger die Wattzahl, desto geringer ist der Strom­ver­brauch. Die sparsamsten Staub­sauger arbeiten mit rund 400 Watt, weniger effiziente Geräte mit bis zu 900 Watt.

Aller­dings ist die Saugleistung und Reini­gungs­kraft eines Gerätes nicht automa­tisch von der Wattzahl abhängig – auch das solltet ihr bei der Auswahl eines neuen Staub­saugers berück­sich­tigen. Nach einer Inter­net­re­cherche habe ich auch dazu Zahlen gefunden: Die Saugleistung wird – ziemlich verwirrend – in „air watts“ in „mm/H20“ oder in „kPa“ (Kilopascal) angegeben. Eine gute Saugkraft erreicht ihr mit 250 bis 400 air watt, mit 1.300 bis 2.200 mm/H20 oder mit 13 bis 22 kPa. Die Maßeinheit Kilopascal sollte dabei die geläu­figste sein. Ich jeden­falls kenne sie vom Wetterbericht.

Das Thema Lärm spielt ebenfalls eine Rolle, denn die Geräte können ganz schön laut sein. Wenn ihr – so wie ich – in einem Mehrfa­mi­li­enhaus wohnt und mit eurem neuen Staub­sauger weder euch selbst noch die Nachbarn nerven möchtet, solltet ihr auf den in Dezibel angegeben Geräusch­pegel achten. Aktuell erreichen leise Staub­sauger weniger als 65 Dezibel, laute Exemplare dagegen schaffen bis zu 90 Dezibel.

Akku oder Kabel – das ist hier die Frage

Möchtet ihr einen prakti­schen Akku-Staub­sauger kaufen, dann solltet ihr euch an den jeweils aktuellen Testergeb­nissen der Stiftung Warentest orien­tieren. Den Testern zufolge lässt die Saugleistung bei einigen getes­teten Exemplaren nämlich zu wünschen übrig. Manche Akku-Sauger sind mit etwa 80 Dezibel ziemlich laut und häufig muss der Akku schon nach kurzem Gebrauch neu aufge­laden werden. Akkusauger sind also eher für Ferien­woh­nungen, fürs Auto, für Haustier­be­sitzer oder für die schnelle Reinigung zwischen­durch geeignet.

Deshalb habe ich mich selbst auch für einen kompakten Boden­staub­sauger entschieden, der sogar über einen sog. HEPA-Filter verfügt. Das ist ein spezi­eller Abluft­filter, der über 99 Prozent aller Teilchen bis zu einer Größe von 0,3 Mikro­metern zurückhält. Pollen, Bakterien oder Ausschei­dungen der Hausstaub­milbe, die eine Hausstaub­all­ergie verur­sachen kann, werden von solchen Filtern zurück­ge­halten. Wenn ihr keine aller­gi­schen Beschwerden habt, reichen aller­dings auch Staub­sauger-Mikro­filter in Form eines doppel­la­gigen Papier­beutels für grobe Schmutz­teile aus. Sie sind Standard in Hand- und Boden­staub­saugern und können durch elektro­sta­tische Aufladung Feinstaub besonders gut zurück­halten. Achtet aber auf jeden Fall darauf, dass die Staubbox gut zu reinigen ist.

Saugro­boter: Kleine Helfer ganz groß

Großer Beliebtheit erfreuen sich inzwi­schen die automa­tisch und/oder via App betrie­benen Saugro­boter. Was die Staub­auf­nahme betrifft, können sie zwar nicht mit einem guten Boden­staub­sauger konkur­rieren und sind eigentlich nur für glatte Böden mit wenig Einrichtung geeignet. Trotzdem: Für Mehrfa­mi­li­en­haus­halte, in den vielleicht auch noch Haustiere leben, kann so ein elektro­ni­scher Helfer sehr praktisch sein.

Im Vergleich zu normalen Staub­saugern sind die Roboter-Minis deutlich teurer, aber es gibt erheb­liche Preis­un­ter­schiede zwischen den einzelnen Modellen. Ihre Leistung und der Strom­bedarf sind dagegen eher gering, obwohl sie in der Regel täglich zum Einsatz kommen und meistens im Dauer-Stand-by geschaltet sind. Eine gute Orien­tierung über die unter­schied­lichen Modelle, ihre Funktio­na­li­täten und den Energie­ver­brauch liefert auch in diesem Fall die Stiftung Warentest.

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