Corona-Virus

Versor­gungs­si­cherheit gewähr­leistet: Wasser­werke treffen Vorkeh­rungen

Kerstin Griese

Unser Autor:

Wir beschreiben an dieser Stelle, was unsere Kolle­ginnen und Kollegen alles tun, um für euch den Laden am Laufen zu halten. Heute werfen wir einen Blick in die Wasser­werke Glüder und Baumberg. Auch dort hat man sich auf die Situation gut vorbe­reitet.

Kontakte unter­ein­ander deutlich reduzieren

Die Wasser­werke Glüder und Baumberg produ­zieren das Solinger Trink­wasser und sind damit natürlich ganz entscheidend für die Versor­gungs­si­cherheit in Solingen. Ich erreiche Norbert Kellner, unseren obersten Wasser­werker, telefo­nisch im Homeoffice. Er erzählt mir, was die Kollegen in Glüder und Baumberg an Sicher­heits­maß­nahmen in der letzten Woche koordi­niert haben: „Die wichtigste Vorsichts­maß­nahme ist, dass wir die Teams ausein­an­der­ge­zogen haben. Das bedeutet, dass z. B. im Wasserwerk Baumberg statt einem normalen Acht-Stunden-Betrieb, zwei Mannschaften je einen Sechs-Stunden-Betrieb fahren. Das sind jeweils drei Mitar­beiter. In Glüder sind auch nur noch drei Kollegen vor Ort. Die anderen teilen sich auf die Bereit­schaft, die Arbeits­vor­be­reitung respektive Wartungs­ar­beiten auf. Den Teams, die zusam­men­ar­beiten, ist die gemeinsame Pause verwehrt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, deutlich weniger Kontakte zwischen den Kollegen herzu­stellen.“

Eine sinnvolle Maßnahme, wie wir auch an der bundes­weiten Kontakt­sperre sehen. In den Wasser­werken will man vermeiden, dass sich einer am anderen ansteckt, aber eben auch erreichen, dass im Anste­ckungsfall immer noch ein zweites Team in der Reserve ist. Ich erfahre, dass im Notfall sogar eine Person alleine ein Wasserwerk fahren könnte.

Tobias Melles in der Filterhalle Glüder
Tobias Melles hält die Stellung im Wasserwerk Glüder.
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Großer Zusam­menhalt trotz räumlicher Trennung

Nächster Anruf bei Andreas Mokros, Wasser­werks­meister in Glüder. Ihn erreiche ich sogar im Urlaub. Im Hinter­grund höre ich seine kleine Tochter spielen. Also so, wie es derzeit in vielen Familien ist. Er gibt mir einen Einblick in den Arbeits­alltag in Glüder: „In der Küche benutzt derzeit jeder sein eigenes Geschirr. Wo immer es geht, lassen wir die Türen offen­stehen, sodass wir die Klinken nicht berühren müssen. Dann haben wir einen PC, an den alle Kollegen gemeinsam arbeiten. Der wird jetzt nur noch mit Handschuhen bedient. Und natürlich sitzen alle ganz weit ausein­ander.“ Er erzählt mir noch, dass es sich jetzt auszahlt, dass das Team schon verschiedene Stress­si­tua­tionen, wie etwa die Burgun­der­blutalge, gemeinsam geschafft hat und dabei zusam­men­ge­wachsen ist: „Unser Team funktio­niert auch in Stress­si­tua­tionen,“ ergänzt er.

Andreas Mokros (Wasserwerk Glüder)
Andreas Mokros im Homeoffice

Getrennt an die Sengbach­tal­sperre

Roland Sorge­nicht, Talsper­ren­meister an der Sengbach­tal­sperre ruft mich im Homeoffice an. Er ist nach wie vor rund um die Talsperre unterwegs, aller­dings nur noch von 6.00 bis 12.00 Uhr, die restlichen Stunden arbeitet auch er von zuhause aus. Von 12.00 bis 18.00 Uhr übernimmt dann sein Vertreter, Rene Pfau, die Arbeiten an der Talsperre. Roland Sorge­nicht: „Norma­ler­weise arbeiten wir in vielen Punkten eng zusammen, z. B. wenn es mit dem Boot aufs Wasser geht. Das ist im Moment nicht möglich.“

Roland Sorgenicht (Sengbachtalsperre Solingen)
Ein Selfie von Roland Sorge­nicht, der sich weiterhin um die Talsperre kümmert

Nicht möglich sind auch andere Arbeiten, wo man eng zusam­men­rücken müsste, etwa die Arbeiten im Talsperren-Stollen. Diese werden derzeit verschoben. Nicht aufschieben lässt sich hingegen ein Termin mit dem Wupper­verband. Dies ist eine Pflicht­prüfung, wo die Talsperre auf mögliche Defor­mation überprüft wird. Roland Sorge­nicht: „Wir ermög­lichen dem Wupper­verband die Zugänge und ziehen uns dann zurück. So dass auch diese Arbeiten kontaktlos erfolgen können. Das ist bei allen unseren Terminen oberste Priorität. Denn wir wissen, wie wichtig es ist, die Versorgung für Solingen sicher­zu­stellen.“

Kontakte nach außen vermeiden

Auch woanders unter­bleiben persön­lichen Kontakte. Die Kontakte zu den Stadt­werken, den Netzen Solingen, dem Trink­was­ser­labor sind derzeit ganz gekappt. Das betrifft auch das Reini­gungs­per­sonal: Die Reinigung und Desin­fektion der Räumlich­keiten erfolgt in den Wasser­werken nun in Eigen­regie. Zudem werden nur noch Maßnahmen, die für die Betriebs­si­cherheit und Wasser­qua­lität dringend erfor­derlich sind, wie z. B. die Wartung der Chlor­anlage durch externes Personal, durch­ge­führt. Aller­dings immer ohne direkten Kontakt mit den Fremd­firmen.

Andere Maßnahmen wie den Testlauf des neuen Reinwas­ser­pump­werks nach Solingen oder der Austausch von Dosier­pumpen in der Natron­lau­gen­anlage konnten verschoben werden. Andre Saniewski, Wasser­werks­meister in Baumberg: „Uns allen ist klar, dass wir nicht ersetzbar sind. Deshalb sind wir auch bereit, uns privat einzu­schränken. Aber wir sind auch einer für den anderen da: Einer meiner Kollegen, der derzeit im Urlaub ist – und damit natürlich zuhause –, hat direkt angeboten, zurück zur Arbeit zu kommen, falls er gebraucht wird.“

Andre Saniewski (Wasserwerk Baumberg)
Andre Saniewski zeigt uns, wie seine Arbeit im Wasserwerk Baumberg aussieht.

Ihr merkt: Auf unsere Wasser­werker könnt ihr euch verlassen!

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