Bienen im Winter - Kugel

Was machen eigentlich Bienen im Winter?

Martin Kemmerich

Unser Autor:

„Was machen eigentlich die Honig­bienen im Winter? Schlafen die?“, werde ich häufig gefragt. „Nein, die schlafen nicht. Die Bienen ruhen und freuen sich auf den Frühling, genau wie wir auch“, lautet dann immer meine Antwort. 🙂

Bienen im Winter: Bienen­kugel

Bienenkiste ("Beute")Im Gegensatz zu den Wespen und anderen einjäh­rigen Insekten bleiben die Bienen im Winter über als Staat erhalten. Aller­dings schrumpft die Anzahl der Bienen von ca. 50.000 pro Volk auf ca. 5.000. Sie sitzen in ihrer Bienen­kiste (der Imker sagt übrigens „Beute“) auf den Waben, eng zusammen gekauert in einer Art Kugel. Je kälter es draußen wird, umso enger ziehen sie sich zusammen. In ihrer Mitte sitzt die Bienen­kö­nigin und hat es schön warm. Das ist wichtig, da die Königin in jedem Fall überleben muss, um den Fortbe­stand und die Entwicklung des Volkes ab dem Frühjahr zu sichern. Die Bienen am äußeren Rand der Bienen­kugel haben es nicht ganz so warm. Um sich aufzu­wärmen, können sie in das Innere der Kugel wandern. Im Gegenzug wandern von innen wiederum andere Bienen an den kälteren Rand. Die Bienen können mit Ihrer Flugmus­ku­latur Wärme erzeugen. Dazu müssen sie ihre Flügel sozusagen auskoppeln. Die Wärme­er­zeugung kostet jedoch viel Energie, die in Form von Futter, entweder ihr eigener Honig oder Honigersatz (Zucker­sirup oder ähnliches), vorliegen muss. Je kälter es wird, desto höher ist auch der Futter­ver­brauch. Vor allem, wenn schon Brut vorhanden ist.

Futter und die Varroa­milben

Um den Winter gut zu überstehen, müssen die Bienen neben ausrei­chend Futter auch gut gegen die Varroa­milbe behandelt worden sein. Die Varroa­milbe und die Varroa beglei­tenden Krank­heiten sind leider häufig der Grund dafür, warum Bienen­völker den Winter nicht überleben. Die erfolg­reiche Bekämpfung der Varroa destructor ist nicht einfach und erfordert sehr viel Wissen, Erfahrung und Finger­spit­zen­gefühl. Aber es ist durchaus möglich, mit der entspre­chenden Ausbildung und Fortbildung gesunde, vitale Bienen­völker zu halten und sicher über den Winter bringen. (Aller­dings weiß ich natürlich nicht, was die Bienen und andere Insekten in Zukunft noch alles aushalten müssen.)

Imker­aus­bildung

Grund­vor­aus­setzung für die Haltung von Bienen­völkern ist deshalb eine entspre­chende Ausbildung. Imker ist ein Lehrberuf mit einer mehrjäh­rigen Ausbildung in einer Berufs­im­kerei. Anschließend kann sich der Imker offiziell Tierwirt, Fachrichtung Bienen nennen. Hobby­imker haben die Möglichkeit, eine Hobby­im­ker­aus­bildung in einem der verschie­denen Bienen­in­stitute oder Bienen­lehr­stände zu absol­vieren. Diese Kurse beginnen in der Regel im Frühjahr und verlaufen zum Beispiel an mehreren Samstagen über das Bienenjahr verteilt. Aller­dings sind diese Kurse auch stark nachge­fragt und eine recht­zeitige Anmeldung wird empfohlen. Darüber hinaus ist es unbedingt zu empfehlen, sich in den ersten Jahren von einem erfah­renden Imker beraten zu lassen, insbe­sondere bei der Varro­abe­handlung. Eine Mitglied­schaft in einem Imker­verein ist ratsam. Die angeschafften Bienen­völker müssen zudem bei der Tierseu­chen­kasse und beim zustän­digen Veteri­näramt gemeldet sein.

So, das war es für heute. Anfang März, je nach Witterung, steht bei mir die Auswin­terung der Bienen­völker, die sogenannte Frühjahrs­nach­schau an. Hiervon und von allen anderen Tätig­keiten, die im Laufe des Bienen­jahres durch­ge­führt werden, werde ich Euch dann berichten.

Viele imker­liche Grüße

Euer Martin Kemmerich

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