Hände halten ein Wasserglas

Wasser­sparen – aber richtig!

Michael Esser

Unser Autor:

Das Frühjahr 2020 war warm und trocken. Auch die letzten Jahre waren heißer als die Vorjahre. Der Klima­wandel scheint in hiesigen Breiten angekommen zu sein. In diesem Zusam­menhang werden wir immer wieder auf das Thema „Wasser­sparen“ angesprochen.

Ausrei­chend Trink­wasser vorhanden

Zunächst die gute Nachricht: Die Stadt­werke Solingen, verfügen über ausrei­chend Trink­was­ser­re­ser­voirs, um auch mit mehreren trockenen Sommern zurecht zu kommen. Der Stadt­werke Solingen greifen auf insgesamt drei Wasser­werke zu: das Wasserwerk Glüder für Rohwasser aus der Sengbach­tal­sperre, das Wasserwerk Dabring­hausen Bremen, welches Rohwasser aus der Großen Dhünn­tal­sperre aufbe­reitet und das Wasserwerk Baumberg, zur Aufbe­reitung von Rohwasser aus den Brunnen­an­lagen Baumberg Monheim und Hilden Karnap.

Das Wasserwerk Baumberg ist über eine Trans­port­leitung mit dem Solinger Trink­was­sernetz verbunden und kann bei Bedarf Ohligs, Merscheid und Aufderhöhe versorgen. Die Sengbach­tal­sperre wiederum ist durch eine Zuleitung mit der Großen Dhünn­tal­sperre verbunden. In trockenen Jahren wie diesem leiten die Stadt­werke Solingen vermehrt Rohwasser aus der Großen Dhünn­tal­sperre in die Sengbach­tal­sperre über. „Üblicher­weise kommen von der Dhünn­tal­sperre rund 50 % der für Solingen benötigten Trink­was­ser­menge. Aktuell haben wir dies auf 70 % erhöht, um ein schnelles Absinken der Sengbach­tal­sperre zu verhindern“ erklärt Norbert Feldmann, Haupt­ab­tei­lungs­leiter Wasser­ma­nagement. Dies seien bisher rein präventive Maßnahmen, Wasser­knappheit bestünde nach wie vor nicht. „Wie jedes Jahr haben wir das sehr intensiv im Blick und können so auch recht­zeitig agieren“ beruhigt Norbert Feldmann.

Optimales Nutzer­ver­halten für optimale Trink­was­ser­qua­lität

In Zeiten des Klima­wandels sollte man aber trotzdem verant­wor­tungsvoll mit Trink­wasser umgehen. Überlegt also bitte zweimal, ob der Rasen schon wieder gesprengt werden muss oder das Auto wirklich eine Reinigung benötigt. Beim Wasser­sparen sollte man es jedoch auch nicht übertreiben: Übermä­ßiges Wasser­sparen kann nämlich zu Problemen mit der Trink­was­ser­hy­giene führen: Die üblichen Rohrlei­tungs­systeme in Wohnhäusern werden vom Instal­lateur für einen bestim­mungs­ge­mäßen, also regel­mä­ßigen, Gebrauch ausgelegt. Benötigt man weniger oder seltener Wasser als geplant, kommt es zu Stagnation, also Sillstand im System. Dabei kann sich das Wasser mit Metallen aus den Rohrnetz­werk­stoffen anrei­chern oder es kann zu Vermehrung von Mikro­or­ga­nismen kommen. Beides ist der Gesundheit nicht zuträglich.

Clever Wasser sparen

Das Trink­was­ser­system muss daher vor Gebrauch gespült werden. (Für alle, die es ganz genau wissen möchten ist Seite 45 der Broschüre des Umwelt­bun­des­amtes Rund um das Trink­wasser. Idealer­weise benutzt man morgens, nachdem das Wasser über Nacht in der Leitung gestanden hat, zunächst einmal die Toilette und die Dusche. Das reicht bereits aus, um das gesamte Kaltwas­ser­system durch­zu­spülen und mit frischem Trink­wasser zu füllen. Das Trink­wasser oder das Wasser für den Kaffee oder Tee sollte man erst dann nutzen, wenn zuvor außerdem kurz der Zapfhahn durch­ge­spült wurde. Denn auch hier können nach Still­stand über mehrere Stunden schon höhere Metall­kon­zen­tra­tionen oder mikro­bielles Wachstum an der Außen­seite des Strahl­teilers (Perlator) und somit am Wasserhahn entstehen. Übrigens: Bitte den Strahl­teiler nicht mit dem Spülschwamm oder -lappen abwischen, da so ebenfalls Keime übertragen werden können. Ein weiterer Tipp: Den Strahl­teiler zwecks Reinigung regel­mäßig ausspülen und in Essig einlegen. Dann kann nix mehr schief­gehen.

10 Tipps zum Wasser­sparen

Hier haben wir zehn Tipps zusam­men­ge­stellt, mit denen ihr Wasser sparen könnt, ohne die Hygiene in der Hausin­stal­lation zu gefährden:

1. Lieber duschen statt baden

Ein Vollbad verbraucht ca. 140 Liter. Geht statt­dessen lieber duschen! Je nach Duschkopf verbraucht ihr da ca. 15 Liter pro Minute.

2. Wasser­durch­fluss am Duschkopf und Wasserhahn reduzieren

Spardusch­köpfe reduzieren den Wasser­ver­brauch und sind einfach auszu­tau­schen. Auch am Wasserhahn sollte auf jeden Fall ein wasser­spa­render Strahl­regler vorhanden sein.

3. Wasch- und Spülma­schine intel­ligent auswählen

Durch die Senkung der MwSt. lohnt sich gerade jetzt der Kauf von neuen Wasch- oder Spülma­schinen. Moderne Geräte verbrauchen nicht nur weniger Energie sondern auch weniger Wasser. Aber Vorsicht vor Kurzpro­grammen! Hier verbraucht ihr ein Drittel mehr Wasser. Das gilt auch bei Wasch­ma­schinen. Übrigens: Wir fördern den Kauf energie­spa­render Geräte im Rahmen unseres Förder­pro­gramms Klingen Plus.

4. Spülen von Hand und Vorspülen vermeiden

Wenn ihr eure Spülma­schine gut vollladet, verbraucht der Betrieb der Spülma­schine weniger Wasser, als das Abwaschen von Hand. Und leicht verschmutztes Geschirr nicht vorspülen, sonst verspielt ihr den Vorteil der Spülma­schine.

5. Wasch­ma­schine vollladen

Auch bei der Wasch­ma­schine gilt: Vollladen hilft beim Wasser­sparen!

6. Spülwasser sinnvoll einsetzen

Wenn ihr von Hand spülen müsst, dann startet mit den nur leicht verschmutzten Geschirr­teilen. In der Regel sind das die Gläser. Anschließend könnt ihr im gleichen Wasser die stärker verschmutzten Teile spülen. So müsst ihr das Wasser weniger oft nachfüllen.

7. Obst und Gemüse in der Schüssel waschen

Obst und Gemüse bitte nicht unter fließendem Wasser waschen sondern in einer Schüssel. Das verbraucht weniger Wasser und ihr könnt das Wasser anschließend noch zum Blumen­gießen nutzen.

8. Lappen und Eimer statt Hochdruck­rei­niger

Ja, es macht Spaß mit dem Hochdruck­rei­niger den Balkon abzuspritzen. Damit geht aber pro Stunde bis zu 500 Liter frisches Trink­wasser verloren. Nutzt lieber Lappen und Eimer.

9. Sparsam Rasen­mähen

Ein raspel­kurzer Rasen trocknet viel schneller aus und braucht mehr künst­liche Bewäs­serung, als wenn das Gras etwas länger ist.

10. Rasen­sprenger vermeiden

Sparsamer ist die Bewäs­serung mit einem Tropf­schlauch. Der nutzt wenig Wasser und das Wasser verdampft nicht so schnell, sondern kommt zielgenau dort an, wo es gebraucht wird.

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