Peter Bell Wilkinson

Wilkinson nutzt Ladema­nagement der Stadt­werke Solingen

Unser Autor:

Wilkinson stellt seinen Mitar­beitern und Dienst­wa­gen­fahrern eine ausge­feilte Ladein­fra­struktur zur Verfügung: 20 Stell­plätze haben mittel­fristig Zugang zu zehn Ladepunkten auf dem firmen­ei­genen Parkplatz. Und das mit einem überschau­baren Ausbau der Infrastruktur.

Wie man aus 77 KW 220 KW macht

Gerade eben haben wir den ersten Bauab­schnitt bei Wilkinson abgeschlossen: Dort greifen aktuell je vier Parkplätze auf zwei Ladesäulen zu. Mit je zwei Ladepunkten à 22 KW können so insgesamt vier Autos parallel laden. Der zweite Bauab­schnitt wird aktuell geplant und vorbe­reitet. Nach dem zweiten Bauab­schnitt stehen zukünftig fünf Ladesäulen mit zehn Ladepunkte an 20 Parkplätzen zur Verfügung. Eigentlich wäre dafür eine Versorgung von 10 x 22 KW = 220 KW nötig gewesen. Zur Verfügung standen jedoch nur 70 KW, die mit einer neuen 100 Meter langen Leitung aus dem öffent­lichen Netz gezogen werden. Die nächst­ge­legene Trafo­station wäre sonst überlastet. Deshalb nutzen wir bei Wilkinson ein intel­li­gentes Lademanagement.

Master und Slave-Ladesäulen

Technisch funktio­niert das so, dass in den Ladesäulen gemessen wird, wie viele E-Autos angeschlossen sind und was jedes dieser Fahrzeuge an Leistung aufnehmen kann. Diese Infor­ma­tionen werden an die Master-Ladesäule weiter­ge­leitet. Diese errechnet die Leistung, die pro Auto abgegeben werden kann, und gibt diese Infor­mation an die anderen (Slave-)Ladesäulen zurück.

Ein Beispiel: An den zehn Ladepunkten sind vier E-Autos gleich­zeitig angeschlossen. Drei von ihnen könnten mit 22 KW laden, das vierte E-Auto nur mit 11 KW. Die vorhan­denen 70 KW werden dann zunächst gleich­mäßig auf die vier Fahrzeuge aufge­teilt: Alle Fahrzeuge erhalten rechne­risch 17,5 KW. Ein E-Auto kann aber nur 11 KW laden. Das sind 6,5 KW mehr, als es aufnehmen kann. Diese 6,5 KW werden deshalb gleich­mäßig auf die anderen drei Fahrzeuge aufge­teilt. Letztlich lädt ein Fahrzeug mit 11 KW und die vier anderen mit 19,66 KW.

Stati­sches Lademanagement

Das Ganze nennt man stati­sches Ladema­nagement, da es auf eine festste­hende (statische) Leistung von in unserem Fall 70 KW zugreift. Neben dem stati­schen Ladema­nagement gibt es auch das so genannte dynamische Ladema­nagement. Im Unter­schied zum stati­schen Ladema­nagement verändert sich hier die zur Verfügung stehende Leistung, z. B. weil weitere Verbraucher angeschlossen sind. Übrigens: In beiden Fällen kann man ladende Fahrzeuge mit unter­schied­lichen Priori­täten ausstatten. Indem man definiert, dass z. B. das E-Fahrzeug des Außen­dienst­mit­ar­beiters immer mit maximaler Leistung geladen wird, während sich die anderen Fahrzeuge den restlichen Strom teilen. Die Abrechnung der Ladeleistung erfolgt über die Stadt­werke Solingen und zwar über die bewährte TankE-App.

Interview mit Peter Bell von Wilkinson

Mein Kollegen Kevin Saxler, Projekt­ko­or­di­nator für uns bei Wilkinson hat mit Peter Bell, Electrical Facility Engineering bei Wilkinson über das Projekt gesprochen:

Kevin Saxler: Herr Bell, Sie haben den Parkplatz sowohl für E-Fahrzeuge von Mitar­beitern als auch Dienst­wa­gen­fahrern fit gemacht. Wer hat den Anstoß dazu gegeben?
Peter Bell: Vor allem unsere Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter haben sich mit dem Wunsch nach einer Lademög­lichkeit an uns gewandt. Da wir auch die private Elektro­mo­bi­lität in Solingen unter­stützen wollen, sind wir dem sehr gerne nachgekommen.

Kevin Saxler: Wie viele E-Fahrzeuge umfasst Ihr Fuhrpark derzeit?
Peter Bell: Wir haben bisher zwölf Plugin-Hybride als Dienst­wagen. Gerade bei Plugin-Hybriden besteht die Gefahr, dass die vor allem mit Benzin betrieben werden. Deshalb war es uns wichtig, eine bequeme Lademög­lichkeit zu schaffen. Wir hoffen, dass die Kolle­ginnen und Kollegen das gut annehmen.

Kevin Saxler: Sie arbeiten bei Wilkinson im 3-Schicht­be­trieb, 24/7. Wie sichern Sie die Zugänge zu den Ladesäulen?
Peter Bell: Der Parkplatz ist in der Zeit von 7:00 bis 22:00 Uhr von Montag bis Samstag befahrbar. Die maximale Ladezeit für jeden Nutzer soll ca. 4 Stunden betragen. Entspre­chend dem Schicht­be­trieb könnten die Mitar­beiter in ihren Pausen das Laden beenden oder starten. Da bei uns jeder Ladepunkt von zwei Parkplätzen erreichbar ist, müssen die Kolle­ginnen und Kollegen nur die Ladung unter­brechen aber nicht umparken, damit ein anderes Fahrzeug laden kann. So können wir in der zweiten Ausbau­stufe 40 E-Autos pro Tag versorgen.

Kevin Saxler: Wie zufrieden sind Sie mit dem Ladema­nagement?
Peter Bell: Das ist eine super Lösung für uns. Zumal wir auch zunächst die Inves­tition in eine Trafo­station sparen konnten.

Fundament Ladesäule Wilkinson
Ladesäule Wilkinson
Aktueller Status Ladesäule Wilkinson Solingen

Elektro­mo­bi­li­tätstag 2021 der Stadt­werke Solingen

Alles E oder was? Auf dem Elektro­mo­bi­li­tätstag der Stadt­werke Solingen garan­tiert! Und zwar am Samstag, den 21. August, von 11 bis 16 Uhr auf dem Mitar­bei­ter­park­platz an der Beetho­ven­straße 210. Welche Modelle gibt es, wo lade ich mein Auto und wie komme ich an Fördergeld? Diese und weitere Fragen beant­worten Experten der Stadt­werke und weitere Akteure. Die Veran­staltung findet im Freien und unter Einhaltung der Corona-Regeln statt. Sichert euch deshalb recht­zeitig eine kostenlose Eintritts­karte fürs Gelände, über die der corona­kon­forme Zutritt geregelt wird. Die Tickets gibt es in den Vorver­kaufs­stellen von Solingen-Live und über unsere Website Elektro­mo­bi­li­tätstag 2021. Da sich die Rahmen­be­din­gungen jederzeit ändern können, infor­miert euch kurz vor der Veran­staltung bitte auf unserer Seite zum Elektro­mo­bi­li­tätstag 2021, ob es coronabe­dingte Einschrän­kungen gibt.

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