Machbarkeitsstudie "Umsetzung der Anforderungen aus der Nachhaltigkeitsstrategie und dem Nahverkehrsplan (NVP) der Stadt Solingen"
Der Rat der Stadt Solingen hat im Jahr 2018 einstimmig die Solinger Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Diese übersetzt die weltweit gültigen Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf die kommunale Ebene und setzt den Rahmen bzw. bildet die Grundlage für die gesamtstädtische Entwicklung der nächsten Jahre. Abgeleitet daraus wurde der Nahverkehrsplan der Stadt Solingen zum Jahr 2023 fortgeschrieben und zur Beschlussfassung vorgelegt.
Der Nahverkehrsplan weist aufgrund seines Umfangs und seiner inhaltlichen Komplexität eine Vielzahl von Handlungsfeldern und Maßnahmen auf.
Die formulierten Ziele erscheinen unter den derzeitigen technischen, zeitlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht realisierbar und eine unmittelbare Priorisierung und strukturierte Bearbeitung der einzelnen Themenbereiche ist nur sehr eingeschränkt möglich.
Um dennoch eine fundierte Strukturierung sowie eine Priorisierung der weiteren Vorgehensweise zu ermöglichen, welche ökonomisch tragbar ist und die Anforderungen des NVP umsetzt, wurde daher eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Im Rahmen dieser Untersuchung werden die im Nahverkehrsplan enthaltenen Maßnahmen hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet, strukturiert und priorisiert. Auf dieser Grundlage soll eine schrittweise und zielgerichtete Umsetzung der Maßnahmen ermöglicht werden.
Die Machbarkeitsstudie hat zum Ziel, den Ausbau des emissionsarmen ÖPNV in Solingen zu unterstützen und zu beschleunigen. Die Anforderungen aus dem NVP sehen eine vollständige Elektrifizierung sowie einen deutlichen Leistungsaufwuchs und eine deutliche Streckenausweitung vor. Damit entsprechende Maßnahmen einen Niederschlag im Modal Split erreichen und somit die gewollte Wirkung erzielt werden kann, muss schnellstmöglich mit den Vorbereitungen für die Umsetzung begonnen werden.
Die weitere Elektrifizierung der Busflotte stellt die Stadtwerke Solingen als kommunales Verkehrsunternehmen vor große Herausforderungen. Die Anpassung des Betriebes an eine neue Antriebstechnologie ist zeitintensiv und die Beschaffung der Neufahrzeuge sowie der Bau neuer bzw. die Erweiterung bestehender Oberleitungs-/Ladeinfrastrukturen äußerst kostenintensiv. Zudem weisen bestehende Verkehrsinfrastrukturen u.a. durch den Austausch von Dieselbussen durch Batterie-Oberleitungs-Busse (BOB) ihrerseits zunehmende Kapazitätsengpässe auf.
Aus diesem Grund müssen die zu erwartende Effekte aus o. g. Inbetriebnahme und den Anforderungen aus dem NVP aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht genauestens analysiert und bewertet werden.
Die Machbarkeitsstudie gibt Aufschluss über Möglichkeiten der zukünftigen Ausrichtung und Gestaltung des ÖPNV in Solingen. Dafür wurde eine Untersuchung in zwei Stufen durchgeführt:
1. Stufe: Vollständige Elektrifizierung des ÖPNV in Solingen
2. Stufe: Ausweitung des Angebotes und Attraktivierung des ÖPNV in Solingen.
Im ersten Schritt wurde geprüft, wie eine vollständige Elektrifizierung des gesamten Busnetzes sichergestellt und effizient betrieben werden kann. Dazu wurden die Systeme Batterieoberleitungsbus (BOB) und Batterieelektrischer Bus (BEB) in Bezug auf Liniennetz, Infrastrukturbedarf und Kosten gegenübergestellt.
Im zweiten Schritt wurde untersucht, wie eine Umsetzung der im Nahverkehrsplan vorgegebenen Maßnahmen mit den vorgesehenen Angebotsausweitungen erfolgen kann. Dabei wurden die zusätzlichen Leistungen vollelektrisch angeboten.
Abschließend wurde als gutachterliche Empfehlung ein umsetzungsorientiertes optimiertes Stufenkonzept aufgezeigt.
Das Projekt wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr / von Bussen im Personenverkehr“ mit insgesamt 82.606,02 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

