DIY-Adventskalender Titelbild

DIY-Advents­ka­lender – oder: Wie ich mein Bastel­talent zum Leben erweckte

Romy Faust

Unser Autor:

Ok, tief durch­atmen! Basteln ist norma­ler­weise echt überhaupt nicht mein Ding. Viel lieber male ich – das war schon immer so. Schon im Kinder­garten beim Later­nen­basteln dachte ich mir jedes Jahr: „Euer Ernst?!“ Zum Glück hatte ich damals eine eupho­rische Bastel­tante neben mir sitzen: Meine Mutter. Die virtuos mit Schere und Klebe­stift umgehen konnte wie keine Zweite. Ich hatte nämlich meistens die kleinen ausge­schnit­tenen Pappteile überall kleben – aber eben nicht auf der Laterne, wo sie hin sollten!

Gut, man wird älter, reifer und eventuell ja auch talen­tierter! Dachte ich mir… Und man kann es ja nochmal versuchen. So mit 31 Jahren und dem Patenkind zuliebe. „Reiß dich mal zusammen!“ höre ich mein inneres, fast schon verkümmert in der Ecke sitzendes Bastel­talent leise rufen. Also gut – an die Schere, fertig, los!

Um mir den Schritt mit dem braunen Bastel­papier zu sparen, habe ich Coffee to go-Becher gekauft, die schon braun sind – #zweiterna­me­pfif­fikus. 😉 Die bekommt man zum Beispiel bei Amazon, genau wie die passenden Deckel dazu. Den Rest bekommt man in jedem Bastel­zu­be­hör­laden – Ich war bei idee. im Hofgarten. Im Laden stellte ich fest, dass Bastelfilz so weich ist, dass das Geweih nur traurig herunter hängen würde. Die dickere Filzva­riante ist aber so dick, dass ich beim Anblick schon keine Lust hatte, 48 Geweihe daraus auszu­schneiden. Braune Pappe ist da definitiv die bessere und vor allem günstigere Alter­native.

Auf der Suche nach den Wackelaugen entdeckte ich rote „Pompons“ – kleine rote Bömmel. Ich schaltete schnell: Diese Dinger könnten mir das Ausschneiden kleiner, roter Kreise ersparen. Alleine deswegen hatte ich schon Albträume. Also: einpacken – und der Bastel­einkauf war erledigt!

Da liegen sie nun vor mir. Die Zutaten, die am Ende die Augen meines Paten­kinds hoffentlich zum Strahlen bringen werden. Und ich beruhige meine innere Stimme: „Jaja, ist ja gut. Dieses Mal gebe ich mir WIRKLICH Mühe!“

DIY-Adventskalender - 1 Bastelsachen

Als erstes kommt der legendäre Pritt-Alles­kleber zum Einsatz. Ein Desaster für jeden perfek­tio­nis­tisch angehauchten Menschen: Bei dem Aufbringen von Klebe­punkten zieht der Kleber Fäden. Dabei dachte ich, dass sei eher was für mich – eigentlich eine schöne Aufgabe für den Bastel-Grobmo­to­riker. Was soll’s. Im Akkord werden die Wackelaugen auf die Becher geklebt. Danach nehme ich mir die roten Nasen a.k.a. roten Bömmel vor.

DIY-Adventskalender - 2 Rentiere

Um mich noch länger vor der Schnib­belei zu drücken, lege ich 24 to go-Deckel vor mich auf den Tisch und schreibe mit wasser­festem Stift die Zahlen 1-24 drauf.

DIY-Adventskalender - 3 Deckel

So, jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, meinen inneren Schwei­nehund zu überwinden. Damit die Becher nämlich auch wirklich wie Rentiere und nicht wie schlechte Clowns aussehen, muss noch das Geweih dran. In unserer Bastel­an­leitung (Download siehe unten) findet ihr eine Vorlage dafür. Schere rausge­kramt – es werden Erinne­rungen wach.

Ich lege die Vorlage auf die Pappe und zeichne – wieder im Akkord – mit einem Stift drum herum.

DIY-Adventskalender - 5 Geweihe

Und es kommt, wie es kommen musste: Es wird ausge­schnitten. Und was soll ich sagen? Ich weiß schon, warum ich in der Vergan­genheit nie wieder gebastelt habe.

Der Griff der Schere drückt schmerzhaft auf meinen Daumen, ich merke, wie meine Ungeduld immer weiter wächst. Das Bastel­talent mahnt mit erhobenem Zeige­finger.

Jetzt ist es fast geschafft. Um die Geweihe hinten an den Becher­deckel zu kleben nutze ich wieder Flüssig­kleber, da die Verbindung von Prittstift + Plastik bekanntlich nicht die beste ist.

DIY-Adventskalender - 6 Deckel mit Geweih

Laut Bastel­an­leitung müssen nun noch die Becher mit Löchern versehen werden, um eine Kordel durch­zu­fädeln und zu befes­tigen. Da dieser Kalender aber auf einem Schrank stehen wird, konnte ich mir auch diesen Arbeits­schritt sparen (yeah!).

Es ist vollbracht! So übel, wie zunächst gedacht, sehen die Rentier-Becher gar nicht aus. Und ich bin ein bisschen stolz auf mich. Mein inneres Bastel­talent hat sich auch entspannt strickend im Schau­kel­stuhl zurück­ge­lehnt und schaut weise über seine Lesebrille: „Siehst du? Du kannst alles, wenn du es nur willst!“ Da hat es wohl Recht. Jetzt muss nur noch mein Patenkind die richtige Reaktion zeigen …

 

DIY-Advents­ka­lender als PDF-Download

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