Verkehrsbetrieb Solingen - Werkstatthalle (Luftbild)

Neue PV-Anlage bei den Verkehrs­be­trieben Solingen

Stefan Stüllein

Unser Autor:

Als Spezialist für PV-Anlagen inter­es­siere ich mich auch für die Anlage auf Dächern der Verkehrs­be­triebe, die seit Juli 2019 in Betrieb ist. Ich habe mich mit den zustän­digen Kollegen der Verkehrs­be­triebe über die Anlage und ihre Entste­hungs­ge­schichte unter­halten.

Freund­schaft­liche Koope­ration mit der BESG eG

Der Strom dient der Eigen­ver­sorgung der Verkehrs­be­triebe und ist eine Koope­ra­ti­ons­leistung mit der Bürger­En­ergie Solingen (BESG). Und offen­sichtlich eine ziemlich fruchtbare. Das erzählt mir zumindest mein Kollege Jens Olaf Schumacher (Er ist für die Oberlei­tungs­technik zuständig und hat das Projekt von Seiten der Verkehrs­be­triebe geleitet.): „Entstanden ist die Idee Ende April. Da war die BESG bei uns zu Gast und wir haben von unserem BOB-Projekt berichtet und davon, dass wir die Batterie-Oberlei­tungs-Busse künftig mit lokal erzeugter Energie betreiben möchten.“

Kurz danach hätten sich die BESG als Koope­ra­ti­ons­partner angeboten. „Die Zusam­men­arbeit ist sehr freund­schaftlich gewesen und so haben wir es gemeinsam geschafft, in nur drei Monaten die Anlage von der Idee aufs Dach zu bekommen. Seit Juli ist die Anlage nun am Netz.“

Eigen­erzeugung spart unter anderem Netzge­bühren

Die Eigen­ver­sorgung ist derzeit eine besonders günstige und damit wirtschaft­liche Form der Strom­erzeugung. Dadurch, dass der Strom direkt auf dem Betriebs­ge­lände erzeugt und verbraucht wird bzw. später einmal ins Oberlei­tungsnetz der Stadt­werke Solingen fließen soll, wird das öffent­liche Stromnetz nicht beansprucht. Deshalb müssen auch keine Gebühren an den Netzbe­treiber gezahlt werden. Diese Form der Einsparung gilt grund­sätzlich bei allen Gebäuden, die selbst erzeugten Strom auch selbst verbrauchen.

Bei den Verkehrs­be­trieben ist der Anschluss einer PV-Anlage an das Oberlei­tungsnetz im Moment noch in der Testphase. Gegen­wärtig wird daher der selbst erzeugte Strom genutzt, um den Strom­bedarf auf dem Werks­ge­lände zu decken. Auch in meiner täglichen Praxis erlebe ich immer wieder, wie wichtig es ist, bei der Planung einer PV-Anlage alle regula­to­ri­schen Rahmen­be­din­gungen im Blick zu haben.

Win-Win-Situation

Die Bürger­En­ergie Solingen (BESG) ist Bauherrin und Eigen­tü­merin der Anlage. Der Verkehrs­be­trieb gilt als Betreiber der Anlage. Ingeborg Friege, erste Vorsit­zende der BESG: „Wir sind seit unserer Gründung im Jahr 2014 regel­mäßig auf der Suche nach größeren Dachflächen in Solingen, die zur Erzeugung erneu­er­barer Energien genutzt werden können.“

Der Verkehrs­be­trieb hat das Dach der Blech­halle, die als Werkstatt genutzt wird, für die PV-Anlage zur Verfügung gestellt und mietet die Anlage bei der BESG. Die BESG trägt im Gegenzug alle Kosten für den Aufbau der Anlage und sorgt für die technische Betriebs­be­reit­schaft während der Vertrags­laufzeit.

Eine Ausweitung der Zusam­men­arbeit wird derzeit unter­sucht und von beiden Seiten positiv bewertet. Jens Olaf Schumacher: „Das Potential ist da. Wir haben entspre­chende Flächen und genug Strom­bedarf.“ Neben der Blech­halle wären auch Teile der Werkstatt­halle, die Wasch­halle und eventuell weitere Dächer für PV-Anlagen geeignet. Auch über einen Buscarport haben die beiden Partner bereits nachge­dacht.

Es bleibt also spannend!

Die Zahlen

  • 316 Solar­module
  • 524 Quadrat­meter Fläche
  • 81.000 kWh Erzeugung/Jahr
  • 49.000 Kilogramm Einsparung von CO2
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