Windkraftanlage

Strom für 17.500 Haushalte

Frederik Schacht

Unser Autor:

Ihr wollt wissen, was wir als Stadt­werke Solingen eigentlich gegen den Klima­wandel tun? Zum Beispiel unsere Betei­li­gungen an mehr als 100 Windkraft­an­lagen in Deutschland. Dort haben die Stadt­werke Solingen im Jahr 2020 etwa 63 GWh Strom erzeugt.

Auch bei Starkwind: Starke Partner

63 GWh decken den Jahres­ver­brauch von 17.500 durch­schnitt­lichen drei-Personen-Haushalten (ca. 3.600 kWh pro Jahr). Dafür haben wir Betei­li­gungen an Windparks bzw. Windpark­port­folien der STEAG und der Trianel abgeschlossen. Diese Betei­li­gungen haben den Vorteil, dass wir das Risiko nicht alleine tragen müssen, sondern starke Partner an unserer Seite haben. Die Steag hat 2014 18 Windkraft­an­lagen auf dem Gelände des ehema­ligen Muniti­ons­depot Weichensdorf in Brandenburg erreichtet. Hier haben wir uns mit 11,64% beteiligt. Rechne­risch gehören uns also 2,1 Windräder der STEAG Windpark Ullersdorf GmbH &Co.KG. Ullersdorf ist übrigens das Dorf, das direkt an das Muniti­ons­lager anschließt. Seit der Inbetrieb­nahme hat der Park bereits mehr als 650 GWh erzeugt, wovon mehr als 80 GWh uns gehört.

Stadt­werke-Koope­ration Trianel macht Wind

Weitere 9,15% halten wir an der Trianel Onshore Windkraft­werke GmbH & Co. KG (TOW), 7,59% an der Trianel Wind und Solar GmbH und Co. KG (TWS) und 6,60% an der Trianel Erneu­erbare Energien GmbH & Co. KG (TEE). Alles Unter­nehmen der Stadt­werke-Koope­ration Trianel. Dort sind wir seit dem 1. Januar 2014 Gesell­schafter und reali­sieren über die Trianel gemeinsam mit anderen Stadt­werken Windkraft­an­lagen in Deutschland. 

Damit sind wir bereits seit 2014 aktiv an dem Ausbau der Onshore Windkraft beteiligt und halten, rein rechne­risch ca. zehn Windkraft­an­lagen in unserem Eigentum. Seit Beginn unseres Engage­ments hat sich die Techno­logie sehr stark weiter­ent­wi­ckelt. Die ersten Anlagen, an denen wir uns im Jahr 2014 beispiels­weise im Windpark Eisleben in Sachsen-Anhalt beteiligt haben, hatten serien­mäßig ca. 3 Megawatt Leistung instal­liert. Aktuell planen wir schon mit Anlagen mit einer Leistung größer 5 Megawatt. Ein einzelnes Windrad kann damit ca. 15.000 MWh Strom pro Jahr erzeugen, was dem Durch­schnitts­ver­brauch von ca. 4.200 Haushalten entsprechen würde.

Vorbe­reitung ist aufwändig

Während die Windräder leistungs­fä­higer werden, werden die Geneh­mi­gungs­pro­zesse deutlich komplexer. Von der ersten Idee einer Anlage bis zur Inbetrieb­nahme vergehen mindestens fünf Jahre. Alleine um eine umfas­sende Kartierung der Tierwelt gewähr­leisten zu können, benötigen die Gutachten ein ganzes Jahr. Hierbei werden teils komplexe Raumana­lysen erstellt, um z. B. festzu­stellen, wo bestimmte Vögel vom Horst zu den Jagd- und Futter­plätzen fliegen. Und nebenbei lernt man so auch die heimische Tierwelt besser kennen. Oder wer von euch hat schon mal vom Haselhuhn, dem Feldhamster oder der Mopsfle­dermaus gehört? 😉

Logis­tische Meisterleistung

Die eigent­liche Umsetzung der Windparks ist dann eine logis­tische Meister­leistung. Alleine das Fundament eines Windrads hat einen Durch­messer von mindestens 20 m und eine Höhe von mindestens 3 m. Um dieses Fundament auszu­füllen, fahren die Beton­mi­scher in Dauer­schleife und müssen eine konti­nu­ier­liche Lieferung sicher­stellen. Ja nach Lage des Windparks kommen so einige Kilometer Entfernung und entspre­chend viele Beton­mi­scher zusammen. Die größten Bauteile sind die Rotor­blätter. Diese sind, bei modernen Anlagen über 70 m lang und werden in einem Stück von der Fabrik bis auf die Baustelle geliefert. Abseits der Autobahnen müssen hierfür temporär immer wieder Schilder, Laternen und Ampeln abmon­tiert oder auch mal Kurven und Kreis­ver­kehre ausgebaut werden. Für die Endmontage werden entspre­chend große Kranan­lagen benötigt, um z. B. das Maschi­nenhaus und die Rotor­blätter in eine Höhe von bis zu 150 m zu heben.

WP Buchenau
Rotor­blatt­montage im Windpark Buchenau
TEE WP Gebersreuth
Ein Fundament im Windpark Gebers­reuth (TEE)

Einmal die Welt von ganz oben sehen …

Auf Grund der Leistungs­fä­higkeit der modernen Anlagen mit mehr als 5 Megawatt Leistung sowie Vollbe­nut­zungs­stunden pro Jahr von ca. 3.000 Stunden bildet die Windkraft in Deutschland das Rückgrat der Energie­wende. 2020 wurde bereits mehr als 25% der Energie durch Windkraft­an­lagen in Deutschland erzeugt. Ich habe die verschie­denen Phasen einer Windpark­ent­wicklung schon aktiv mitbe­gleitet, von der ersten Raumanalyse und den Gesprächen mit Eigen­tümern, Anwohnern und Politikern, über das Geneh­mi­gungs­ver­fahren und den Beginn der Bauar­beiten, bis zur Inbetrieb­nahme eines ganzen Parks. Mein nächstes Ziel ist es, einmal oben auf einer betriebs­be­reiten Anlage zu stehen und von dort die Aussicht zu genießen. Vielleicht ergibt sich hierfür bei einem unserer mehr als 100 Anlagen ja mal die Möglichkeit. 😉

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