sigo Lastenfahrrad

Bauge­nos­sen­schaft Eigenheim unter­stützt Mieter in der nachhal­tigen Mobilität

Unser Autor:

Für Oliver Sloot, Geschäfts­führer der Bauge­nos­sen­schaft Eigenheim geht Elektro­mo­bi­lität über E-Autos hinaus. Seine Mieter können sich bald über ein zweites E-Lastenrad zur Ausleihe freuen. Ich habe mich mit ihm über den aktuellen Stand unterhalten.

Oliver Sloot (Vorstand Baugenossenschaft Eigenheim, Solingen)
Oliver Sloot (Geschäfts­führer Bauge­nos­sen­schaft Eigenheim, Solingen)

Christian Olbrisch: Herr Sloot, Sie sind ja im Bereich Elektro­mo­bi­lität immer ganz vorne mit dabei. Was war eigentlich Ihre aller­erste Maßnahme in dem Bereich?
Oliver Sloot: Als erstes haben wir 2017 zwei E-Autos als Dienst­wagen bestellt –ausge­liefert wurden die dann im Juli 2018: ein Hybrid, den ich selbst fahre und einen vollelek­tri­schen Wagen für meine Kollegin. Die nutzt den beruflich für Fahrten innerhalb Solingens. Erst danach haben wir die erste Ladesäule in der Frieden­straße von den Stadt­werken Solingen bauen lassen. Das war im Sommer 2018.

Olbrisch: Und? Sind Sie zufrieden mit Ihren Fahrzeugen?
Sloot: Absolut! Meine Frau ist bald auch begeis­terte E-Fahrerin. Und meine Kollegin hat schon gesagt, sie wolle kein anderes Auto mehr haben. Ich selbst lade seit 2019 über eine dienst­liche Lademög­lichkeit zuhause. Damals gab es noch keine getrennte Abrech­nungs­mög­lichkeit, deshalb nutze ich einen zweiten Zähler, der in dem Haus vorhanden war. Meine Kollegin wohnt ganz in der Nähe unserer Verwaltung. Sie nutze die Ladesäule in der Friedenstraße.

Olbrisch: Damit gehören Sie zu den Pionieren der ersten Stunde in Solingen. Inzwi­schen haben Sie drei Ladesäulen im Quartier Frieden­straße durch die Stadt­werke errichten lassen. Was würden Sie anderen Bauge­nos­sen­schaften empfehlen: Warum sollten die eine Ladein­fra­struktur aufbauen?
Sloot: Jetzt, wo der Wohnungs­markt quasi zusam­men­ge­brochen ist, kann man sicherlich jede Wohnung vermieten. Langfristig wird sich das aber wieder ändern. Für mich ist eine gute Ladein­fra­struktur, sowie ein ergän­zendes Angebot – und da gehören auch E-Lasten­räder dazu – ein gutes Vermie­tungs­ar­gument. Ich habe immer mehr Mieter mit E-Fahrzeugen und viele, die beim nächsten Autokauf umsteigen wollen.

Olbrisch: Haben Sie eine Verän­derung in der Nachfrage gemerkt?
Sloot: Auf jeden Fall. Zunächst wurden die Ladesäulen wenig genutzt. Als sich rumge­sprochen hat, dass die damals kostenlos waren, kamen die E-Autofahrer aus dem Umfeld. Dann wurden die Ladesäulen kosten­pflichtig und es gab einen kleinen Nachfra­ge­ein­bruch. Aber seit einem Jahr wächst der Bedarf wieder. Seit drei bis vier Monaten ist richtig Dynamik drin. Mein Eindruck ist, wer eine Ladesäule vor der Tür hat, fängt an darüber nachzu­denken, ob er sich nicht doch ein E-Auto kaufen soll. Insgesamt haben wir 50% eigene Mieter und 50% E-Autofahrer aus dem Umfeld an den Ladesäulen.

Olbrisch: Sie sprachen eben die E-Lasten­räder an. Sie bieten Ihren Mietern auch die Möglichkeit E-Lasten­räder auszu­leihen. Was ist der Hinter­grund?
Sloot: Ich will unseren Mietern die Möglichkeit geben, nachhal­tiger zu leben. Vielleicht schafft der ein oder andere doch das Auto ab, wenn er auf ein Lastenrad zurück­greifen kann. Das Prozedere bei uns ist ganz einfach und nicht nur für unsere Mieter zugänglich. Man regis­triert sich in der App Sigo. Dort kann man dann den nächsten Standort mit einem E-Lasten­fahrrad einsehen, das Rad reser­vieren und freischalten. Wichtig ist, dass das E-Lastenrad an denselben Standort zurück­ge­bracht wird. Es ist also vor allem für unser Quartier und die sonstigen Anwohner gedacht.

Olbrisch: Sie haben auch mal über ein E-Bike-Sharing nachge­dacht?
Sloot: Ja, das wird auch von Sigo angeboten. Aber wir haben vor einigen Jahren Fahrrad­boxen aufgebaut, wo unsere Mieter ihre Fahrräder draußen, aber gesichert und Wetter geschützt, unter­bringen können. Da stehen so viele Fahrräder drin, dass ich im Moment eher weniger Bedarf an Leih-E-Bikes sehe.

Olbrisch: Wie soll es bei der Bauge­nos­sen­schaft Eigenheim mit der Elektro­mo­bi­lität jetzt weiter­gehen?
Sloot: Unser derzei­tiger Schwer­punkt sind eindeutig die E-Lasten­räder. Ich würde mich freuen, wenn die anderen Wohnungs­bau­ge­sell­schaften da mitziehen würden. Wir planen derzeit einen zweiten Standort für E-Lasten­räder in Merscheid an der Ecke Eifelstraße/Spichernstraße. Auf die Idee bin ich auf dem Elektro­mo­bi­li­tätstag der Stadt­werke Solingen gekommen. Da waren viele Anwohner aus Merscheid, die an E-Lasten­rädern inter­es­siert waren. Mit der Sigo-App wird das dann für alle Anwohner zugänglich. Im Moment prüfen wir noch, ob es für solche dienst­lichen E-Lasten­räder eine Förderung gibt.

Olbrisch: Das sind ja gute Nachrichten für die Anwohner! Vielen Dank für das Gespräch

DIESEN BEITRAG TEILEN

    Related Posts

    Dein Kommentar?

    Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

    Bitte beachtet unsere Netiquette!