Modernes Appartementhaus

Lademög­lich­keiten für Mieter und Eigentümergemeinschaften

Christian Olbrisch

Unser Autor:

In den letzten Wochen dürfte bei Vermietern und Hausver­wal­tungen häufiger das Telefon geklingelt haben. Am anderen Ende: Eigen­tümer oder Mieter, die in der (Tief-)Garage oder am Stell­platz eine Lademög­lichkeit für ihr E-Auto instal­lieren wollen.

Rechts­an­spruch auf Ladestation

Denn zum 1. Dezember 2020 ist das Wohnungs­ei­gen­tums­mo­der­ni­sie­rungs­gesetz (0,1 MB, PDF) in Kraft getreten. Erklärtes Ziel der Bundes­re­gierung: Eigen­tümern erhalten einen Rechts­an­spruch auf den Einbau einer E-Ladestation. Aller­dings auf eigene Kosten, sofern keine Mitstreiter für das Projekt gewonnen werden können. Auch Mieter erhalten in dieser Sache einen Rechts­an­spruch: Diese ist aller­dings im Bürger­lichen Gesetzbuch (0,2 MB, PDF) und nicht im WEG geregelt. Der Mieter darf nun eine Ladestation auf eigene Kosten einbauen, sofern der Vermieter das vorher genehmigt. Geneh­migen muss der Vermieter den Einbau immer dann, wenn die Beschaf­fenheit der Bausub­stanz das zulässt.

Hohe Anfangs­in­ves­ti­tionen

Der recht­liche Weg ist also frei. Probleme könnte es aber bei den Inves­ti­ti­ons­kosten geben. Gerade, wenn eine solche Anlage nachhaltig, also sukzessive erwei­terbar sein soll, kann der Aufbau der Infra­struktur schnell in die Tausende Euros gehen. Kein Geld, was der erste Eigen­tümer oder Mieter mit E-Auto komplett auf seine Kappe nehmen möchte. Gleich­zeitig könnte er aber durch den Einbau einer singu­lären Wallbox seinen Mitmietern oder Mitei­gen­tümern den Weg zur eigenen Lademög­lichkeit unnötig erschweren. Denn die elektrische Leistung pro Wohnhaus ist begrenzt.

Intel­li­gente Lösungen nutzen

Doch dafür gibt es inzwi­schen intel­li­gente Lösungen: Ein dynami­sches Ladema­nagement ermög­licht es, die vorhandene Leistung bedarfs­ge­recht auf mehrere Ladepunkte aufzu­teilen. Ein Gestat­tungs­vertrag reduziert das Risiko vom Vermieter oder der Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (WEG) auf hohen Anfangs­in­ves­ti­tionen sitzen zu bleiben, falls die Mitmieter oder Mitei­gen­tümer weiterhin auf Verbrenner setzen, es also bei wenigen Ladesta­tionen bleibt. Mein Kollege Kevin Saxler hat ein entspre­chendes Produkt für die Stadt­werke Solingen entwi­ckelt. Kevin Saxler: „Derzeit erhalten wir sehr viele Anfragen von Mietern und Eigen­tümern, die sich eine gesamt­heit­liche Ladelösung für ihr Zuhause wünschen.“ Kein Wunder, wenn man die steigenden Anmel­de­zahlen für E-Auto auch in Solingen berücksichtigt.

Dynami­sches Lademanagement

Doch was versteht man unter einem dynami­schen Ladema­nagement? Bisher haben wir dieses Angebot nur Unter­nehmen unter­breitet. Zur Illus­tration haben wir es in einem kleinen Video darge­stellt. Ähnlich funktio­niert das Ladema­nagement für Tiefga­ragen und Parkplätze in der Wohnungswirtschaft:


In der Animation sieht man, dass die aktuell verfügbare elektrische Leistung, die an jedem Hausan­schluss begrenzt ist, automa­tisch auf die jeweils ladenden Fahrzeuge aufge­teilt wird. Mit dieser Lösung spart man viel Geld. Würde man allen Ladepunkten jederzeit Zugriff auf die volle Ladeleistung geben, so wäre dies mit hohen Netzan­schluss­kosten verbunden.

Gestat­tungs­vertrag

Kevin Saxler: „Der Gestat­tungs­vertrag als zweiter Baustein unseres Angebotes reduziert Kosten und Risiko für den Vermieter oder die WEG. Die Stadt­werke Solingen gehen nämlich in Vorleistung: Wir erstellen die grund­le­gende Infra­struktur inklusive Spannungs­ver­sorgung und Netzwerk­an­bindung.“ Das ermög­licht, nach und nach bedarfs­ori­en­tiert weitere Stell­plätze anzuschließen. Dafür zahlen die Nutzer einen Einstiegs­preis, zu dem die eigene Wallbox instal­liert und in das System einge­bunden wird, und monatlich einen Grund­preis für die Nutzung der Infra­struktur, außerdem natürlich die Strom­kosten. Im Gegenzug betreiben die Stadt­werke Solingen zehn Jahre lang die Infra­struktur (inklusive Abrechnung, Wartung, Betriebs­führung und Strom­lie­ferung). Die E-Mobilisten erhalten außerdem Zugang zum Ladenetzwerk TankE der Stadt­werke Solingen, also auf 9.000 Ladepunkte bundesweit.

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