Himmel mit Sonne und Wolken

Photo­voltaik-Anlagen und Strom­speicher: Förder- und Finan­zie­rungs­mög­lich­keiten

Stefan Stüllein

Unser Autor:

„Ein Hochdruck­gebiet bringt weiter viel Sonnen­schein“, tönt es jetzt schon seit Wochen morgens aus dem Radio, während ich meinen ersten Kaffee schlürfe und mich für die Arbeit fertig mache. „Gut so!“, denke ich, schließlich wollen wir in Deutschland die Energie­wende schaffen und umso mehr Strom wir aus regene­ra­tiven Quellen wie der Sonnen­en­ergie erzeugen können, desto besser.

PV-Anlagen wirtschaftlich inter­essant

Angeregt durch das sonnige Sommer­wetter, beschäf­tigen sich derzeit besonders viele Menschen mit dem Gedanken an eine eigene Photo­voltaik-Anlage (kurz: PV-Anlage) auf ihrem Hausdach. Das merke ich an den Anrufen, die bei mir ankommen. Erstens ist die Grund­vor­aus­setzung – ein geeig­netes Dach – bei den meisten Hausbe­sitzern gegeben, und zweitens ist eine PV-Anlage dank zahlreicher Förder- und Finan­zie­rungs­mög­lich­keiten nicht nur ökolo­gisch sondern auch wirtschaftlich inter­essant. Ich habe dazu mit Florian Bublies, Energie­ex­perte der Verbrau­cher­zen­trale Solingen gesprochen.

Zinsgünstige Kredite als Form der Solar­för­derung

Rund 1.500 bis 1.700 € netto kostet derzeit ein kWp (Kilowatt Peak) Photo­vol­ta­ik­anlage. Das entspricht der Summe von vier bis sechs Solar­mo­dulen, je nach Leistung. Was nur wenige wissen: Schon ab 4.600 Euro netto kann man eine für ein Einfa­mi­li­enhaus ausge­legte PV-Anlage erwerben. Die hierfür benötigte Dachfläche liegt unter 20qm. Für die Finan­zierung kann eines der klassi­schen Zinszah­lungs­dar­lehen genutzt werden, die aktuell von verschie­denen Banken und der KfW (Kredit­an­stalt für Wieder­aufbau) angeboten werden. Außerdem finan­zieren Bauspar­kassen eine PV-Anlage über Sofort­baugeld mit anschlie­ßendem Bauspar­vertrag. Florian Bublies rät: Immer mehrere Angebote von Banken und Bauspar­kassen einholen und deren Kondi­tionen ganz genau prüfen, damit die Anlage möglichst kosten­günstig abbezahlt werden kann.

Förderung für Strom­speicher: schnell beantragen!

Seit Mai 2013 ist auch eine Solar­för­derung für Strom­speicher zu bekommen. So bietet die KfW Bank einen zinsgüns­tigen Kredit mit Tilgungs­zu­schuss an, durch den die Anschaf­fungs­kosten für einen Strom­speicher gesenkt werden können. Wichtig zu wissen: Das Kredit­an­gebot läuft zum 31. Dezember 2018 aus. Florian Bublies empfiehlt: „Die Zeit zwischen Antrags­stellung und Mittel­be­wil­ligung sollte nicht zu knapp bemessen werden. Der Antrag auf Förder­mittel für den Kreditabruf muss vor dem 31. Dezember erfolgt sein. Daher bei Interesse so schnell wie möglich handeln.“

Zudem besteht die Möglichkeit über das Förder­pro­gramm „progres.nrw“ einen Direkt­zu­schuss für Solar­strom­speicher zu erhalten. Es handelt es sich um ein Förder­pro­gramm der Landes­re­gierung. Der Zuschuss beträgt zehn Prozent der förder­fä­higen Inves­ti­ti­ons­kosten. Auch hier gilt es aber schnell zu handeln. Die Antrags­an­nahme für das Förder­pro­gramm progres.nrw ist bis zum 20.November 2018 möglich. Anträge, die nach dieser Frist bei der Bewil­li­gungs­be­hörde eingehen, können nicht mehr berück­sichtigt und müssen abgelehnt werden.

Eigen­ver­brauch zahlt sich aus

Eine weitere Form der Förderung für PV-Anlagen ist die sogenannte Einspei­se­ver­gütung, die im Erneu­er­baren Energien Gesetz (EEG) geregelt ist. Wird der selbst erzeugte Solar­strom ins Netz einge­speist, erhält der Anlagen­be­treiber je nach Leistung der eigenen PV-Anlage 20 Jahre lang einen festen Vergü­tungssatz für jede Kilowatt­stunde Strom (aktuelle Förder­sätze). Neben der Einspei­se­ver­gütung ist aber vor allem der Eigen­ver­brauch zu einer indirekten Einnah­me­quelle abseits der Solar­för­derung geworden. Denn eine PV-Anlage erzeugt Strom inzwi­schen bis zu rund 15 Cent pro Kilowatt­stunde günstiger im Vergleich zum allge­meinen Haushalts­strom­preis von rund 27 Cent pro Kilowatt­stunde. So lässt sich Monat für Monat Geld bei der Strom­rechnung einsparen. Willst du wissen, welche Leistung deine eigene PV-Anlage erbringen müsste, damit du mit dem erzeugten Strom deinen eigenen Bedarf decken und auch die Anschaf­fungs­kosten der Anlage genau berechnen kannst? Dann nutze folgenden Richtwert: Ein 4-Personen-Haushalt mit einem geschätzten Jahres-Strom­ver­brauch von 4.500 kWh pro Jahr benötigt eine PV-Anlage mit 4 bis 6 kWp Leistung. Wenn du noch genauere Zahlen und Infor­ma­tionen benötigst, findest du unter dem Stichwort „Hausge­macht“ kompe­tente Ansprech­partner rund um die Instal­lation und die Finan­zierung einer PV-Anlage. Des weiteren bietet die Verbrau­cher­zen­trale eine neutrale Vor-Ort-Beratung zum Thema Solar­strom an. Infor­ma­tionen findest du auf auf der Website der Verbrau­cher­zen­trale.

Schrift­liche Förder­be­wil­ligung noch vor dem Anlagenbau

Für alle, die mit einer PV-Anlage sauberen Sonnen­strom selbst erzeugen und zur Anschaffung und Instal­lation die aktuellen Förder- und Finan­zie­rungs­mög­lich­keiten nutzen möchten, hat Florian Bublies noch wichtige Tipps parat: „Die schrift­liche Bewil­ligung der Förder­mit­tel­geber muss immer vor dem Kauf und der Instal­lation einer PV-Anlage oder eines Strom­spei­chers vorliegen. Auch die jeweils festge­legten Förder­vor­gaben sollten genau­estens einge­halten werden, ansonsten können Förder­mittel nicht ausge­zahlt und Kredit­zu­sagen wieder aufge­hoben werden.“

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