Lisa Nohl - traurig mit Deutschlandfahne

Satz mit X. Schon wieder (Südkorea vs Deutschland)

Lisa Nohl

Unser Autor:

Wir sind raus bei der WM. So schlicht und einfach ist das und da brauchen wir auch nicht mehr um den heißen Brei herum­reden. Schon das erste Spiel gegen Mexiko ließ Schlimmes vermuten, man wurde das Gefühl nicht los, dass die Mannschaft müde ist und auch nicht so richtig viel Motivation mitbringt. Das zweite Spiel gegen Schweden dagegen ließ wieder hoffen. Klar, da lief auch noch lange nicht alles rund, aber der Einsatz­wille war absolut da! Herz und Leiden­schaft waren wieder zu spüren und auch wenn das (meiner Meinung nach absolut zum Zunge schnal­zende) Tor erst deutlich in der Nachspielzeit gefallen ist: Man hatte das Gefühl, da ist ein Ruck durch das Team gegangen. Hat ja lang gehalten.

Südkorea ist nicht Spanien

Ich hatte ja von vorherein vor Südkorea gewarnt, weil die vor allem bei Kontern recht gefährlich sind. So richtig dicke Chancen hatten die aber erstaun­li­cher­weise trotzdem nicht. Und was machen wir draus? Nichts. Wieder stimmte die Passquote nicht, Bewegung war gefühlt noch weniger drin als gegen Mexiko, es fehlten Ideen und zum Schluss wollte der Ball dann einfach nicht ins Tor. Mario Gomez hatte zwei, drei richtig satte Chancen, Mats Hummels köpft sich aus aussichts­reicher Position selbst an die Schulter. Sinnbildlich für das ganze Spiel. Aber Südkorea ist nicht Spanien oder Brasilien, die muss man einfach schlagen, wenn man a) Weltmeister ist und b) für sich selbst eine Titel­ver­tei­digung beansprucht.

Mögliche Gründe

Danach habe ich mich schon während des Spiels gefragt und mit meiner besseren Hälfte gefach­simpelt. Mangelnde Motivation war mir zu einfach als Ausrede. Das sind Profis. Irgendwie wirkten die Jungs aber müde, satt (ist eine Titel­ver­tei­digung wirklich so reizvoll oder reicht der eine auch erst mal?), die mannschaft­liche Geschlos­senheit, die uns 2014 so ausge­zeichnet hat, fehlte gefühlt komplett und im Vorfeld gab es viel zu viele Unruhe­herde. Meiner Meinung nach wurde da auch marke­ting­tech­nisch zu viel aufge­bauscht. Klar, als Weltmeister steht man natürlich im Fokus, aber für mich war es zu viel Werbung und zu wenig echter Fußball. Und das zeigte sich dann auch auf dem Platz.

Die Zeit danach

Ich bin ja wirklich quasi mit jeder Faser meines Körpers Fußballfan, aktiv wie passiv. Aber nach dem Spiel gegen Südkorea ging es mir erstaunlich „gut“. Da habe ich mich natürlich erst mal gefragt, ob mit mir noch alles in Ordnung ist. Aber die Antwort war relativ einfach: Die Mannschaft hat mich in den Spielen davor (und das fing schon bei den Testspielen im Vorfeld an) so wenig begeistert, dass mich das Ausscheiden erstens nicht überrascht und zweitens dann auch nicht emotional getroffen hat. Am besten drücken die Jungs jetzt mal alle schön den Reset-Knopf und besinnen sich auf das, was wirklich zählt: Fußball. Weniger Werbe-Chichi und back to the roots. Vielleicht hilft ja mal ne Trainings­einheit auf guter, alter Asche um zu verstehen, welche Werte wirklich zählen. Und dazu gehört bestimmt nicht der 10-Millionen-Mega-Werbe-Deal!

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