Streetscooter Frontansicht

Wir testen den Streets­cooter

Christian Olbrisch

Unser Autor:

Als letzte Woche der Streets­cooter zum Testen kam, waren wir alle ganz neugierig und haben gleich Fotos und Videos gedreht. Außerdem konnte ich einen Kollegen bei der aller­ersten Fahrt über unser Freilager begleiten. Mehr dazu in folgendem Video „Streets­cooter erste Testfahrt“:

Jetzt ist die Testwoche um, und wir ziehen ein Resümee.

Anfang der 2010er Jahre suchte die Deutsche Post einen elektro­ni­schen Ersatz für ihre Liefer­fahr­zeuge und fand kein entspre­chendes Modell. Sie kaufte daher im Dezember 2014 die StreetS­cooter GmbH, ein Spinoff der RWTH Aachen. Seitdem werden dort u. a. Elektro-Liefer­wagen produ­ziert. Einen solchen Streets­cooter, Modell Work, hatten wir in der letzten Woche zum Testen bei den Stadt­werken.

Das front­an­ge­triebene Fahrzeug verfügt über eine Servo­lenkung. Die Ladefläche wurde angehoben, um ausrei­chend Boden­freiheit zu erreichen. Die höhere Ladefläche ermög­licht es, dass die Radkästen nicht in die Ladefläche ragen. Der Trans­port­kasten ist auf beiden Seiten und von hinten zugänglich.

Ich konnte selbst einen kleinen Parcours absol­vieren (s. folgendes Video „Streets­cooter zweite Testfahrt“). Meine Meinung: Tolles Teil, Daumen hoch.

Außerdem habe ich mit den Kollegen gesprochen, die den Wagen für ihren Job auf Herz und Nieren geprüft haben. Die sind durchaus kriti­scher:

  • Michael Fruth, Netze Solingen, Elektro- und Kommu­ni­ka­ti­ons­technik: „Der Streets­cooter erzeugt von der Verar­beitung her ein leichtes Trabi-Gefühl. Kein Wunder, es ist halt keine Großserie. Das Fahrgefühl ist aber homogen und den Weyersberg rauf hat er spielend geschafft. Wichtig wäre für mich, dass die Akkus auch dann noch genug Saft haben, wenn der nötige Innen­ausbau und die Zuladung verstaut sind. Nicht so toll ist der fehlende Beifahrer-Airbag. Grund­sätzlich bin ich als Famili­en­vater aber für Elektro­mo­bi­lität.“
  • Dirk Benstein, Netze Solingen, Zähler­technik und -montage im Bereich Strom: „Der Wagen ist sehr leise und hat ein starkes Drehmoment. Leider macht der Wagen einen leisen aber hörbaren Pfeifton beim Gas geben. Für unsere Bedürf­nisse in der Montage ist die Ladekante zu hoch und der Laderaum zu klein. An den Schie­be­türen des Laderaums habe ich mir den Finger geklemmt.“

„Ziel ist es, möglichst viele Erdgas- und Diesel­fahr­zeuge nach und nach durch Elektro­fahr­zeuge zu ersetzen“, erklärt Frederik Budschun, der das Projekt bei uns betreut. Sein Fazit lautet: „Der erste Eindruck der Testper­sonen des StreetS­cooters war meist positiv und beim Durch­treten des Gaspedals war auf fast jedem Gesicht ein Lächeln zu sehen. Die Beschleu­nigung, die Fahrdy­namik, der Laderaum, der kleine Wende­kreis und weitere Eigen­schaften sind bei verschie­denen Mitar­beitern gut angekommen. Jedoch sind auch Mankos wie die Sitze, die Verar­beitung, die Reich­weite, die Ladezeit oder die zu hohe Ladekante Kriterien, die den Einsatz des Fahrzeugs für gewisse Aufga­ben­be­reiche ausschließen.“

Letzt­endlich kann ich es so zusam­men­fassen: E-Mobilität sollte nicht auf Biegen und Brechen einge­führt werden, aber es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Wir werden weiter nach prakti­kablen Lösungen suchen.

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