Sengbachtalsperre Solingen (Staumauer)

Niedriger Nitratwert im Solinger Trink­wasser – Wasser­schutz zahlt sich aus

Michael Esser

Unser Autor:

„Hoher Nitratwert im Grund­wasser: Europäi­scher Gerichtshof verur­teilt Deutschland“ – diese Nachricht ist erst wenige Tage alt. Zum Glück spielt sie für uns Solin­ge­rinnen und Solinger nur eine geringe Rolle. Schließlich setzen wir von den Stadt­werken Solingen uns schon seit Jahrzehnten aktiv für eine sehr gute Wasser­qua­lität ein. Damit sorgen wir für niedrige Nitrat­werte in unserem Trink­wasser.

Nitratwert in der Sengbach­t­al­sperre

So liegt der Nitratwert in der Sengbach­t­al­sperre aktuell bei gerade einmal 13,5 mg/l – gesetzlich erlaubt sind bis maximal 50 mg/l. Dieser Grenzwert wird vom Umwelt­bun­desamt als völlig unbedenklich sogar für Säuglinge definiert.

Die erfreu­liche Entwicklung ist einer­seits das Ergebnis einer inten­siven Zusam­men­arbeit mit den Landwirten aus unserer Region. Anderer­seits kaufen die Stadt­werke seit fast 40 Jahren gezielt Flächen entlang der Sengbach­t­al­sperre und ihrer Zuflüsse auf. Diese Gebiete werden stand­ort­ge­recht gepflegt und damit schäd­liche Einflüsse auf das Talsper­ren­wasser vermieden.

Wie kann Nitrat überhaupt ins Grund­wasser gelangen?

Nitrat, eine chemische Verbindung aus Stick­stoff und Sauer­stoff, wird von Pflanzen für ihr Wachstum benötigt. Es gibt verschiedene Wege, wie es ins Grund­wasser gelangen kann. Haupt­ver­ant­wortlich ist der zu hohe Dünger­einsatz in der Landwirt­schaft. Wenn mehr Mineral­dünger oder Gülle auf Grünflächen gelangt, als die Pflanzen zum Wachsen benötigen, bleibt Stick­stoff im Boden zurück. Dieser wird zum Beispiel von Bakterien in Nitrat umgewandelt und sickert ins Grund­wasser, oder Regen schwemmt ihn in umlie­gende Gewässer. Die Stadt­werke entnehmen das Trink­wasser zum überwie­genden Teil aus der Sengbach­t­al­sperre und der Großen Dhünn-Talsperre. Deshalb ist es wichtig, dass in den Gebieten rund um die Talsperren-Zuflüsse ganz besonders verant­wor­tungsvoll mit Dünge­mitteln & Co. umgegangen wird.

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Stadt­werke Solingen als Pioniere

Schon vor rund 40 Jahren begannen die Stadt­werke, als einer der ersten Wasser­ver­sorger, gezielt solche Flächen rund um die Sengbach­t­al­sperre zu kaufen, die in der Nähe von Bachläufen liegen. Auch Gebiete mit steilen Hanglagen, bei denen die Gefahr besteht, dass Schad­stoffe aus dem Boden schnell in tiefer gelegene Talsperren-Regionen gespült werden können, gehören heute zum insgesamt etwa 260 Hektar umfas­senden Bestand der Stadt­werke. Ein großer Teil dieser Flächen wurde mit stand­ort­ge­rechten Holzarten nachhaltig aufge­forstet. Wird Holz geerntet, dann niemals mehr als tatsächlich wieder nachwächst. Der restliche Teil der Flächen wurde durch die „Stiftung zum Schutz von Tier und Natur“ in Biotope umgewandelt, um neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Der Wupper­verband, in dessen Zustän­digkeit die Große Dhünn-Talsperre fällt, ist in den vergan­genen Jahren übrigens unserem Beispiel gefolgt und hat ebenfalls sensible Landflächen zum Schutz des Talsperren-Wassers gekauft.

Koope­ration Land- und Wasser­wirt­schaft: Seit 25 Jahren erfolg­reich

Als weiteren, wichtigen Baustein für einen flächen­de­ckenden, vorbeu­genden Gewäs­ser­schutz unter­stützen wir Landwirte. Unter anderem wird eine EDV-basierte Dünge­planung mit integrierter Kosten­op­ti­mierung und Gülle­ver­teil­planung zur optimalen Versorgung der Pflanzen einge­setzt. Außerdem wurden innovative Verfahren zur Ausbringung von Gülle entwi­ckelt, mit denen der Dünger präzise dosiert in die Grasnarbe einge­spritzt wird. Damit gelangt nur so viel Gülle in den Boden, wie die Pflanzen tatsächlich benötigen. Diese Verfahren wurden im Rahmen einer seit inzwi­schen 25 Jahren bestehenden Koope­ration der Stadt­werke Solingen, der EWR Remscheid, dem Wupper­verband und lokalen Vertretern der hier ansäs­sigen landwirt­schaft­lichen Betriebe umgesetzt. Gemeinsam begleiten und fördern wir erfolg­reich gewäs­ser­scho­nende Maßnahmen und Techniken, die auf unser jewei­liges Einzugs­gebiet bezogen sind.

 

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