Wasser­gewinnung

Die Sengbach­talsperre

Der größte Teil des Solinger Trinkwassers wird aus der Sengbachtalsperre gewonnen. Sie zählt zu den ältesten deutschen Trinkwasser-Stauseen und wurde ursprünglich vom Aachener Pionier des deutschen Talsperrenbaus Prof. Dr. Otto Intze (und wurde nach dem Intze-Prinzip angelegt) konzipiert und gebaut. Von 1900 – 1903 wurde die Talsperrenmauer von rund 900 Personen gebaut.

Beliebtes Ausflugsziel

Auch als Erholungsgebiet ist die Sengbachtalsperre ein beliebtes Ausflugsziel. Rund 12 km² umfasst die "grüne Lunge" im waldreichen Dreieck zwischen Solingen, Witzhelden und Wermelskirchen.

Umsichtige Pflege und Aufforstung des Einzugsgebietes, haben ein attraktives Wandergebiet entstehen lassen, das täglich von vielen Spaziergängern genutzt wird. Doch gerade weil immer mehr Bürger das Gebiet zum spazieren besuchen, ist ein ungehindertes Durchstreifen der Natur nicht mehr möglich, wenn sowohl der Lebensraum der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt als auch die Wassergüte weiterhin gesichert bleiben sollen.

22. März - Weltwassertag

Aufforstung durch die Stadtwerke Solingen

Das Waldgebiet um die Talsperre wird von den Stadtwerken Solingen kontinuierlich aufgekauft, um es sauber zu halten und zu beforsten. In den letzten 30 Jahren wurden rund 400.000 Bäume angepflanzt, sodass der Waldanteil im Einzugsgebiet mittlerweile auf ca. 44 % angewachsen ist.

Besonders wichtig für einen effizienten und nachhaltigen Gewässerschutz ist die Kooperation Landwirtschaft und Wasserwirtschaft mit den im Wasserschutzgebiet der Sengbachtalsperre wirtschaftenden Landwirten und Gartenbauern.

Ziele der Kooperation

  • Gewässerschonende Bewirtschaftung ohne finanzielle Nachteile für die Landwirtschaft
  • Landwirtschaftliche Fachberatung unter besonderer Berücksichtigung des vorsorgenden Gewässerschutzes
  • Kooperation statt Konfrontation: Vertragliche Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis

Aufgaben

  • Verringerung des Nährstoffeintrages in Gewässer
  • Verbesserung der Hygiene der Gewässer
  • Vermeidung des Eintrages von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer
  • Verringerung von Bodenerosion in Gewässer

Von dieser Kooperation profitieren grundsätzlich beide Parteien. Sie beinhaltet u. a. Zuschüsse der Wasserversorger in Gewässerschützenden Maßnahmen und Geräte die zur Verringerung des Einsatzes von Nährstoffträgern sowie Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln  (PBSM) führen wie auch Gewässerrandstreifenprogramme. Hierbei werden die Gewässer beidseitig mit Weideschutzzäunen versehen und  Weidetränken installiert um das Vieh daran zu hindern die Gewässer zu betreten. Somit gelangen weniger Schadstoffe in die Zuflüsse der Sengbachtalsperre.

Beispielhaft zu erwähnen wäre auch die Einsaat von sogenannte Untersaaten und/oder Zwischenfrüchte auf den Wirtschaftsflächen. Ziel hierbei ist die Zurückhaltung und Bindung von Nährstoffen in der belebten Bodenzone um eine Auswaschung in das Grundwasser sowie eine Abschwemmung durch Erosion zu verhindern.

Daten und Fakten zur Sengbachtalsperre

  • Die Talsperre besteht aus einem Haupt- und einem Vorbecken
  • Die Sperrmauer ist aus Bruchstein 
  • Fläche der Staumauer an der Luftseite: 4000 m² 
  • Mauerhöhe: 43 m
  • Sohlenbreite: 36,5 m
  • Länge der Mauerkrone: 178 m
  • Breite der Mauerkrone: 5 m
  • Fassungsvermögen bei Vollstau: 2,8 Mio. m³ 
  • Wassertiefe bei Vollstau: 36 m 
  • Wasserfläche bei Vollstau: rund 200.000 m²
  • Länge des Talsperrenrundwegs: 12 km

Die Lage

Talsperren­wasser ist Oberflächen­wasser

Es handelt sich demnach um besonders weiches Wasser. Um das Wasser gemäß der Trinkwasserverordnung aufzubereiten und allen Haushalten in bester Qualität zur Verfügung zu stellen, wird das Wasser aus der Sengbachtalsperre über eine Leitung von 900 mm Durchmesser in das naheliegende Wasserwerk Glüder transportiert und dort mittels Filtern und moderner Prozesstechnik in mehreren Stufen zu Trinkwasser aufbereitet.