Wasseraufbereitung

Wasserwerk Glüder

Das Wasserwerk Glüder stellt rund die Hälfte des Solinger Trinkwassers zur Verfügung. Das sind pro Jahr zwischen 5,5 und 6 Millionen m³. Talsperrenwasser ist Oberflächenwasser und muss deshalb bestimmte Auflagen erfüllen. Im Wasserwerk Glüder wird das gewonnene Talsperrenwasser gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu Trinkwasser aufbereitet und durch das Pumpwerk Glüder auf den Weg zum Trinkwasserbehälter Krahenhöhe gebracht.

Im Wasserwerk Glüder werden täglich etwa 15.000 m³ Wasser nach folgendem Schema aufbereitet:

Aufbereitung des Trinkwassers in mehreren Stufen

Dem Rohwasser werden die Aufbereitungsstoffe Polyaluminiumchlorid, Kohlendioxid (CO2 ) und – in den Sommermonaten – Kaliumpermanganat zugeführt. Durch das Flockungsmittel Polyaluminiumchlorid werden Stoffe wie Trübstoffe, Schwebstoffe, Algen und Bakterien, die zu klein zum Filtern sind, zu größeren und somit gut abfiltrierbaren Flocken zusammengesetzt. Das CO2 dient der Einstellung eines optimalen pH-Wertes von etwa 6,8, damit die Flockung der Partikel funktioniert. Das Kaliumpermanganat wird nur in der Sommerstagnationsphase der Talsperre eingesetzt, denn zu dieser Zeit treten dort Mangan und Nitrit auf, welche durch Kaliumpermanganat oxidiert und so wieder filtrierbar werden.

  1. Alle drei Aufbereitungsstoffe werden in einen dynamischen Mischer dem Rohwasser zudosiert, vermengt und in die 1. Filterstufe weitergeleitet.
  2. Filterstufe 1 (Flockungsfiltration): Hier werden die unerwünschten Partikel, die vorher zu Flocken verbunden wurden, durch insgesamt acht Filter im Parallelbetrieb entfernt. Hierfür wird das Wasser durch verschiedene Filterschichten geleitet. Zunächst sickert das Wasser durch eine Schicht von Hydroanthrazit. Anschließend durchläuft es eine Sandschicht, bevor es durch eine Schicht Kies geleitet wird.
  3. Die Filter werden regelmäßig gespült, um die abgefilterten Feststoffe von dem Filtermaterial zu entfernen. Das Spülwasser wird in einen der zwei Absetzteiche eingeleitet.
  4. Das Wasser wird über einen statischen Mischer in die 2. Filterstufe geführt. Hier wird das Wasser nach Bedarf noch mit CO2 angereichert, um das Auflösen des Calciumcarbonats in der zweiten Filterstufe zu ermöglichen.
  5. Filterstufe 2 (Aufhärtung): Hier wird das Wasser durch neun, mit Calciumcarbonat gefüllte, parallel betriebene Filterkessel geleitet. Dadurch wird das Wasser zum Schutz der Rohrleitungen von ca. 3 bis 3,5 ° auf 5 bis 6 ° deutsche Härte (dH) aufgehärtet. 
  6. Der Reaktionskessel hat heute technisch keine Bedeutung mehr. 
  7. Obwohl das Wasser nach der zweiten Filterstufe der Qualität von Trinkwasser entspricht, wird es zum Schutz gegen einer Wiederverkeimung beim Transport zum Verbraucher mit einer geringen Menge Chlordioxid versetzt.

Was passiert im Wasserwerk Glüder?

In einem kurzen Filmbeitrag erläutert Ihnen Wasserwerksmeister Andreas Mokros das Vorgehen im Wasserwerk Glüder:

(Filmbeitrag vom Solinger Tageblatt TV)