Qualitätssicherung

Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln und bürgt für einwandfreie Qualität. Das in Solingen vom Eigenbetrieb Wasserversorgung Solingen verteilte Trinkwasser aus Talsperren ist ohnehin sehr sauber und qualitativ sehr hochwertig.

Dafür sorgen verschiedene Qualitätssicherungsmaßnahmen. In Solingen wird die Wasserqualität vom Stadtwerke-Trinkwasserlabor und von unabhängigen Instituten laufend überwacht. Die Analyseergebnisse bestätigen die einwandfreie Wasserqualität, die über den gesetzlichen Anforderungen liegt. Viele abgefüllte Edelwässer können dem Solinger Trinkwasser „nicht das Wasser reichen“.

Rohrbruchsicherung in der Staumauer
Rohrbruchsicherung in der Staumauer
Pendellotmessung in der Staumauer
Pendellotmessung in der Staumauer

Schon bei der Wassergewinnung werden die Voraussetzungen für bestes Solinger Trinkwasser geschaffen:

  • Das Waldgebiet um die Talsperre wird von den Stadtwerken Solingen kontinuierlich aufgekauft, um es sauber zu halten und zu beforsten. In den letzten Jahren wurden rund 400.000 Bäume angepflanzt, sodass der Waldanteil im Einzugsgebiet mittlerweile auf ca. 44 Prozent gewachsen ist. 
  • Dadurch werden Erdabschwemmungen verhindert und die Wasserqualität erhalten und verbessert. So wird zum einen das Regenwasser durch die Vegetation des anliegenden Waldgebiets selbst gefiltert und gelangt anschließend in die Talsperre. Zum anderen konnte die Vieh- und Landwirtschaft eingeschränkt werden, sodass keine Pestizide in die Talsperre gelangen können. Das ist zurückzuführen auf eine Kooperation mit den Landwirten in der Umgebung.
  • Die Staumauer wird ständig dem neuesten technischen Standard angepasst, regelmäßig gewartet und im Bedarfsfall saniert. In 2011 wurden die Fugen der Staumauer erneuert, um die Standsicherheit und Dichtigkeit zu gewährleisten.
  • Eine Rohrbruchsicherung wird durch das sogenannte Earl-Gerät (Foto) sichergestellt. Wenn die Fließgeschwindigkeit vom Normwert abweicht, wird die Wasserzufuhr von der Sengbachtalsperre gestoppt. So ist gewährleistet, dass bei einem Rohrbruch auf dem Weg zum Wasserwerk oder im Wasserwerk eine große Überschwemmung verhindert werden kann.
  • Die Pendellotmessung (Foto) dient zur Kontrolle der Stabilität und Standfestigkeit. Wöchentlich prüft der Talsperrenmeister die Bewegung der Mauer. Dazu dient ein 60 m langes Drahtseil, welches von der Mauerkrone bis tief in den Boden reicht. Zwischen Vollbefüllung und dem leersten Stand der Talsperre bewegt sich das Lot bzw. die Mauer ca. 1 cm. Je voller die Talsperre ist, desto mehr Druck wirkt auf die Mauer und sie wird nach hinten gedrückt. Lässt der Druck nach, so bewegt sie sich wieder zurück.

Im Wasserwerk Glüder, im Verteilnetz und bis zum Verbraucher gehen die Qualitätskontrollen weiter:

Kontrollen durch das Stadtwerke-Labor

Im Auftrag des Eigenbetriebes Wasserversorgung Solingen unterzieht das akkreditierte Stadtwerke-Labor das Solinger Trinkwasser ständigen Kontrollen, um die einwandfreie Trinkwasserqualität sicherzustellen.

Mit unserem Labor leisten wir einen ganz wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in unserer Region, indem wir

  • die Trinkwassereinzugsgebiete, insbesondere die Grundwassermessstellen und die Gewässergüte der Bäche kontrollieren, welche in die Sengbachtalsperre münden.
  • Proben in verschiedenen Tiefen und an verschiedenen Stellen des Talsperrenkörpers der Sengbachtalsperre entnehmen. 
  • wöchentliche Routine- und mehrere Volluntersuchungen der Rohwasserqualität im Wasserwerkseingang machen und außerdem bei situationsbezogenen Ereignissen zusätzliche Kontrollen durchführen (z. B. bei Starkregenereignissen und in Trockenperioden). 
  • die Aufbereitungseffizienz der verfahrenstechnischen Prozesse und der sicheren Dosierung von Aufbereitungsstoffen in den Wasserwerken beobachten. 
  • den Trinkwasserbezug von der Bergischen Trinkwasserverbund GmbH und dem Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper prüfen. 
  • die Trinkwasserabgabe an die Stadtwerke Hilden GmbH, die Stadtwerke Haan GmbH und die Verbandswasserwerk Monheim GmbH sichern.  
  • die Einhaltung der Trinkwassergrenzwerte, die durch die Trinkwasserverordnung vorgegeben sind, kontrollieren – am Wasserwerksausgang, in den Hochbehältern und im Verteilungsnetz. Dabei entnehmen und untersuchen wir über das gesetzliche Mindestmaß hinaus arbeitstäglich an mehreren Stellen Proben. 
  • konsequent sämtliche Trinkwassergrenzwerte einhalten, die durch die Qualitätsstandards für Trinkwasser vorgegeben sind.

Unsere Experten führen im Rahmen der Überwachung chemische, chemisch-physikalische, mikrobiologische und limnologische Untersuchungen nach einschlägigen ISO-, EN- und DIN-Normen durch. Dabei werden die Wässer ökologisch, mikrobiologisch (Krankheitserreger), toxikologisch (Giftstoffe) und korrosionschemisch bewertet.

Überwachung durch die Leitwarte

Die einzelnen Anlagenteile im Wasserwerk Glüder werden mit den jeweiligen Meldungen und Messwerten in einem Prozessleitsystem dargestellt. In der Leitzentrale der SWS Netze Solingen GmbH werden alle Prozess- und Güteparameter rund um die Uhr online überwacht. Im Falle einer Grenzwertüberschreitung wird der zuständige Bereitschaftsdienst informiert.

Zudem steuert die zentrale Leitwarte eine bedarfsgerechte Vorhaltung der Wassermengen in den Behälteranlagen im Solinger Stadtgebiet.