Gasmangellage

Stadtwerke Solingen: An Ihrer Seite

Die aktuelle Energieversorgungslage macht vielen Menschen Angst. Um Sie zu unterstützen haben wir hier einige Informationen zusammengestellt, die wir sukzessive erweitern oder an die Gegebenheiten anpassen werden. Sie haben Fragen zur Gasmangellage, die hier noch nicht beantwortet sind? Nutzen Sie unser Kontaktformular am Ende der Seite. Wir nehmen uns dann Ihrer Frage an.

FAQs (Fragen und Antworten) zur aktuellen Gasmangellage bzw. zur Versorgungssicherheit

Allgemein und Energie sparen

Bundeswirtschaftsministerium ruft zweite Stufe des Notfallplans Gas aus

Mit Beginn des Jahres 2022 hat Russland seine Gaslieferungen nach Deutschland deutlich eingeschränkt. Seit dem Wartungsende am 21. Juli fließt zwar wieder Gas durch Nord Stream 1, allerdings ist die Menge weit entfernt von den vertraglich vereinbarten 100 Prozent. Gemäß des Notfallplans Gas besteht deshalb weiterhin die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ausgerufene so genannte Alarmstufe Gas (Erklärung siehe unten), so dass nach wie vor die Gefahr einer Gasnotfalllage besteht.

Derzeit wirkt sich die Veranlassung der zweiten Stufe des Notfallplans Gas durch das BMWK nicht auf die Versorgungslage in Solingen aus ‒ Solingen wird weiterhin ausreichend mit Gas versorgt. Allerdings ist klar: Gas muss eingespart werden. Die Alarmstufe ist ein deutliches Signal an alle Gasverbrauchenden schon jetzt Energie zu sparen, um im Herbst und Winter ausreichend Energie zur Verfügung zu haben.

Das Bundeswirtschaftsministerium plant Anreize für Unternehmen zu schaffen, ebenfalls Gas einzusparen. Versorger haben durch das Energiesicherungsgesetz bei einer deutlichen Verknappung der Gasmenge die Möglichkeit, unliebsame Preissteigerungen kurzfristig an ihre Kunden weiterzugeben. Nun liegt es an der Bundesnetzagentur (BNetzA) zu entscheiden, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen.

Quelle: BMKW: Pressemitteilung "Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ruft Alarmstufe des Notfallplans Gas aus – Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet" (23.06.2022)

"Notfallplan Gas" ‒ was ist das?

"Notfallplan Gas" ‒ was ist das?

Mit dem Notfallplan Gas sind Maßnahmen zur Gewährleistung einer sicheren Gasversorgung in einer Krisensituation geregelt. Der Notfallplan sieht drei Stufen vor, abhängig davon, wie deutlich der Eingriff des Staates ist. Leitlinie für diesen Plan ist die europäische Erdgas-Versorgungssicherheits-Verordnung. Was beschreiben die einzelnen Warnstufen?

Stufe 1: Frühwarnstufe Gas

In der Frühwarnstufe tritt ein Krisenteam beim BMWK zusammen. Das Team besteht aus Vertretern von Behörden und Energieversorgern. Gasversorger und Netzbetreiber werden dazu verpflichtet, dieses Team regelmäßig über die jeweilige Situation zu informieren. Zu dieser Zeit beobachtet der Staat ausschließlich die sich verändernde Lage ‒ er muss noch nicht aktiv eingreifen. Denn Gashändler, Netzbetreiber etc. leiten die am Markt üblichen Schritte ein, wie der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergien.

Stufe 2: Alarmstufe Gas

Setzt die Bundesregierung die Alarmstufe in Kraft, hat sich deutschlandweit die Versorgung mit Gas verschlechtert. Dies ist aktuell der Fall. Durch diese Eskalation wird festgestellt, dass eine ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas oder eine Minderung der Gasversorgung vorliegt. Trotz allem ist der Markt in dieser Phase noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen. Auch hier wird der Staat noch nicht eingreifen.

Stufe 3: Notfallstufe Gas

Die Bundesregierung kann danach sogar die Notfallstufe ausrufen, falls die Maßnahmen der ersten beiden Stufen nicht ausreichten, die Situation am Markt zu entschärfen oder die Versorgungssituation langfristig zu entschärfen. Jetzt greift der Staat in die Gasverteilung ein und die Bundesnetzagentur wird zum „Bundeslastverteiler“. Sie teilt dann in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern das Gas den Verbrauchsgruppen zu. Dabei gibt es bestimmte Gruppen, die gesetzlich besonders geschützt sind und möglichst bis zuletzt mit Gas zu versorgen sind. Dazu zählen Haushalte, soziale Einrichtungen, wie etwa Krankenhäuser sowie Gaskraftwerke, die die Wärmeversorgung von Haushalten übernehmen.

Alarmstufe Gas ‒ Was machen die Stadtwerke Solingen?

Versorgungsszenarien und auch -risiken einzuschätzen, gehört zu unseren ständigen Aufgaben. Diese Bewertung haben wir selbstverständlich seit Beginn des Krieges in der Ukraine intensiviert. Die Aktivierung der zweiten Stufe des Notfallplans Gas durch das BMWK macht eine kontinuierliche Neubewertung der Lage notwendig, auch wenn sich noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Versorgungslage in Solingen zeigen.

Wie gut ist Deutschland derzeit versorgt?

Gegenwärtig ist die Gasversorgung in Deutschland gut, weil die wegfallenden russischen Kontingente durch Gaslieferungen aus anderen Quellen kompensiert werden können. Nationale und europäische Gremien haben die Situation weiterhin kontinuierlich im Blick, denn die Lage ist weiterhin angespannt und eine Verschlechterung der Situation kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Die Bundesnetzagentur berichtet über die aktuelle Lage der Gasversorgung unter www.bundesnetzagentur.de.

Energie sparen ‒ Wie geht das?

Wir alle sollten schon jetzt Energie sparen, damit wir gut durch den Winter kommen: Fenster richtig auf: fünf- bis zehnminütiges Stoßlüften hilft im Winter am besten, um beim Heizen zu sparen. Leichtes Kipplüften hingegen treibt die Wärme aus der Wohnung und beim Nachheizen wird zusätzliches CO2 erzeugt. Damit Heizkörper ordentlich Wärme abstrahlen können, gehören Möbelstücke mit Abstand daneben. Wer hat, sollte nachts seine Rollläden herunterlassen, das speichert Wärme bis zum nächsten Tag. Viele weitere nützliche Informationen finden Sie in unseren Energiespartipps

Soll ich mir schonmal eine Heizung (Strom) kaufen?

Unser Strompreis liegt deutlich über dem Gaspreis. Wenn Sie als Kundin oder Kunde eine elektrische Heizung anschaffen, um diese statt der Gasheizung zu nutzen, bedeutet das extreme Kosten für Sie. Außerdem: Sollten im Herbst/Winter viele zusätzliche Stromheizungen genutzt werden, würde voraussichtlich das Stromnetz stark belastet. Es könnte also zu einem Blackout kommen, der wesentlich schwerwiegendere Folgen für Deutschland hätte. Als Haushaltskunde gehören Sie zu den besonders geschützten Kunden in einer Gasmangellage. Es ist also nicht sehr wahrscheinlich, dass Sie im Winter kein Gas zum Heizen oder Kochen bekommen. Wenn Sie sich vorbereiten wollen, dann sparen Sie bereits jetzt Gas und Strom ein. Das ist gut für Ihren Geldbeutel, sorgt dafür, dass die Börsenpreise nicht weiter steigen, und hilft der deutschen Wirtschaft. Denn Industriebetriebe und Unternehmen gehören nicht zu den geschützten Gaskunden und müssten bei einer Gasmangellage ggf. abgeschaltet werden.

Gaspreis und Finanzierung

Warum ist Gas so teuer geworden?

Hintergrund sind die massiv gestiegenen Preise an der Energiebörse: Bereits im Jahr 2021 sind die Börsenpreise für Gas regelrecht explodiert. Gleichzeitig wurden die Gasspeicher in 2021 nicht so gut gefüllt, wie in den Vorjahren. Dann kam der Krieg in der Ukraine dazu und die reduzierten Gaslieferungen aus Russland. Auch wenn wir, aufgrund unserer vorsichtigen Eindeckungsstrategie, schon in den vergangenen Jahren Gas für das laufende Jahr eingekauft haben, schlagen sich die hohen Kosten aus 2021 durch. Zudem müssen wir die schwankenden Verbräuche mit Energieeinkäufen am überhitzten Spotmarkt ausgleichen. Sinkende Börsenpreise sind derzeit nicht in Sicht.

Was wird Gas in Zukunft kosten?

An den Energiebörsen gibt es derzeit nur eine Richtung: nach oben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Situation bei Strom- und vor allem Gas-Preisen auch in den nächsten Monaten nicht entspannt. Allein die Drosselung der Gaszufuhr aus Russland hat zu einer deutlichen Preiserhöhung an den Energiebeschaffungsmärkten geführt. Aufgrund der Marktsituation werden auch wir unsere Preise sukzessive nach oben anpassen müssen. Wir können derzeit aber noch nicht beziffern, in welchem Umfang und wann Preise angepasst werden.

Preissteigerung und Versorgungssicherheit Hand in Hand: Unsere Bundesregierung arbeitet an vielfältigen Maßnahmen, die zwar Preissteigerungen nach sich ziehen werden, jedoch auch die Versorgungssicherheit in den kommenden Monaten erhöhen werden. Eine Maßnahme dabei ist die sogenannte "Speicherumlage". Laut § 35e EnWG soll ab dem 1. Oktober 2022 eine solche Umlage auf Gas erhoben werden. Sie soll dafür eingesetzt werden, Kosten, die zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit anfallen, auf alle Letztverbraucher umzulegen. Gesetze wie die Paragrafen 24 und 26 des Energiesicherheitsgesetzes (EnSiG) würden es ermöglichen, dass Kosten von kurzfristigen Ersatzbeschaffungen auf Letztverbraucher durchgereicht, bzw. umgelegt werden können.

Nicht nur Lebensmittel, auch Energie wird teurer. Wie soll ich meine Gasrechnung bezahlen?

Wir wissen, was es für viele Haushalte in Solingen bedeutet, wenn die Preise überall gleichzeitig steigen. Darum stellen wir vielfältige Informationen rund ums Energiesparen zur Verfügung. Auch helfen wir unter bestimmten Voraussetzungen mit Ratenzahlungen oder Stundungen, um besondere Härten auszugleichen. Deshalb: Handeln Sie sofort, wenn Sie eine Rechnung oder einen Abschlag nicht bezahlen können: Melden Sie sich sofort in unserem Kunden-Center und klären Sie die Situation mit einem unserer Kollegen oder einer Kollegin. Wir finden einen gemeinsamen Weg mit Ihnen!

Ratenzahlung oder Stundung

Wenn Sie eine Rechnung oder einen Abschlag nicht bezahlen können, sollten Sie sofort handeln. Sprechen Sie unser Kunden-Center an. Unter gewissen Bedingungen können wir Ihnen eine Ratenzahlung oder Stundung anbieten. Beachten Sie aber bitte: Eine Stundung macht nur dann Sinn, wenn Sie in der Zukunft einen größeren Zahlungseingang erwarten, so dass Sie zum vereinbarten Zeitpunkt die finanziellen Möglichkeiten haben, Ihre aufgelaufenen Schulden zu bezahlen. Denn eine Stundung bedeutet immer nur eine Fristverlängerung. Bitte beachten Sie, dass wir einem Wunsch nach Ratenzahlung nur folgen können, wenn Ihr Anschluss noch nicht gesperrt worden ist. 

Zahlungsmoratorium

Derzeit sind in der Politik Forderungen nach einem Zahlungsmoratorium laut geworden. Eine Entscheidung darüber gibt es aktuell nicht. Allerdings handelt es sich auch bei einem Moratorium um eine Stundung, die Sie bei uns beantragen müssten. Nach Ablauf einer gewissen Frist, wären dann alle aufgelaufenen Zahlungen durch Sie zu begleichen.  

Werden die Stadtwerke Solingen bankrottgehen? Wenn ja, was passiert dann?

Wir sehen derzeit, dass Energieversorger (wie Uniper, ein Großhändler für Strom und Gas) von der Bundesregierung gestützt werden müssen. Auch wird schon diskutiert, wie man Stadtwerke finanziell unterstützen könnte, wenn es nötig wird. Daran sieht man, dass sich die Regierung auf mögliche Härtefälle vorbereitet und alles dafür tun wird, dass die Versorgungsunternehmen am Markt bleiben und im Sinne ihrer Kundinnen und Kunden agieren können.

Soll ich meinen monatlichen Abschlag nach oben setzen?

Definitiv ist es eine gute Idee, den Abschlag für Strom und Gas nach oben zu setzen. Nutzen Sie dafür gerne jederzeit unser kostenloses Online-Portal oder unsere Telefon- oder E-Mail-Kontakte. Sie erreichen uns montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 Uhr unter: 0800 2345 344. Auch für die Nebenkostenabrechnung Ihres Vermieters bietet es sich an, die Abschläge zu erhöhen.

Beratungsangebote in Solingen

20. August: Infotag "Zukunftstag E-Mobilität & Energie 2022"

Am 20. August 2022 findet bei uns der "Zukunftstag E-Mobilität & Energie 2022" statt. Neben dem Thema Elektromobilität haben wir auch Angebote zusammengestellt, die Ihnen beim Energiesparen helfen: Ob kleine oder große Lösungen. Wir unterstützen Sie gern!

Was passiert, wenn ich Zahlungsprobleme bekomme?

Lokale Hilfsangebote bei Zahlungsproblemen

Für Menschen in sozialen Notlagen gibt es in Solingen verschiedene kostenfreie Hilfsangebote. Scheuen Sie sich nicht, diese Angebote im Bedarfsfall in Anspruch zu nehmen.

Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe der Stadt Solingen

Bei Energieschulden/Härtefallsituationen können sich unsere Kundinnen und Kunden an die Zentrale Fachstelle für Wohnungsnotfallhilfe der Stadt Solingen wenden. Es besteht eine entsprechende Vereinbarung mit der Stadt Solingen.

Schuldnerberatung Diakonisches Werk des Evangelischen Kirchenkreises Solingen

Das Angebot der Schuldnerberatung gilt für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Solingen und ist kostenlos.

Sozialamt der Stadt Solingen

Wenn Sie bereits Grundsicherung oder Hilfe zum Lebensunterhalt der Stadt Solingen beziehen, ist Ihre Sachbearbeiterin, ihr Sachbearbeiter der richtige Ansprechpartner. Er kann Sie informieren, ob Ihre Energieschulden ggf. vom Amt übernommen werden.

Jobcenter in Solingen

Miete, Nebenkosten und Heizkosten für eine angemessene Wohnung werden vom Jobcenter übernommen, sofern Sie hilfebedürftig sind. Wenn Sie bereits Geld vom Jobcenter Solingen bekommen, sprechen Sie bitte Ihren dortigen Ansprechpartner an. Er kann Sie zu den nötigen Schritten beraten.

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Die Verbraucherzentrale NRW bietet eine kostenlose Beratung an, wenn Sie Ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen können oder Ihnen eine Sperrung droht. Allerdings müssen Sie dafür die Beratungsstelle Wuppertal aufsuchen. Dort erhalten Sie kompetente, anbieterunabhängige Informationen, eine persönliche Rechtsberatung und eine außergerichtliche Rechtsvertretung. Die Verbraucherzentrale in Wuppertal erreichen Sie unter:

Verbraucherzentrale NRW
Beratungsstelle Wuppertal
Schloßbleiche 20
42103 Wuppertal
Tel.: 0202 - 69 37 58 -01
www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/wuppertal

Energieberatung, Förderprogramm und Strommessgerät

Oft sind es die kleinen Dinge, die dafür sorgen, dass wir Energie verschwenden. Nutzen Sie unsere Energieberatung bei den Stadtwerken Solingen. Unser Kollege Andreas Hugo bespricht mit Ihnen Maßnahmen, die Ihnen helfen, Energie einzusparen. Er ist auch Ansprechpartner, wenn Sie Ihre Heizanlage austauschen möchten. Hier gibt es auch einige Fördermöglichkeiten, z. B. das Klingen Plus Förderprogramm der Stadtwerke Solingen. Oder leihen Sie sich bei uns ein Strommessgerät. Damit können Sie energieintensive Geräte in Ihrer Wohnung ausfindig machen und ggf. ersetzen.

Erdgas-Versorgungs­sicherheit in Solingen

Muss ich im Winter frieren?

Es ist derzeit nicht sicher, ob die deutschen Gasspeicher vor dem Winter ausreichend aufgefüllt werden können. Sollte es allerdings zur Ausrufung einer Notfallstufe Gas kommen, dann sind Privatkunden und Krankenhäuser etc. nach dem aktuellen Stand besonders geschützt. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass Sie im kommenden Winter frieren müssen. Trotzdem gilt, dass wir alle (Haushalte und die Industrie) schon jetzt so viel Gas (und auch Strom) wie möglich einsparen: Das senkt die Preise und die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt zu einer kritischen Mangelsituation kommt.

Woher kommt das Solinger Gas?

Die Stadtwerke Solingen beziehen ihren Gasbedarf von mehreren Großhandelspartnern in verschiedenen Chargen. So können wir unser Einkaufsrisiko streuen und ein fairer Partner für Sie sein. Die Stadtwerke Solingen beziehen L-Gas, eine Gasqualität, die vor allem in den Niederlanden gewonnen wird. Allerdings ist die Gasförderung in den Niederlanden in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Deshalb nutzen wir auch andere Herkunftsländer. Das dort geförderte H-Gas wird dann auf L-Gas konvertiert. Der Preis für Gas bildet sich am Markt über Angebot und Nachfrage, die Herkunft spielt dabei keine Rolle. Bei einer Verknappung des Angebots (bspw. aufgrund eines Lieferstopps aus Russland) würde der Preis am Markt vermutlich weiter steigen.

Wie entwickeln sich die Gaspreise in Solingen?

Die hohen Gaspreise haben bereits 2021 – also vor dem Krieg Russlands in die Ukraine – deutlich angezogen. Diese Tendenz wird auch nach Beendigung des Krieges weiter bestehen. Von sinkenden Preisen ist zunächst nicht auszugehen. Wir beobachten derzeit genau die Situation am Energiemarkt und leiten daraus ggf. nötige Preiserhöhungen ab. Selbstverständlich werden wir Sie rechtzeitig über eine solche Preiserhöhung informieren.

Wie weit im Voraus haben die Stadtwerke Solingen Energie beschafft?

Wie bereits beschrieben, kaufen wir deutlich vor der physischen Lieferung immer wieder Teilmengen in definierten Abständen ein. So reduzieren wir für uns und für Sie das Preisrisiko. Unser Verkaufspreis bildet sich daher aus einer Mischung von Verträgen mit unterschiedlichen Abschlussterminen und mit geringeren und höheren Preisen. Für das Jahr 2023 haben wir bereits deutlich über 80% der voraussichtlichen Abnahmemenge eingedeckt. Für die Folgejahre ist der Eindeckungsgrad niedriger. Zudem bewirtschaften wir die Mengenschwankungen (z. B. witterungsbedingte Abnahmeschwankungen) auf Grundlage der jeweils aktuellen Börsenpreise. Daher ist eine konkrete Aussage, wie stark sich unser Verkaufspreis mittelfristig ändert, nicht möglich. Von einer Preissenkung ist mit Blick auf die Preisentwicklung in den nächsten zwei Jahren nicht auszugehen.

Was passiert, wenn kein russisches Gas mehr geliefert wird?

Egal, woher man sein Gas bezieht: Wenn Russland den Gashahn zudreht, fehlt ein großer Teil des Gasangebotes. Das bedeutet nicht nur steigende Preise, sondern auch, dass die deutschen Gasspeicher nicht in dem gewünschten Maß aufgefüllt werden können. Die Regierung würde dann die dritte Stufe des Notfallplan Gases ausrufen (siehe oben: Notfallstufe Gas). Gleichzeitig sucht die Bundesregierung neue Lieferanten, kümmert sich um den Ausbau des Gasnetzes und nutzen neue Gasqualitäten, wie LNG. Aber diese Umstellung dauert ihre Zeit, weshalb die wichtigste Aufgabe für uns und Sie das Einsparen.

Gibt es Alternativen zu russischem Gas?

Russisches Gas ist in den nächsten Jahren nach wie vor wichtig für Deutschland. Diese Wichtigkeit wird sich mit dem Bau von LNG-Terminals, der Belieferung durch andere Länder und dem Ausbau der erneuerbaren Energien nach und nach reduzieren. Auch dann bleibt Erdgas jedoch zunächst einmal wichtig für die Energieversorgung. Daneben muss der Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland deutlich vorangetrieben werden. Wir übernehmen in Solingen die Verantwortung für diese Aufgabe.

Können die Stadtwerke Solingen die Belieferung mit Gas und Strom garantieren?

In der jetzigen Lage kann Keiner die Belieferung im kommenden Winter garantieren. Privatkunden sind aber besonders geschützt. Daher gibt es von Seiten der Regierung entsprechende Regelungen z. B. zu der Gasmangellage (siehe Notfallplan Gas) und die dringenden Aufrufe zum Gas und Strom sparen. Denn nur, wenn wir alle jetzt schon Gas und Strom sparen, werden die Gasspeicher im Herbst ausreichend gefüllt sein.

Andere Anbieter nehmen keine Kunden für Gas mehr auf, ist das bei den Stadtwerke Solingen auch so?

In Solingen nehmen wir weiterhin Kunden auf. Als Grundversorger für Solingen sind wir als Stadtwerke verpflichtet, Solinger Bürgerinnen und Bürger zu versorgen, wenn sie z. B. von ihrem bisherigen Anbieter nicht mehr versorgt werden (können). Das haben wir im Frühjahr bereits bei Gas.de gesehen.

Gaslage: Lieferstopp oder Rationierung

Kann Gas für Haushalte rationiert werden oder nur vollständig abgeschaltet werden?

Rationierungen für Haushalte sind technisch kaum möglich (Details s. nächste Frage). Wenn nicht genügend Gas für alle da ist, muss der Netzbetreiber handeln bzw. in der Notfallstufe kann zusätzlich die Bundesnetzagentur handeln.  

Den Ausschlag gibt zunächst die Netztechnik: Abschaltungen sind die letzten Mittel, wenn nicht mehr genügend Gas für alle Anwendungen vorhanden ist und die Versorgung in Gänze gefährdet ist. Dabei gilt: Zuerst würden große Verbraucher wie die Industrie abgeschaltet. Privathaushalte sind erstmal geschützte Kunden und werden weiter versorgt (s. o.).  

Bei Abschaltungen muss der Netzbetreiber abwägen und die Geeignetheit, Sachgerechtigkeit und Verhältnismäßigkeit etwaiger Maßnahmen im Einzelfall prüfen - auch im Lichte der notwendigen Dauer von Maßnahmen. Eine detaillierte vorgegebene Abschaltreihenfolge gibt es nicht - auch nicht für Industrieunternehmen.

Ist es möglich, Gas über Tageszeiten zu rationieren (also bsp. Abschaltungen über Nacht etc.)?

Nein. Dieser Ansatz wäre für die Verteilnetzbetreiber schlicht und ergreifend nicht praktikabel. Der Aufwand zur Rationierung wäre nicht einfach nur hoch, sondern nicht zu leisten.  

Beispiel Industriekunden: Der Netzbetreiber müsste mehrmals täglich den Schieber an- und abschalten. Das würde auch voraussetzen, dass das Hauptventil öffentlich zugänglich ist, denn eine Abschaltung durch die Netzleitstelle aus der Ferne ist auch bei Industriekunden kaum möglich.  

Beispiel Privathaushalte: Hier wären Rationierungen noch komplizierter. Der Netzbetreiber müsste die Hauptabsperreinrichtung aktiv öffnen bzw. schließen. Seine Technik-Trupps müssten dann zum Beispiel jeden Abend ausrücken, um die Ventile über Nacht zu schließen.  

Beide Beispiele zeigen, weshalb Gas-Rationierungen kein nützliches und damit kein sinnvolles Instrument sind.  

Praktikabler ist der Aufruf des Netzbetreibers an die Kunden, ihren Verbrauch zu reduzieren. Die Schieber könnten offenbleiben. Privathaushalte sollen dann freiwillig ihren Verbrauch reduzieren, sodass insgesamt die Versorgung länger erhalten bliebe. Die Industrie wiederum könnte ihren Produktionsprozess an die vorgegebene, reduzierte Gasmenge anpassen und so einen Beitrag leisten, um die Privathaushalte vor einem Ausfall der Versorgung zu schützen.

Lässt sich die Gasversorgung nach einer Abschaltung problemlos wieder einschalten?

Sobald die Ventile der Pipelines geschlossen werden, kommt kein neues Gas mehr nach. Das bereits nach Deutschland transportierte Gas „steht” dann in der Leitung – quasi wie bei einem Speicher. Weil kein Gas mehr nachfließt, zugleich jedoch weiter Gas verbraucht wird, baut sich der Druck in der Leitung langsam ab – sofern die Netzbetreiber keine Gegenmaßnahmen ergreifen.  

Insgesamt würde bei einem Lieferstopp der Druck sowohl in den vorgelagerten Netzen der Fernleitungsnetzbetreiber (quasi den Autobahnen) als auch in den nachgelagerten Netzen der Verteilernetzbetreiber (quasi den Land- und Kreisstraßen) langsam zu sinken beginnen.  

Deswegen müssen beide Maßnahmen ergreifen. Während Händler die Flexibilitätspotenziale auf der Beschaffungsseite ausschöpfen und sich bei Lieferausfällen um die Beschaffung von Ersatzmengen bemühen, können auch die Netzbetreiber verschiedene Maßnahmen ergreifen: von der engen Abstimmung über die Optimierung der Lastflüsse im Netz bis zum Absenken des Drucks in den Netzen. Abschaltungen sind das letzte Mittel.  

Wenn es zu Abschaltungen kommen muss, ist es nicht leicht, die Versorgung wiederherzustellen. Die Netzbetreiber müssten beim Wiederanfahren ihrer Netze verschiedene technische Faktoren berücksichtigen: etwa den Druck oder unterschiedliche Steuerungs- und Sicherungsgeräte, z. B. Absperrventile oder Gasmangelsicherungen in Gasdruckregelgeräten. Daran schließen sich auch die praktischen Möglichkeiten zum Wiederanfahren an: Manche Verbraucher lassen sich automatisch wieder versorgen. Andere müssen manuell von einem Techniker wieder ans Netz genommen werden – sprich: Installateure müssten die Gasanlage des Kunden wieder in Betrieb nehmen. Aus diesen Gründen wäre die Zeitspanne, in der die Versorgung wieder wie gewohnt hergestellt werden kann, von Ort zu Ort verschieden und kaum vorab zu bestimmen.  

Weiterführende Informationen: https://www.dvgw.de/der-dvgw/aktuelles/presse/pressematerial/gasversorgung-in-deutschland

Gibt es im Fall eines Lieferstopps regionale Unterschiede bei der Gasversorgung (Ost-West-Unterschied)?

Ja. Wenn kein Gas mehr aus Russland ankommt, wären zunächst die Bundesländer/Menschen im Osten und dann im Süden Deutschlands betroffen. Grund sind die Struktur unserer Netze, Hydraulik und die Fließrichtung des Gases: Gas aus Russland fließt vom Osten in den Westen und Süden. LNG-Gas gelangt in der Regel aus den Häfen im europäischen Ausland (z. B. Rotterdam) nach Deutschland.

Was ist mit den Kunden in sogenannten L-Gas-Netzen, so wie in Solingen? Wären diese auch von einem Lieferstopp betroffen?

Bei einem kompletten Lieferstopp wären die Versorgung eingeschränkt - sowohl in den Gebieten mit H-Gas als auch in den Gebieten mit L-Gas.  

Zu den Gründen: In Deutschland gibt es zwei Arten von Erdgas und dementsprechend auch zwei getrennte Netze und getrennte Speicher:

  • L-Gas in L-Gas-Netzen: Das niederkalorische (low caloric) Gas hat einen vergleichsweise geringen Brennwert und Energiegehalt. Es stammt aus Deutschland und den Niederlanden.
  • H-Gas in H-Gas-Netzen: Das hochkalorische (high caloric) Gas hat einen höheren Brennwert und Energiegehalt. Es stammt unter anderem aus Russland und Norwegen.  

Theoretisch könnten unsere Leitungen und Netzkomponenten zwar beide Gase transportieren. Praktisch ist das jedoch aus zwei Gründen nicht möglich:

  • Erstens geben die Geräte und Anlagen zur jeweiligen Gasanwendungen in Häusern, Gewerbe und Industrie den Ausschlag. Sie erfordern jeweils bestimmte brenntechnische Eigenschaften vom Gas und dementsprechend eine Unterscheidung zwischen L-Gas und H-Gas. Ein Industriebetrieb, der H-Gas nutzt, kann also nicht per Knopfdruck auf L-Gas umsteigen.
  • Zweitens sind wir mitten im Umstieg von L-Gas auf H-Gas bis 2030 (s. https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/UmstellungGas/start.html). Dieser Umstieg ist notwendig, weil zum einen die L-Gas-Quellen in Deutschland versiegen. Zum anderen steigt die Erdbebengefahr in den Niederlanden. Groningen, Europas größtes Erdgasvorkommen, muss die L-Gas-Produktion bereits sukzessive herunterfahren. Etwas überspitzt formuliert: Beim L-Gas hat Mutter Natur bereits einen natürlichen Lieferstopp verhängt.

L-Gas wird deshalb heute schon in großen Mengen aus H Gas konvertiert, sodass auch die Preise für L Gas genauso gestiegen sind, wie für H Gas.

Gasspeicher und LNG-Terminals

Wie lange halten die Speichervorräte?

Wie lange die Vorräte in den Speichern halten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören zum Beispiel die gelieferten ebenso wie die eingespeicherten Gasmengen, die technischen Herausforderungen der Netze beim Gastransport, mögliche Solidaritätsbitten aus anderen EU-Ländern und natürlich der Verbrauch. Dessen Höhe wird ebenfalls von verschiedenen Faktoren beeinflusst: von den Temperaturen bis zum Verhalten aller Verbraucher.

Wenn die Bürgerinnen und Bürger bewusst weniger Gas verbrauchen und z. B. ihre Heizung ein paar Grad nach unten regeln, halten die Gas-Vorräte länger. Gleiches gilt für die Industrie: Betriebe, die ihre Energieeffizienz-Potenziale ausschöpfen oder auf Bitten der Netzbetreiber oder auf Anordnung der Bundesnetzagentur weniger verbrauchen, sorgen ebenfalls dafür, dass die Vorräte in den Speichern länger halten. Ein weiteres Kriterium wäre der Zeitpunkt, zu dem kein Gas aus Russland mehr fließt. Speicher werden grundsätzlich über den Sommer hinweg gefüllt und im Winter geleert. Je früher kein Gas mehr käme, umso schwieriger wäre es, die Speicher zu füllen.

Faustformel für Zeitpunkt und Verbrauch: Je weniger Gas wir im Frühling und Sommer verbrauchen, desto besser unsere Lage im Winter.

Theoretisch bzw. rechnerisch könnte Deutschland sich bei vollen Speichern und einem Verbrauch auf mittleren Jahresniveau einige Monaten allein aus den Speichern versorgen. Praktisch bzw. physikalisch ist eine belastbare und verlässliche Prognose wegen der Vielzahl an Variablen nicht möglich. Definitiv lässt sich jedoch sagen, dass die deutschen Gasspeicher einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa leisten und helfen würden, die Folgen eines Lieferstopps abzumildern.

Es wurde viel von Mindestfüllständen bei Speichern geredet. Kann man nicht einfach die Speicher zu 100 Prozent füllen?

Das Speichervolumen besteht aus dem sogenannten Arbeits- und Kissengas. Das Arbeitsgas ist für den Verbrauch bestimmt. Es wird also ein- und ausgespeichert und macht das Gros des Speichervolumens aus. Das sogenannte Kissengas hat einen deutlich kleineren Anteil am Speichervolumen, muss allerdings permanent im Speicher bleiben: Als Puffer sichert Kissengas nämlich konstant den physikalisch notwendigen Mindest-Druck im Speicher, wodurch es technisch möglich ist, Gas ein- oder ausspeichern zu können. Deswegen brauchen Betreiber also stets selbst diesen kleinen Puffer an Kissengas in ihrem Speicher. Um abseits des Puffers die vorhandenen Speichervolumina optimal zu nutzen, gelten nun jedoch bundesgesetzlich vorgegebene Mindestfüllstände: Am 1. Oktober eines Jahres sollen die Speicher zu 80 Prozent, am 1. November zu 90 Prozent und am 1. Februar zu 40 Prozent gefüllt sein. Eine vergleichbare Verordnung wird auch auf EU-Ebene entwickelt.

Fazit: Das Volumen der Speicher wird also bereits optimal genutzt.

Kommen wir über den Winter, wenn die Speicher zu 100 Prozent gefüllt sind, oder brauchen wir zusätzlich das Gas aus den russischen Pipelines bzw. von jetzt an von anderen Lieferanten?

23 Milliarden Kubikmeter Fassungsvolumen der Speicher auf der einen Seite und ein Jahresverbrauch von 86,5 Milliarden Kubikmeter (Quelle: Statista 2020) auf der anderen Seite.

Zur Beantwortung der Frage entscheidend ist, wieviel Erdgas aus anderen Importländern zur Verfügung steht und wie hoch der Gasverbrauch, also die Nachfrage von Privathaushalten und Industrie in Deutschland ist. Privathaushalte machen im Durchschnitt 31 Prozent unseres Gasverbrauchs aus – insbesondere fürs Heizen. Deshalb schwankt die Nachfrage über die Jahreszeiten stark: Im Sommer verbrauchen Privathaushalte wenig, im Winter naturgemäß viel.

In der kalten Jahreszeit fließen gut zwei Drittel unseres gesamten Gasbedarfs durch die Leitungen. Dementsprechend findet sich in den Händen der Verbraucherinnen und Verbraucher auch der stärkste Hebel: Sie können die Folgen eines Gasembargos oder -lieferstopps erheblich mildern, wenn sie freiwillig ihren Verbrauch reduzieren. Jeder eingesparte Kubikmeter Gas hilft.

Wie lange braucht es, die bestellten Floating-LNG-Terminals ans Gasnetz anzuschließen; sind die Terminals auch vor dem Netzanschluss nutzbar?

Flüssiggas (LNG: Liquefied natural gas) muss in gasförmiges Erdgas umgewandelt werden. Dafür braucht es bestimmte Anlagen: LNG-Terminals erwärmen und verdichten das Flüssiggas. So bereiten sie Flüssiggas zu Erdgas auf. Im Anschluss wird das Gas in die Fernleitungsnetze für herkömmliches Erdgas eingespeist. An den Terminals kann das LNG auch auf kleinere Schiffe, Güterwaggons oder Lastwagen verladen werden.

Weil der Bau von stationären LNG-Terminals Zeit braucht, beabsichtigt die Bundesregierung vier schwimmende LNG-Terminals als kurzfristig verfügbare Alternative zu chartern. Spezialschiffe können das LNG von Tankern aufnehmen, sodass es an Bord dieser sogenannten Floating Storage and Regasification Units (FSRU) in Gas umgewandelt werden kann.

In Europa gibt es aktuell 37 LNG-Terminals, davon 26 in den EU-Mitgliedsländern. Deutschland hat bisher kein eigenes LNG-Terminal. Die Bundesregierung plant den Bau von eigenen deutschen Terminals und schwimmenden Anlagen. Letztere sollen zusammen auf eine Kapazität von bis zu 27 Milliarden Kubikmetern Gas kommen. Das würde ausreichen, einen erheblichen Teil der bisherigen russischen Erdgaslieferungen zu ersetzen.

Deutschland plant nun konkret den Bau von zwei stationären LNG-Terminals in Brunsbüttel und Stade. Zudem sollen mindestens vier schwimmende Anlagen an der Nordseeküste entstehen: eines soll noch in 2022 in Wilhelmshaven und ein weiteres in 2023 Brunsbüttel ans Netz gehen. Zwei weitere FSRU-Anlagen sollen folgen. Als Standorte sind Stade, Rostock, Hamburg und Eemshaven in den Niederlanden im Gespräch

Bei dem geplanten Floating-LNG-Terminal in Wilhelmshaven ist die Anbindungsleitung zum Gasnetz mit 30 km relativ kurz. Bereits Ende 2022 soll der Anschluss an das europäische Gasnetz fertig sein. Wenn das klappt, kann der LNG-Import bereits Anfang 2023 starten. Die Arbeiten an den rechtlichen Grundlagen laufen parallel – sowohl zur Errichtung und Inbetriebnahme der LNG-Terminals als auch zur Beschleunigung von Vergabeverfahren.

Mieter und Vermieter

Woran erkenne ich als Mieter, ob ich mit Gas heize und meine Warmwasserversorgung auf Gas basiert?

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Gas beziehen oder wie bei Ihnen geheizt wird, hilft ein Blick in die Nebenkostenabrechnung oder fragen Sie den Vermieter bzw. die Hausverwaltung.

Ist mein Vermieter verpflichtet, mir frühzeitig einen Hinweis zu geben, wenn meine Abschläge nicht ausreichen, um meine Rechnung zu bezahlen?

Höchstwahrscheinlich werden die Energiepreise weiter steigen. Wer eine wahrscheinliche, hohe Nachzahlung vermeiden will, sollte, wenn möglich, dringend seine Abschlagszahlungen, also seine Betriebs-/Nebenkostenvorauszahlungen, erhöhen.  

Das empfehlen auch Mietervereine. Vermieter wiederum können ihren Mietern eine Erhöhung der Abschläge nur empfehlen. Das Heft des Handelns haben also die Mieter selbst in der Hand.

Weitere Fragen und Antworten

Gibt es auch die Gefahr eines Blackouts (einer Strommangellage)?

Unsere Stromversorgung beruht auf unterschiedlichen erneuerbaren sowie konventionellen Energieträgern. Gaskraftwerke hatten in Deutschland 2021 einen Anteil von rund 15 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung.  

Erste Analysen mit Kurzfristperspektive zeigen, dass lediglich eine kleine Menge an Gas für Gaskraftwerke benötigt würde, die aufgrund ihrer Standorte im Hinblick auf die Systemsicherheit in den Stromnetzen als systemrelevant gelten. Diese genießen aufgrund ihrer Bedeutung für die Stromversorgung auch einen besonderen Status und würden in der Notfallstufe erst als allerletzte Handlungsoption des Bundeslastverteilers (BNetzA) im Gasbezug reduziert.

Insofern stellen bereits die Regularien, die in dieser Krisensituation greifen, sicher, dass für die Stromversorgung abstrakte Gefahren aus einer Gasmangellage auf das absolute Minimum reduziert werden.  

Die Bundesregierung plant für den Fall einer Gefährdung des Gasversorgungssystems, den Anteil von Gaskraftwerken an der Stromerzeugung möglichst zu reduzieren und auf andere verfügbare Energieträger (insbesondere Kohle) auszuweichen, um mehr Gas für andere Verwendungen verfügbar zu haben. Zu diesem Zweck wurde das „Gesetz zur Bereithaltung von Ersatzkraftwerken zur Reduzierung des Gasverbrauchs im Stromsektor im Fall einer drohenden Gasmangellage durch Änderungen des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energiewirtschaftlicher Vorschriften“ (Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz – EKBG) auf den Weg gebracht.

Kontaktformular zur Gasmangellage

Sie vermissen eine Frage in unseren FAQs zur Gasmangellage? Schreiben Sie uns einfach über das folgende Formular. Für allgemeine Anfragen nutzen Sie bitte das allgemeine Kontaktformular.


Sie erhalten eine Kopie Ihrer eingegebenen Daten.

___
* Pflichtfeld